„Best of“ bereits im September zu sehen

Heimat-Filmfestival für die Region - Sechs Standorte in vier Landkreisen

Zwei der sechs Filme, die im Vorfeld des Heimat-Filmfestivals gezeigt werden: „Corpus Christi“ (links) und „Für Sama“ (rechts)
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Zwei der sechs Filme, die im Vorfeld des Heimat-Filmfestivals „Biennale Bavaria International“ gezeigt werden: „Corpus Christi“ (links) und „Für Sama“ (rechts)

Landkreise – Auf der „Biennale Bavaria International“ sollen vom 21. bis 25. April 2021 rund 50 Filme gezeigt werden. Bereits im September 2020 soll es an den Standorten in Altötting, Burghausen, Haag, Mühldorf a. Inn, Trostberg und Wasserburg a. Inn einen Vorgeschmack geben. Dabei spielt der Begriff Heimat eine zentrale Rolle. 

Heimat ist das Thema des großen neuen Filmfestivals „Biennale Bavaria International“, das im April 2021 in der Inn-Salzach-Region gleich an sechs Standorten Premiere feiern wird. „Es werden mehr als 50 Filme gezeigt, es gibt Jury- und Publikumspreise sowie ein breites kulturelles Angebot“, so Günther Knoblauch, 1. Vorsitzender des Vereins Internationales Festival des Neuen Heimatfilms e.V. in einer Pressemitteilung des Veranstalters.


Filmfestival „Biennale Bavaria International“ feiert Premiere an sechs Standorten

Spielorte für das neue Filmfestival im April 2021 werden in Altötting, Burghausen, Haag, Mühldorf a. Inn, Trostberg und Wasserburg a. Inn sein. Es soll den Filmemacher/Innen, die sich mit „Heimat“ vielschichtig auseinandersetzen, eine neue Plattform bieten und mit einem interdisziplinären Rahmenprogramm zum gesellschaftspolitischen Diskurs anregen.


Ziel des Festivals sei es, für eine offene, lebendige Heimat zu werben, Menschen zusammenzubringen und Gemeinsamkeiten zu finden. Gefördert wird das Filmfestival von den teilnehmenden Kommunen, Städten und Landkreisen, dem Tourismusverband Inn-Salzach sowie dem FFF Bayern und organisiert vom Verein „Internationales Festival des Neuen Heimatfilms e.V.“.

Bewusst in ländlicher Region

Knoblauch betonte bereits von Anfang an, dass das Festival bewusst außerhalb der Metropole München stattfinden und so „künstlerische und touristische Impulse“ für die Region setzen solle. „Es wird eine herausragende Veranstaltung, wir geben unser Bestes dafür!“, so Knoblauch.

„Es wird den ganzen Tag Kino sein“, erklärte der aus Haag stammende Initiator Peter Syr sein Konzept bei dessen Vorstellung in Trostberg. An jedem Aufführungsort soll ein Genre im Mittelpunkt stehen. Beispielsweise in Altötting interreligiöse Filme, in Haag Nachwuchsfilme oder in Trostberg der Heimatkrimi. Jedoch sollen auch alle Filme zeitverzögert, in allen Kinos gezeigt werden.

Vorspiel im September: „Sechs besondere Filme, an sechs Orten in vier Landkreisen“

Einen Vorgeschmack soll nun eine dreitägige Kino- und Kulturreise „Neuer Heimatfilm unterwegs“ vom 25. bis 27. September 2020 bieten. „Sechs besondere Filme, an sechs Orten in vier Landkreisen, die sich mit Lebenssituationen in einer Heimat auf ganz unterschiedliche Art und Weise auseinandersetzen. Sie sind auf internationalen Festivals ausgezeichnet oder waren für den Oskar nominiert“, so Knoblauch über das Vorspiel des Festivals. Dabei wird der Heimatbegriff aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

Kuratiert werden Vorspiel und Festival von dem international tätigen Filmwissenschaftler und Festivalexperten Joachim Kurz. „Für mich persönlich ist Heimat ein ambivalenter Begriff – möglicherweise, weil ich selbst mit mehreren Heimaten aufgewachsen bin. Meine Erfahrung, dass Heimat nicht nur die eigene, sondern auch immer die Heimat des/ der Anderen ist, spiegelt sich in der Vielschichtigkeit der von mir ausgesuchten Filme“, so Kurz.

Es werden deutsche und internationale, oftmals preisgekrönte Filme verschiedener Kategorien gezeigt. Dazu werden Filmemacher, Schauspieler und Produzenten sowie andere Meinungsbildner für Q&A-Runden und Podiumsgespräche erwartet. Begleitet werden die Veranstaltungen mit einem interdisziplinären Rahmenprogramm.

