Experte zu angeblicher Vergewaltigung durch Asylbewerber in Mühldorf

"Es interessiert keinen, ob die Meldungen stimmen oder nicht!"

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Mühldorf - Ein Flüchtling, ein Verbrechen, ganz viele Ausrufezeichen – und fertig ist die Falschmeldung. Im Internet machen erfundene Nachrichten immer öfter die Runde. Die sind so hanebüchen wie gefährlich, wie jetzt das neueste Beispiel aus Mühldorf zeigt. Lesen Sie, was ein Experte sagt:

Ein Flüchtling hat im schönen Mühldorf angeblich ein 17 Jahre altes Mädchen vergewaltigt. Das hat Ramona S. (Name geändert) von ihrer Tochter erfahren, die es von ihrer Freundin weiß, die es von einer Nachbarin gehört hat. Die Nachbarin muss es wissen, sie arbeitet in jener Klinik, in der das Mädchen behandelt wurde. Aber sie darf nichts sagen, Anweisung von ganz oben. Deswegen muss sich Ramona S. Luft machen. Sie ist „stocksauer!!“. Weil man nirgendwo sonst so wunderbar „stocksauer“ sein kann, postete Ramona S. die Geschichte am Dienstag bei Facebook

Dort wurde sie vielfach geteilt, die Empörungsmaschine lief heiß und kühlte auch nicht ab, als die Polizei das Ganze als Lüge entlarvte. Es liege keine Anzeige vor, betont Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Auch die Klinik habe einen solchen Fall nicht gemeldet, obwohl sie dazu verpflichtet wäre. "Das ist eine glatte Falschmeldung", sagt Sonntag. Und bei Weitem nicht die erste. (...)

Das Phänomen selbst sei nicht neu, sagt Frank Ziemann, aber seit Sommer 2015 steigt die Zahl der „Fake news“ deutlich an. Ziemann betreibt die Internet-Seite hoax-info.de und sammelt dort Falschmeldungen. Er sagt: "Vor allem in den sozialen Medien wird seit einer Weile gezielt Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht." Über Facebook sind Meldungen dieser Art besonders effektiv, weil sie nicht von irgendwem geteilt werden, sondern von Freunden, denen man leicht Glauben schenkt. „Dabei interessiert es keinen, ob die Nachrichten stimmen oder nicht“, sagt Ziemann. „Sie entsprechen dem, was die Leute glauben wollen.“

Die komplette Geschichte lesen Sie auf unserem Partnerportal merkur.de.

tz/mw

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