Mit Voting: Skate- und Bolzplätze in der Nachbarschaft ein Lärmproblem?

Zollner: "Da ist die Gesetzgebung leider eine völlige Katastrophe!" 

Bildmontage: Stefan Lasner (CSU), Skate- und Bolzplatz, Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner
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Jugendreferent Stefan Lasner (CSU) beklagte im Mühldorfer Stadtrat einen Mangel an Bolz- und Skateplätzen. Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD) erwiderte, die Stadt würde gerne nachbessern, doch die Gesetzeslage lasse das nicht zu.

Mühldorf am Inn - Auf Anregung des Jugendreferenten würde die Stadt gerne mehr Bolz- und Skateplätze schaffen - doch das ist oft viel schwieriger, als man denkt. Oft sind den Kommunen die Hände gebunden. 

"Ein Thema, das mir gegenüber immer wieder angesprochen wird ist, dass es in Mühldorf zu wenig Bolzplätze und Skate-Möglichkeiten gibt", erklärte Jugendreferent Stefan Lasner (CSU) im Rahmen seines Jahresberichts gegenüber dem Stadtrat. "Insbesondere im Zentrum bräuchte es wieder einen Bolzplatz. Der Skateplatz in Altmühldorf ist ja außerdem zwar schön, aber nicht zentral gelegen." Er regte an, dass die Stadt sich diesem Thema in der Zukunft annehmen sollte.


Gesetzeslage sorgt für Problem

"Wir würden da wirklich gerne mehr bieten, aber leider ist das gar nicht so einfach", entgegnete Erste Bürgermeisterin Marianne Zollner (SPD). "Denn aus Lärmschutz-Gründen ist es sehr schwierig, so etwas in der Nähe eines Wohngebiets einzurichten." 

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Grund sei das "Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge", kurz Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). In dessen Absatz 1a heißt es: "Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, sind im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung. Bei der Beurteilung der Geräuscheinwirkungen dürfen Immissionsgrenz- und -richtwerte nicht herangezogen werden."

Hier werde allerdings klar nach dem Alter unterschieden, die Ausnahme gelte nur für Kinder. Bei Anlagen wie Bolz- und Skateplätzen, die von Jugendlichen über 14 Jahren genutzt werden, würden strengere Richtwerte gelten.

Zollner: "bedauere aufs Äußerste"

"Ich bedauere das wirklich aufs Äußerste", betonte Zollner, "Denn natürlich wollen wir auch den Jugendlichen in der Stadt so etwas in der Nähe ihres Wohnorts bieten können. Aber leider gibt es da kaum geeignete Flächen. Da ist die Gesetzgebung leider eine völlige Katastrophe! Wir sind Gottfroh, dass wir den Skatepark in Altmühldorf haben!"

Es müsse gehofft werden, dass der Fußballplatz des ESC als Bolzplatz offen gehalten werden könne, wenn dieser an seinen neuen Standort zieht.

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