Bürgermeisterkandidat Andreas Seifinger (UWG)

Seifinger: "Mühldorf steht vor großen Aufgaben"

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Bürgermeisterkandidat Andreas Seifinger (UWG)

Mühldorf - Ein neues Konzept für eine Ehrenamtskarte und ein gebührenfinanziertes Parkdeck: Diese Pläne hat Bürgermeisterkandidat Andreas Seifinger (UWG) für die Stadt.

Stadtplatz 58, Verkehr und die Zukunft der Vereine: Unsere Redaktion hat den Mühldorfer Bürgermeisterkandidaten Dr. Georg Gafus (Grüne), Stefan Lasner (CSU), Andreas Seifinger (UWG), Karin Zieglgänsberger (Freie Mühldorfer) und Marianne Zollner (SPD) 13 Fragen zur Mühldorfer Stadtpolitik gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Andreas Seifinger:

Was ist in den letzten Jahren richtig gelaufen in der Stadt?

Mühldorf hat sich als Einkaufsstadt sehr gut entwickelt. Die Zentralitätskennziffer von 257 bringt zum Ausdruck, dass der Umsatz im Bereich Einzelhandel mehr von Kunden aus dem Umland kommt als von den Mühldorfer Bürgern. Die Wirtschaft allgemein hat sich gut entwickelt. Das städtische Kulturprogramm ist eines der vielfältigsten und  hochwertigsten in der Region. Dies hat uns einen hohen Imagewert verschafft.

Was hätte man in den letzten Jahren besser machen können?

Die Infrastruktur konnte mit dem wachsenden Verkehr nicht mehr schritthalten. Da möchte ich ansetzen und Lösungen finden. Die Vereine sollten wir noch besser in das Gesamtangebot einbinden, sowohl terminlich als auch werblich.

Welche politischen Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen?

Gute Politik wird von Menschen für Menschen gemacht. Das Wohl der Bürger einer Stadt hat Vorrang vor parteipolitischen Interessen einerseits und Interessen einzelner Personen andererseits. Als Bürgermeister möchte ich dieses Bewusstsein in allen Gremien schärfen, damit für die Stadt Mühldorf und ihre BürgerInnen immer das Beste und Sinnvollste herauskommt.

Welche wirtschaftliche Entwicklung wünschen Sie sich für die Stadt und wie wollen Sie diese unterstützen?

Die positive Entwicklung des Einzelhandels möchte ich unterstützen, denn der Handel ist das Herz unserer Stadt. Im Bereich Produzierendes Gewerbe gilt es ebenso an der Entwicklung anzuknüpfen. Ca. 50% der Gewerbesteuereinnahmen kommt von Unternehmen, die sich in den letzten zehn Jahren in Mühldorf angesiedelt haben. Von daher möchte ich für optimale Rahmenbedingungen für Investitionen durch neue und bestehende Unternehmen sorgen. Unternehmensgründungen und Innovationen möchte ich ebenfalls unterstützen. 

Was muss mit dem Haus am Stadtplatz 58 geschehen? Sollte es abgerissen oder saniert werden?

Die UWG befürwortet nach einem nicht zugelassenen Bürgerbegehren und einem (vorläufig, wenn auch nicht rechtskräftig) gescheitertem Ratsbegehren eine komplette Neukonzeption des Areals „Stadtplatz 58“.  Sanierung und Abriss des Gebäudes sind unter ökonomischen, ökologischen und bauhistorischen Gesichtspunkten abzuwägen.  Ich will Transparenz in den Entscheidungsprozess bringen und die Öffentlichkeit offen über das Verfahren informieren.

Wie soll der Standort am Stadtplatz 58 künftig genutzt werden?

Das Gebäude ist breit genug, um dort ebenerdig zwei Flächen nebeneinander zu nutzen. In dieser 1A-Handelslage ist mindestens eine Seite für den Handel zu verwenden, um den Stadtplatz noch attraktiver zu machen. Als Zweites könnte ein Betrieb der Gastronomie oder Hotellerie entstehen. Die Grünfläche dahinter wäre als Biergarten oder kleine Parkanlage ideal genutzt. In jedem Fall muss sich die Fassade harmonisch in das Stadtbild einfügen sowie sichere Mieteinnahmen erzielt werden. 

Wer soll über die Zukunft des Hauses am Stadtplatz 58 entscheiden, der Stadtrat oder die Bürger in einem weiteren Bürgerentscheid?

Formal obliegt die Entscheidung der Stadtbau GmbH, die im Eigentum des Gebäudes und des Grundstücks ist. Die Stadtbau ist eine 100%ige Tochter der Stadt. Der neue Stadtrat, dem die Mühldorfer Bürgerinnen und Bürger durch ihre Wahl am 16. März ihr Vertrauen schenken, soll maßgeblich bei der Entscheidungsfindung mitwirken. Ein Bürgerentscheid ist aus meiner jetzigen Sicht nicht notwendig.

