Stand der Sanierung der Mühldorfer Katharinenkirche

"Inzwischen ist ja weithin sichtbar, dass es vorangeht!"

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Links der Kirchturm aktuell und rechts Ende April. Dr. Ludwig Waldmann vom Förderverein Katharinenkirche e.V. äußerte sich zum aktuellen Stand der Sanierungen.
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Mühldorf am Inn - Schon seit 2006 ist die Katharinenkirche für die Öffentlichkeit geschlossen und seit einer ganzen Weile laufen Sanierungsarbeiten. Wir haben uns vor Ort nach dem aktuellen Stand erkundigt.

"Es ist ja inzwischen weithin sichtbar, dass die Restaurierung vorangeht", freut sich Dr. Ludwig Waldmann vom Förderverein Katharinenkirche e.V.. "Der Kirchturm hat sein neues Kupferdach bekommen und der goldene Wetterhahn sitzt wieder drauf! Bei der Gelegenheit wurde auch der gesamte Verputz am Kirchturm erneuert und zwar genau nach dem Muster spätgotischer Zeit, das man ja an einigen Stellen der Kirche noch gefunden hat."

Die kritischen Phase in der Katharienkirche, als gerade erst die Standsicherheit gesichert wurde.

Nun leuchtet das Kirchturmdach geradezu hervor. Es ist sowohl von der Innenstadt aus, als auch wenn man über die St2550, die "alte B12" nach Mühldorf hinein fährt, gut sichtbar. 2006 musste die Kirche wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. "Das war nicht das erste Mal", bemerkt Waldmann, "Auch nach dem Zweiten Weltkrieg oder um 1750 war das schon mal der Fall. Aber diesmal war es besonders gravierend." Es wurden Notmaßnahmen getroffen, um die einsturzgefährdeten Gewölbe zu stützen. "Es hat dann nochmal zehn Jahre bis zur Mittelfreigabe für die Sanierung gedauert." Nun wird seit Mitte 2017 grundsätzliche die Standsicherheit wieder hergestellt, sowie der Dachstuhl, der Innenraum, der Außenputz aber auch die Kunstwerke in der Kirche saniert.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten

Überall auf den Gerüsten innen und außen an der Kirche sind derzeitig Handwerker eifrig damit beschäftigt, den alten Glanz der Kirche wieder herzustellen. "Die erste große Aktion im Inneren war die Wiederherstellung der Standsicherheit", berichtet Waldmann. "Dazu wurden die Mauern verschraubt. Leider bleiben diese Rundeisen auf Dauer sichtbar. Aber es ist nun mal die nachhaltigste Lösung der statischen Probleme!" Aktuell würde der Verputz noch bezüglich der Risse ausgebessert und die Farbe, wo sie lose ist, abgekratzt und die Oberfläche wieder hergestellt. "Außerdem werden im Anschluss daran die Fresken restauriert." 

Bilder von den Sanierungsarbeiten an der Katharinenkirche

"So wie es aussieht werden die Außenarbeiten weitgehend im Spätherbst diesen Jahres abgeschlossen sein, dann kann auch das Außengerüst verschwinden." Auch die Sanierung der Innenwände sollte dann soweit sein. "Die Restaurierung der Altäre und des plastischen Schmuckwerks geht dann mit Sicherheit weit ins nächste Jahr hinein. Es ist daher kaum denkbar, dass es vor Herbst 2020 zur Wiedereröffnung kommt." 

Bauamt trägt Kosten

Die Kosten für die Restaurierung sind mit 2,9 Millionen Euro veranschlagt und werden vom Staatlichen Bauamt Rosenheim getragen. Es gibt auch eine liturgische Neuausstattung für mehrere zigtausend Euro durch das Erzbischöfliche Ordinariat. "Dann bleibt aber noch einiges übrig, wofür der Förderverein noch Spender zu finden versucht." Dies beinhalte die Restaurierung der Orgel wofür rund 60.000 Euro veranschlagt würden. Außerdem würde der Verein gerne eine Sitzheizung für Konzerte oder Trauungen in der Kirche, einbauen. "Auch eine archäologische Untersuchung mit Radarwellen würden wir gerne durchführen, bei der man feststellen könnte, ob es einen Vorgängerbau vor dem romanischen Bau gab und wie der Absisbereich der romanischen Kirche aussah." 

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