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Die Filme in der Übersicht

Mühldorf, Freitag, 25. September, 18 Uhr: Landrauschen, Spielfilm von Lisa Miller

Toni ist in ihr Heimatdorf zurückgekehrt - keine Lust mehr auf Berlin und die große Selbstverwirklichung. Doch der Neuanfang geht gründlich schief: Statt einer Redaktionsstelle ergattert sie lediglich ein Praktikum beim Heimatteil der Lokalzeitung, ihre Eltern nehmen ihr jede Luft zum Atmen. Durch die lebensfrohe Rosa scheint indes alles plötzlich einen
neuen Sinn zu bekommen

Haag, Samstag, 26. September, 10 Uhr: Zu weit weg, Kinder- und Jugendfilm von Sarah Winkenstette

Da sein Heimatdorf einem Braunkohletagebau weichen soll, müssen Ben (12) und seine Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. In der neuen Schule ist er erst mal der Außenseiter. Und auch im neuen Fußballverein laufen die Dinge für den talentierten Stürmer nicht wie erhofft. Zu allem Überfluss gibt es noch einen weiteren Neuankömmling an der Schule: Tariq (11), Flüchtling aus Syrien, der ihm nicht nur in der Klasse die Show stehlt, sondern auch noch auf dem Fußballplatz punktet. Wird Ben im Abseits bleiben – oder hat sein Konkurrent doch mehr mit ihm gemeinsam als er denkt?

Burghausen, Samstag, 26. September, 15 Uhr: Ein verborgenes Leben, Drama von Terrence Malick

„Ein verborgenes Leben“ erzählt die Geschichte eines weithin unbekannten Helden. Der österreichische Bauer Franz Jägerstätter weigert sich standhaft, für die Wehrmacht zu kämpfen. Selbst im Angesicht der drohenden Hinrichtung bleibt er bis zuletzt davon überzeugt, seinem Gewissen folgen zu müssen. Getragen wird er von seinem tiefen Glauben und der unerschütterlichen Liebe zu seiner Frau Fani und den drei Kindern.

Trostberg, Samstag, 26. September: Die Szabo & Fitzthum Trilogie, Kurzfilme: Die Last der Erinnerung / Der Sieg der Barmherzigkeit / Die Schwingen des Geistes von Albert Meis

lImmer wieder treffen die beiden Musikwissenschaftler Szabo (der seit zehn Jahren erfolglos an seiner Promotion arbeitet) und Fitzthum aufeinander - meist in Szabos mehr als nur unaufgeräumter Wohnung. Weil Fitzthum Szabos Nachfolger als Assistent an der Uni ist, herrscht zwischen den beiden ein angespanntes Verhältnis - und doch müssen sie sich immer wieder zusammenraufen. Und das geschieht meist auf haarsträubend komische Weise.

Wasserburg, Sonntag, 27. September: Corpus Christi, Drama von Jan Komasa

Corpus Christi erzählt die Geschichte des 20-jährigen Daniel, der in der Jugendstrafanstalt eine spirituelle Wandlung durchmacht. Danach will er Priester werden, doch wegen seiner Strafakte ist das nicht mehr möglich. Als er für einen Job als Zimmermann in eine Kleinstadt geschickt wird, verkleidet er sich als Pfarrer. Für die Gemeinde, die nach einem traumatischen Ereignis unter Schock steht, ist die Ankunft des vermeintlichen neuen Pfarrers eine Chance, endlich die Tragödie hinter sich zu lassen.

Altötting, Sonntag, 26. September, 15 Uhr: Für Sama, Dokumentation von Waad Al-Kateab und Edward Watts

Die junge Studentin und Aktivistin Waad Al-Kateab gehörte mit zu jenen jungen Menschen, die im Zuge des Arabischen Frühling gegen Baschar al-Assad und dessen Baath-Partei auf die Straße gingen – in der Hoffnung auf ein neues, besseres und freieres Leben. Doch das Regime schlägt gnadenlos zurück, schlägt die Unruhen nieder und lässt Waads Heimat Aleppo über Jahre hinweg dem Erdboden gleichmachen. Waad bleibt während des Bürgerkrieges in Aleppo, heiratet einen Arzt und bekommt eine Tochter namens Sama. Ihr Mann richtet ein Krankenhaus ein, das am Ende das einzige seiner Art sein wird, das nicht in Grund und Boden gebombt wird. Obwohl sie mehrmals die Gelegenheit zur Flucht aus dem heftig umkämpften Aleppo gehabt hätten, bleiben sie, weil sie den Menschen dieser Stadt verpflichtet sind - bis die Stadt schließlich von den Regierungstruppen eingenommen wird.

jz/Pressemitteilung Internationales Festival des Neuen Heimatfilms e.V.

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