Pressemitteilung Bündnis 90/DIE GRÜNEN KV Mühldorf

"Nie wieder darf die Mehrheit schweigen!"

Mühldorf - Anlässlich des Holocaust-Gedenktages kam Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestages, am 26. Januar nach Mühldorf. Es wurden Erinnerungen und Erfahrungen ausgetauscht sowie die Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart besucht.

Zu Ehren des diesjährigen Holocaust-Gedenktages stattete MdB Claudia Roth, die Vizepräsidentin des Bundestages, der Stadt Mühldorf am 26. Januar einen Besuch ab. Trotz einer starken Erkältung ließ sie es sich nicht nehmen, ihr Versprechen - gegeben bei ihrem letzten Besuch anlässlich der Bezirksversammlung der oberbayerischen Grünen im April 2018 - einzulösen. 

Zum Auftakt wurde Frau Roth von Bürgermeisterin Marianne Zollner empfangen. Mit dabei waren MdL Andreas Krahl, Sprecher der Grünen Fraktion für Pfege und Senioren, die grünen Stadträte Georg Gafus und Oskar Rau, sowie Kreisrätin Cathrin Henke und Kreissprecherin Judith Bogner. 

Bei einer Kanne heißem Tee tauschten sich Bundestagsvizepräsidentin und Bürgermeisterin über ihre Erfahrungen mit dem Erinnern an den Holocaust aus. Beide hatten Max Mannheimer persönlich gekannt und ehrten seinen unermüdlichen Einsatz für das Gedenken. 

Marianne Zollner berichtete von der Eintragung der Überlebenden des KZ-Lagers Mühldorfer Hart in das Goldenene Buch der Stadt anlässlich der Eröffnung der Gedenkstätte 2018. Dieser Moment habe sie tief berührt. Sie empfand es als wichtig, durch diesen Akt einen Teil der Menschenwürde wiederherzustellen. 

Claudia Roth stimmte aus ganzem Herzen zu. Zur Erinnerungskultur gehöre es, die Opfer und ihre Namen sichtbar zu machen und Raum für Gedenken und Versöhnung zu schaffen. Noch immer würden manche NS-Verbrechen erst jetzt einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Als Beispiel berichtete sie von ihrer Reise nach Kreta im Februar 2018 und ihrer Teilnahme an der ersten offziellen Gedenkfeier in Erinnerung an die Zerstörung und Auslöschung der Gemeinde Tympaki.

Zum Abschluss trug sich Frau Roth im historischen Sitzungssaal mit den folgenden Worten ins Goldene Buch der Stadt ein: “Ich wünsche den Menschen in Mühldorf ein Leben in Frieden und Zusammenhalt auf Basis unseres Grundgesetzes und des wunderbaren Artikels 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jedes Menschen!” 

Anschließend besuchte die Bundestagsvizepräsidentin die Ausstellung “Alltag, Rüstung, Vernichtung: Der Landkreis Mühldorf im Nationalsozialismus” im Haberkasten, die mit der KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart einhergeht. 23 weitere Interessierte waren der offenen Einladung zum Holocaust-Gedenken gefolgt und nahmen an der rund zwei Stunden dauernden Führung von Hannes Roth teil. Die Bundestagsvizepräsidentin lauschte aufmerksam und stellte Fragen zu einzelnen in der Sammlung beschrieben Personen und Ereignissen. Am Ende dankte Frau Roth ihrem Namenskollegen für seine kompetenten Ausführungen und bezeichnete die Ausstellung als wichtigen Teil der Erinnerungskultur. 

Zum Abschluss ging es ins gut gefüllte Cafe Milja. Dort griff Frau Roth die Worte von Max Mannheimer auf: “Wiedergutmachung ist nicht möglich. Aber es ist möglich Vertrauen zu schaffen, dass es nicht wieder passiert”. Nie wieder dürfte die Mehrheit schweigen, so Claudia Roth. Sie verwies insbesondere auf die AfD und deren gezielte Angriffe auf den demokratischen Rechtsstaat sowie die Verächtlichmachung der Institutionen und MandatsträgerInnen. Man dürfe nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern müsse die Stimme erheben und Gesicht zeigen - so wie Charlotte Knobloch in ihrer Gedenkrede im bayrischen Landtag. 

Deshalb sei auch die Europawahl im Mai wichtiger denn je. Der Brexit zeige, wie wertvoll Europa sei. Es ginge darum, 70 Jahre Frieden und wirtschaftliche Freizügigkeit in der Heimat Europa zu verteidigen. Dafür brauche es ein starkes rechtsstaatliches Europa.

Pressemitteilung Bündnis 90/DIE GRÜNEN KV Mühldorf

Rubriklistenbild: © Bündnis 90/DIE GRÜNEN KV Mühldorf

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