Wie wollen Sie generell künftig die Bürger in die Entscheidung über größere Projekte und Vorhaben einbinden?

Einrichtungen wie die „Mühldorfer Stadtgespräche“, die für alle BürgerInnen offen sind, bieten ein  geeignetes Forum, bei der Meinungen und Positionen gebündelt und herausgearbeitet werden können. Diese sollen im Stadtrat gehört werden und damit in die Entscheidungsfindung einfließen. 

Wo könnte Ihrer Meinung nach ein neues Sportzentrum entstehen?

Ich bin für die Errichtung eines Sportgeländes in Mühldorf auf dem Areal rund um die neu gebaute Mittelschule. Dort soll insbesondere der FC Mühldorf eine Heimat finden, aber auch andere Sportarten. Zudem soll geprüft werden, ob auch gewerblich genutzte Flächen dort realisierbar sind. Angedacht sind Gastronomie, Physiotherapeuten, Sportmediziner, Fitness-Studios und vergleichbare Berufe. Die Gegend ist verkehrstechnisch optimal erschlossen, durch den geplanten Bau des Stegs über den Innkanal problemlos für Kinder und Jugendliche per Rad erreichbar.

In welcher Form sollte die Stadt die Mühldorfer Sportvereine künftig unterstützen?

Ich sehe meine Aufgabe als Bürgermeister und die Aufgabe der Stadt, gemeinsam mit den Vereinen zukunftsfähige Konzepte und Lösungen für Sportstätten, Vereinsheime, Infrastruktur, Personal u.a. zu erarbeiten. Die Stadt sollte die Funktion von Koordination und Moderation einnehmen, ggf. unter Hinzunahme von externen Spezialisten. Vereine sollen gemäß der geltenden Mühldorfer Förderrichtlinien unterstützt werden.

In den Vereinen sind viele Menschen ehrenamtlich tätig. Diese ehrenamtliche, unentgeltliche Leistung braucht eine höhere Wertschätzung in der Gesellschaft. Als Ausdruck dieser Wertschätzung möchte ich ein neues Konzept für eine Ehrenamtskarte entwickeln, das attraktive ortsnahe Angebote enthält. Darin sollten städtische Angebote (wie Freizeitbetriebe) und Angebote aus Gastronomie und Einzelhandel enthalten sein. Von dieser Ehrenamtskarte sollen neben den Engagierten der Sportvereine auch Aktive aus allen Mühldorfer Vereinen profitieren können.

Welche Verkehrsprojekte muss die Stadt in Angriff nehmen und wie können diese finanziert werden?

Spätestens bei der massiven Ausweitung der Baugebiete im Norden hätte eine stärkere Berücksichtigung des damit einhergehenden Verkehrs erfolgen müssen. Lösungen sehe ich in der Errichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Nordtangente und Mößlinger Straße, Eine Entlastung könnte auch durch eine zusätzliche Straße von Mößling bis zur Nordtangente erreicht werden. Da es sich hierbei nicht nur um städtische Straßen handelt, muss der Dialog mit dem Freistaat und dem Landkreis gesucht werden.

Braucht die Stadt ein Parkdeck und wie könnte es finanziert werden?

Auf dem Gelände des Zentralparkplatzes, hinter dem Hallenbad, soll ein Parkdeck mit zwei bis drei Geschossen entstehen. Damit können wir ca. 200 neue Parkplätze schaffen. Für die Finanzierung käme z.B. die Stadtbau GmbH als Betreiber in Frage, die wiederum Mieteinnahmen von Dauerparkern (Anwohner, Geschäftsinhaber, Angestellte) und aus Parkgebühren erzielen könnten.

Später könnte auf der Fläche des jetzigen Hallenbades ein Lebensmittelmarkt entstehen, mit zusätzlichem Parkraum darunter.

Warum sollten die Wähler gerade Ihnen das Vertrauen schenken?

Als Gründer und Geschäftsführer eines Unternehmens übe ich seit mehr als einem Dutzend Jahren eine leitende und verantwortliche Funktion mit großem Engagement und Leidenschaft aus. Es gehört zu meinen Aufgaben, Menschen zu motivieren und zu führen. Ich habe außerdem bewiesen, dass ich Finanzverantwortung übernehmen kann. In mehreren Verbänden bin ich ehrenamtlich engagiert – wirtschaftlich und sozial. Gesprächskultur ist mir wichtig - im Stadtrat und auch sonst. Mühldorf steht vor großen Aufgaben. Ich stelle mich dieser Herausforderung und möchte unsere Heimatstadt in eine sichere und lebenswerte Zukunft führen. Als Familienvater stehe ich mit meinen 44 Jahren in der Mitte des Lebens und in der Mitte der Gesellschaft. Ich bin reif und bereit, das Bürgermeisteramt anzutreten.

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