Mauern und Deiche bei der Firma ODU und der Kläranlage

2,28 Millionen Euro für den Hochwasserschutz

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Umweltminister Dr. Marcel Huber hat das ODU-Firmengelände besichtigt. Gemeinsam mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim (hier im Bild: Paul Geisenhofer) erläuterte Huber die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen entlang des Inns.
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Mühldorf - Für einen Millionenbetrag sollen die Firma ODU und die städtische Kläranlage vor hundertjährlichen Hochwassern geschützt werden. Wann es mit dem Bau losgehen kann:

Bei einem Ortstermin haben Umweltminister Dr. Marcel Huber und das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim gemeinsam mit der amtierenden Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sontag und Vertretern der Firma ODU über die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Inn informiert. ODU liegt ganz im Osten der Stadt unmittelbar am südlichen Ufer des Inns, 2005 musste sich die Firma mit tausenden Sandsäcken gegen ein 100-jährliches Hochwasser stemmen. "Sehr brisant" sei die Situation damals gewesen, schilderte ODU-Geschäftsführer Kurt Woelfl.

Damals gab es bereits das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm "2020", 1,6 Milliarden Euro aus diesem Programm sind inzwischen bayernweit verbaut. Seit dem Pfingsthochwasser im vergangenen Jahr stehen im Rahmen des Aktionsprogramms "2020 Plus" weitere Mittel zur Verfügung, der Freistaat wird von nun an 1,8 Milliarden Euro investieren, insgesamt also 3,4 Milliarden Euro - unter anderem in Mühldorf.

Kosten noch nicht im Haushaltsplan aufgeführt

ODU-Geschäftsführer Kurt Woelfl neben Ilse Preisinger-Sontag

Schätzungsweise 2,28 Millionen Euro wird die Maßnahme bei ODU kosten, Mühldorf muss rund eine Million Euro beisteuern. Im Haushaltsplan der Stadt sind gegenwärtig nur die Planungskosten des Vorhabens aufgeführt, doch Umweltminister Huber hat keine Zweifel, dass die Stadt die Mittel bereitstellen wird. "Die Argumente liegen quasi auf dem Tisch."

Von einem hundertjährlichen Hochwasser am Inn wäre neben ODU auch die städtische Kläranlage weiter westlich betroffen. "Eine Überflutung der Kläranlage wäre nicht lustig", sagte Huber. Ilse Preisinger-Sontag lies keinen Zweifel daran, dass die Stadt das Vorhaben nach Kräften unterstützen wird. "Die Stadt Mühldorf wird alles tun, damit das möglichst schnell geht."

Ein Deich schließt die Baumaßnahme ab

Hinter dem Gelände von ODU auf Höhe der Bäume soll der Deich errichtet werden.

Im Mühldorfer Osten soll am Inn entlang auf Höhe von Rennbahn, Stadtsaal, Kläranlage und ODU der Hochwasserschutz mit Hilfe einer Mauerlösung verbessert werden. Am östlichen Ende der Maßnahme bei der Firma ODU soll abschließend ein Deich errichtet werden. Das gesamte Areal hinter den Mauern und dem Deich kann dann von einem hundertjährlichen Hochwasser nicht mehr erreicht werden.

Das Vorhaben ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Bauabschnitt 1 betrifft die Kläranlage und die Firma ODU, Bauabschnitt 2 betrifft das Areal westlich davon. Im Bereich von Bauabschnitt 2 wäre nur eine relativ kleine Fläche von einem hundertjährlichen Ereignis betroffen (die Rennbahn und der Stadtsaal würden zum Beispiel nicht überspült), in Bauabschnitt 1 jedoch könnte das ODU-Gelände zu einem großen Teil überspült werden. Auch deshalb wird die Maßnahme in zwei Bauabschnitten realisiert.

"Einige Anlieger sind dagegen"

Im Osten könnte alles vergleichsweise zügig vorangehen, dort sind keine Anwohner betroffen, die das Verfahren mit eventuellen Klagen verzögern könnten. Im Idealfall könnte schon Anfang 2015 der Planfeststellungsbeschluss vorliegen. Anschließend läuft die Ausführungsplanung, Aufträge müssen ausgeschrieben werden und mit der Stadt Mühldorf muss eine Finanzierungsvereinbarung getroffen werden, sodass schließlich 2016 mit dem Bau begonnen werden kann.

Bei Bauabschnitt 2 könnte es länger dauern. "Einzelne Anlieger sind dagegen", berichtete Paul Geisenhofer vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim. Geisenhofer rechnet damit, dass Einzelgespräche mit den Anwohnern vor Ort nötig sein werden. "Es muss natürlich vor Ort gewollt werden", stellte Umweltminister Huber klar. "Beschleunigen kann es nur jemand vor Ort", so Huber.

Rückstau durch Mauerlösung ausgeschlossen

Der Bauabschnitt bei ODU und der Kläranlage ist von möglichen Klagen bei Bauabschnitt 2 nicht betroffen, dort kann also auch dann gebaut werden, wenn sich die Planungen bei Bauabschnitt 2 verzögern sollten. Die geplanten Vorrichtungen in Bauabschnitt 1 haben ihrerseits keinen Einfluss auf die Hochwassergefahr im zweiten Bauabschnitt. Es ist also ausgeschlossen, dass beispielsweise ein Mauerwerk auf Höhe der Kläranlage das Wasser so weit Richtung Westen zurück taut, dass das Areal in Bauabschnitt 2 stärker überflutet würde als zuvor.

Huber stellte klar, dass es keine Baugenehmigung gäbe, wenn eine Hochwasserschutzmaßnahme den Hochwasserschutz anderswo verschlechtern würde.

Umweltminister Huber besichtigt das ODU-Gelände

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