Mühldorfer Floriansjünger gefordert

Feuerwehren beklagen Belastung durch unnötige Einsätze

+
Der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch.

Mühldorf am Inn - Die Feuerwehr löscht Brände und hilft bei Verkehrsunfällen – allerdings holt sie auch verirrte Kätzchen von Bäumen oder müssen Türen öffnen.

Die immer stärker werdende Beanspruchung der Freiwilligen Feuerwehren war ein Thema eines Informationsgesprächs über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren in der Region, zu dem sich der SPD-Heimatabgeordnete Günther Knoblauch mit Vertretern der drei Mühldorfer Wehren getroffen hat. 

Diese steigende Beanspruchung durch Einsätze, bei denen keine Gefahr im Verzug ist, führt zu sinkender Akzeptanz durch die Arbeitgeber. „Das ist eine gefährliche Entwicklung“, warnt MdL Günther Knoblauch. Der sich deshalb an Innenminister Joachim Herrmann und den Polizeipräsidenten gewandt hat, um eine Überarbeitung des Alarmierungssystems zu erreichen.

Knapp die Hälfte der Einsätze sind überflüssig

Die freiwilligen Feuerwehren werden laut der Schilderung immer häufiger zu Amtshilfen gerufen. Beklagt wurde insbesondere, dass die Alarmierung sehr undifferenziert erfolgt und jede Alarmierung an alle Einsatzkräfte geht. Benötigt wird oft nur einer oder zwei Feuerwehrleute. 

In vielen Fällen hätten auch professionelle Firmen gerufen werden können. Als Beispiele wurden Türöffnungen genannt, oder Hilfe beim Besteigen eines Daches, wo geprüft werden sollte, ob Subventionsbetrug vorliegt. Bei Unfällen warten die Einsatzkräfte oft längere Zeit auf den Abschleppdienst, da diese Dienstleister keine Zeitvorgabe einhalten müssen. Die Unfallstelle muss aber gesichert bleiben. Bei der Mühldorfer Feuerwehr sind bei rund 180 Einsätzen im Jahr rund 80 eigentlich überflüssig.

Das liegt neben dem Missbrauch durch Private auch an der Alarmierung durch die Leistelle. Abgestufte Einsätze gibt es nicht, alarmiert werden immer alle Einsatzkräfte. Bei kleinen Einsätzen könnten beispielsweise nur die Gerätewarte zum Einsatz kommen. „Wir sind auf den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrleute angewiesen und sollten ihn auch entsprechend würdigen“, betont Knoblauch, „und nicht durch bürokratische Hürden erschweren. Hier muss sich dringend etwas ändern.“

Pressemmitteilung Abgeordnetenbüro Günther Knoblauch

Zurück zur Übersicht: Mühldorf am Inn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser