Endlich Pläne für Kingdom Parc-Areal in Altmühldorf

„Ich bin heilfroh, dass wir diesen grausligen Schandfleck endlich loswerden“

Das Kingdom Parc-Gelände in Altmühldorf.
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Das Kingdom Parc-Gelände in Altmühldorf.

Mühldorf am Inn - Jahrelang tat sich kaum etwas. Nun will hat ein Investor das Kingdom Parc-Gelände erworben und hat dafür auch bereits Pläne.

„Ich habe einen ganzen Ordner zu dem Thema und es ist noch nie was daraus geworden. Ich war hocherfreut, dass da endlich was vorwärtsgeht“, berichtete Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner dem Stadtrat. Dieser beschloss in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich eine Änderung für das Areal in Altmühldorf, auf dem sich der „Kingdom Parc“ befindet. Das Gelände wurde vor kurzem von einem Investor aus Hannover gekauft. Dieser hatte nun, um seine Pläne für das Gelände möglich zu machen, die baurechtliche Umwidmung von einem „Sondergebiet Kino/Discothek“ zu einem Gewerbegebiet beantragt.


Kingdom Parc-Areal in Altmühldorf lag jahrelang brach - Investor beantragt nun für seine Pläne Umwidmung zu Gewerbegebiet

Das Kingdom Parc-Areal liegt seit vielen Jahren brach. 2014 wurde er übergangsweise als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Davor und danach wurden immer wieder neue Pläne für seine Verwendung diskutiert und dann wieder verworfen. Zuletzt war das Gelände 2018 in den Schlagzeilen, als die Option einer Zwangsversteigerung ins Gespräch kam. Daraus wurde dann aber doch nichts. Nun hat es ein Investor aus Hannover erworben.


„Wir haben da schon Vorgespräche mit der Regierung geführt“, berichtete Stadtbaumeisterin Weichselgartner. „Dabei wurde uns ganz klar mitgeteilt, dass eine Wohnbebauung dort nicht denkbar ist. Genauso wenig beispielsweise ein Einkaufszentrum oder ähnliches. Stattdessen wurde uns eine Nutzung als Gewerbegebiet ausdrücklich angeraten. auch deshalb, weil so eine Neuversiegelung von Fläche für solche Zwecke vermieden werden kann.“

„Froh, dass wir Schandfleck endlich loswerden“

„Ich bin heilfroh, dass wir diesen grausligen Schandfleck endlich loswerden“, betonte Angelika Kölbl (SPD). „Für dieses Trumm, dass man noch dazu gut von der Straße aus sieht, wurden wir ja im ganzen Umland ausgelacht!“ Als Altmühldorfer könne er das nur befürworten, erklärte auch Gottfried Kirmeier (SPD). „Nur sollte man dann besonders auf den Lärmschutz achten. Als da noch ein Disco-Betrieb war, konnte das teilweise schon an der Grenze des erträglichen sein, auch wenn die zulässigen Werte eigentlich nicht überschritten wurden. Das liegt an den örtlichen Gegebenheiten, Lärm wird da wenn beispielsweise Westwind herrscht, verstärkt.“

„Wir sollten sicherstellen, dass da produzierendes Gewerbe hinkommt und beispielsweise keine Logistik-Halle. Sonst wird es mit den für uns so wichtigen Gewerbesteuer-Einnahmen mau ausschauen“, bemerkte Claus Debnar (Linke). „Mit diesem Beschluss geben wir die Chance aus der Hand, das irgendwie anders zu nutzen“, kritisierte Matthias Kraft (Grüne). „Wenn man sich anschaut, was dieser Investor sonst schon gebaut hat, sind das meistens Logistikzentren. Wenn wir ihm jetzt die Umwandlung zum Gewerbegebiet genehmigen, behauptet er dann als nächstes, außer so einer Halle würde sich nix rentieren.“

Hetzl: Geht erstmal nur um Umwidmung

„Es geht hier heute erstmal nur um diese Umwidmung“, betonte Erster Bürgermeister Michael Hetzl (UM). „Was dann genau dort entsteht, das steht ja noch gar nicht zur Debatte. Da können wir dann, wenn es um einen Bauantrag geht noch gut steuern“, führte er weiter aus. „Nebenbei bemerkt: Wir haben ja schon ein Logistikzentrum von Netto und die sorgen für sehr schöne Gewerbesteuer-Einnahmen.“

„Ich sehe keinen Grund gegen eine solche Nutzung“, stimmte ihm Markus Saller (UM) zu. „Das ist doch eine tolle Chance dafür, dass aus dieser Brachfläche endlich was wird!“

hs

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