Fachraum für knapp 50.000 Euro saniert

"Wahnsinn, wie die Gerätschaften veralten"

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Nur eine von vielen technischen Errungenschaften im von Grund auf sanierten Fachraum für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Ein sogenannter Pufferspeicher. Diesen sollen die Berufsschüler in einem Projekt mit einem Solarkollektor und einem Holzpelletkessel zu einer funktionstüchtigen Anlage verbinden.
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Mühldorf - So teuer wie ein Mittelklasseauto und so gut ausgestattet wie ein kleiner Betrieb: In der Berufsschule I wurde ein Fachraum von Grund auf saniert.

Insgesamt hat der Umbau des Fachraumes für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik beinahe 50.000 Euro gekostet, wobei einen Teil der Ausstattung mit einem Gesamtwert von 13.000 Euro von Unternehmen finanziert wurde. Der Lohn der Investition ist ein von Grund auf sanierter Unterrichtsraum für angehende Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Nicht nur die Blickrichtung der Berufsschüler hat sich mit dem Umbau geändert (die Tafel wanderte zur entgegengesetzten Wand des Raumes). Der Fachraum ist nun auch mit zeitgemäßen Anlagen für einen praxisorientierten Unterricht ausgestattet.

"Es ist Wahnsinn, wie die Gerätschaften veralten", erzählte Bartholomäus Gisser, ständiger Vertreter des Schulleiters und Teil des Lehrerteams Metalltechnik, zu dem auch die Anlagenmechaniker gehören, im Gespräch mit unserer Redaktion. "Wir müssen in der Berufsschule schauen, dass wir mithalten", so Gisser, der darauf verweist, dass die Betriebe wesentlich eher von den Herstellern über Neuerungen informiert würden als die Berufsschulen.

Theorie und Praxis in einem Fachraum

Rund trifft eckig: Sogar die Lüftungsrohre an der Decke werden in den Unterricht integriert.

An der Tafel die Theorie lernen, in Arbeitsgruppen Projekte vorbereiten, an den (noch zu installierenden) Computern für die Projekte recherchieren und abschließend an den vielen Gerätschaften die Praxis einüben - so soll das Unterrichtskonzept im Fachraum aussehen. Gleich drei Gasbrennwertgeräte hängen nun an der Wand, hinzu kommt eine große "kontrollierte Wohnraumlüftung", die in Häusern mit geschlossenen Gebäudehüllen Pflicht ist. "Die Berufsschüler können den Aufbau der Geräte sehen, mit den Herstellerunterlagen Wartungsarbeiten durchführen", erläuterte Gisser in einer Ansprache den Zweck der Anlagen.

Sogar die unterschiedlichen Lüftungsrohre, die an der Decke entlanglaufen - mal sind sie eckig, mal sind sie rund - erfüllen einen pädagogischen Zweck, denn sie stellen die Berufsschüler vor komplexe Rechenaufgaben. "Wir sind schon ein bisschen stolz auf das Ganze", so Gisser. Außerdem ist der Raum mit einem thermischen Solarkollektor, einem Pufferspeicher und einem Holzpelletkessel ausgestattet. In einer großen Projektarbeit werden die Berufsschüler die drei Geräte miteinander verrohren und funktionstüchtig machen.

"Nach sechs Wochen war alles picobello"

Schulleiter Wolfgang Gaigl zeigte sich in einer kurzen Ansprache ebenfalls stolz auf den runderneuerten Fachraum. Gaigl ist außerdem glücklich, wie schnell die arbeiten über die Bühne gegangen sind. Zum Jahreswechsel sei sogar der Estrich draußen gewesen, doch schon sechs Wochen später sei alles "picobello" gewesen. Der Schulleiter schwärmte von einem "hellen, freundlichen Raum, der - ich sage das jetzt mal ganz frech - optimale Lernbedingungen bietet".

Landrat Georg Huber betonte in seiner Rede die Bedeutung der Berufsausbildung. Es werde geklagt, wenn es keine Fachkräfte gibt, doch die wenigsten schauten in die Berufsschulen rein, so der Landrat, der die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft lobte. Diese Zusammenarbeit werde auch in Zukunft die Berufsschule immer in einen zeitgemäßen Zustand versetzen. Die Kosten in Höhe von knapp 50.000 Euro verteidigte Huber mit dem Fortschritt der Technik. "Das sind Heizungssysteme. Wenn man sich seine eigene Heizung anschaut - das schaut ganz anders aus."

Fachraum der Berufsschule I von Grund auf saniert

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