So denken die OVB24-Leser über den Polizeieinsatz

Schlittenberg in Mühldorf geräumt: „Verbitterte Nachbarn“ oder „Idioten, die einfach daheim bleiben sollten“?

Der Polizeieinsatz am Mittwoch, 6. Januar, am Schlittenberg an der Burhenne in Mühldorf wird von vielen Diskussionen begleitet. Dies zeigt auch ein Blick auf die Facebook-Seiten von OVB24. Vollkommen überzogen oder leider notwendig - die Meinungen gehen auseinander:

Mühldorf am Inn - Der Schlittenberg an der Burhenne ist der längste und beliebteste Schlittenberg innerhalb der Stadt. Am Dreikönigstag, am Mittwoch den 6. Januar, kam es hier gleich zwei Mal zu einem Einsatz der Polizei. Anwohner hatten die Beamten gerufen, weil „zu viele Personen mit fehlendem Abstand“ unterwegs gewesen seien, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage von ovb-online.de bestätigte (Plus-Artikel).


Die Beamten vertrieben anschließend die rund 80 Kinder und Eltern vom Schlittenberg und nahmen auch die Personalien der Erziehungsberechtigten auf, da sie laut Polizei gegen die Corona-Auflagen verstießen. „Es waren einfach zu viele Leute auf zu engem Raum“, sagte ein Polizeisprecher anschließend. Der Einsatz sei mit Stadt und Landratsamt abgesprochen worden.

Mühldorf: Hitzige Leser-Debatte um Polizeieinsatz am Schlittenberg an der Burhenne


In den sozialen Medien entfachte der Polizeieinsatz in Mühldorf heftige Debatten bei unseren Usern. „Jetzt wird den Kindern schon das Schlittenfahren nicht mal mehr gegönnt, frische Luft ist wichtig. Was sind das eigentlich für verbitterte Nachbarn, die sofort die Polizei rufen müssen?“ schreibt etwa ein Leser auf Facebook. Eine weitere Leserin sekundiert: „Ich frage mich, wo ist da der Raum zu eng? Ich sehe nur gut verteilte Menschen an einem Hang...“

Auch eine andere Userin macht ihrem Ärger über den Einsatz am Schlittenberg an der Burhenne Luft und trifft damit offenbar den Nerv vieler Leser: „Traurig und zu bemitleiden sind vor allem diejenigen, die die Polizei gerufen haben. Anscheinend haben sie nix besseres zu tun. Haben entweder keine Kinder oder sind einfach verbittert gelangweilt oder haben einfach vergessen, wie das ganze Leben aus Kinderaugen aussieht. Den Kindern die Freude am Schnee nehmen - also wirklich... gegen Schlittenfahren draußen mit Abstand ist nix aber auch gar nix einzuwenden auch im Lockdown nicht!“ 111 Likes erhielt sie dafür auf der Facebook-Seite von innsalzach24.de (Stand: Freitag, 8. Januar, 11.30 Uhr).

„Haltet mal den Ball flach, auch die Polizei macht nur ihre Arbeit“

Aber es gibt auch durchaus User, die Verständnis für das Vorgehen der Polizei am Dreikönigstag haben: „Wegen den Idioten, die da jetzt raus müssen und unbedingt Ski oder Schlitten fahren müssen, wird alles noch länger so bleiben! Ich verstehe es nicht. Ob es richtig oder falsch ist, sei mal dahin gestellt, aber wir wollen alle, dass der Dreck mal vorbei ist. Dann haltet euch doch auch einfach mal paar Wochen daran, was gesagt wird und hört auf, die Polizisten zu beschimpfen - die machen nur ihren Job und das was ihnen gesagt wird, auch wenn einige der Polizisten das vielleicht auch nicht korrekt finden, was passiert ist, bleibt es ihr Job! Es nervt so! Jeder will, dass wir wieder normal leben können, aber durch solche, die da auf die Berge rennen, geht es weiter und weiter.“

Eine weitere Facebook-Userin versteht nicht, dass alle zum Schlittenberg an der Burhenne rennen mussten: „Rund um Mühldorf gibt es genug Hügel, wo man fahren könnte. Muss man sich halt mal bisschen umschauen. War doch klar, wenn alle dahin stürmen, dass das aufgelöst wird.“ Ein anderer Leser schreibt: „Haltet den Ball mal flach, denn auch die Polizei macht nur ihre Arbeit. Es ist für keinen leicht und hin und wieder sieht es auch anders aus.“

Rodelberg an der Burhenne bleibt unter Auflagen geöffnet

Trotz des Polizeieinsatzes bleibt der Schlittenberg an der Burhenne in Mühldorf aber geöffnet. „Nach Abstimmung mit Landratsamt und Polizei wird die Kreisstadt Mühldorf die Anzahl der Personen, die sich dort aufhalten dürfen, begrenzen. Die Stadt wird entsprechende Schilder anbringen, die auf die Begrenzung von maximal 40 Personen und den Mindestabstand hinweisen“, heißt es in einer Pressemeldung von Stadt und Landkreis Mühldorf.

Zudem appelliert Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl an die Vernunft der Eltern: „Wir wollen hier keinesfalls Kindern und Familien, die von den Beschränkungen besonders stark betroffen sind, den Spaß verderben (...) Es ist jedoch wichtig, dass auch beim Rodeln im Freien die geltenden Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln eingehalten werden.“

Es werden keine Bußgelder erteilt

Die Polizei nahm vor Ort zwar die Personalien der Eltern auf, Bußgeldverfahren sollen aber nicht eingeleitet werden. „Wir werden eine Ereignismeldung machen. Es ist aber nicht vorgesehen, eine Anzeige vorzulegen“, so Uwe Schindler von der Polizei Mühldorf im Gespräch mit ovb-online.de (Plus-Artikel). Die anwesenden Personen kommen also straffrei davon.

jg

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