Finanzhilfen für InnKlinikum Altötting und Mühldorf für Corona-Zusatzkosten

„Werden für Engagement finanziell bestraft“

Mühldorf am Inn:  So wird demInnKlinikum Altötting und Mühldorf bei Corona-Zusatzkosten geholfen
+
Das InnKlinikum Altötting und Mühldorf musste in der Corona-Pandemie bisher einiges an Zusatzbelastungen schultern. Unter anderem war das Mühldorfer Klinikum zeitweise ein CoVid-Behandlungszentrum, in dem ausschließllich Corona-Patienten behandelt wurden. (links) Vorstandsvorsitzender Dr. Simon Machnik räumt ein, dass Finanzhilfen von Bund und Freistaat bereits geholfen haben. Es müsse aber noch nachgebessert werden.

Mühldorf am Inn - Das InnKlinikum Altötting und Mühldorf musste in der Corona-Pandemie bisher einiges an Zusatzbelastungen schultern. Wir haben uns erkundigt, wie ihm dabei Bund und Freistaat unter die Arme greifen.

Landrat informiert am 14. August über neue Entwicklungen


Landrat Maximilian Heimerl informiert am Freitag, 14. August, gegen Mittag in einem Pressegespräch über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Pandemie im Landkreis Mühldorf.

Es soll dabei insbesondere um die Zunahme der Fallzahlen, die Umsetzung des Ministerratsbeschlusses vom 10. August und die damit einhergehende Reaktivierung eines Testzentrums gehen.


Landrat fordert wegen Corona Finanzhilfen für Kreiskliniken Altötting-Mühldorf von Bund und Freistaat

„Bis heute haben wir im InnKlinikum Altötting und Mühldorf Mehrkosten für die Schutzausrüstung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Höhe von über 2 Millionen Euro“, berichtet Vorstandsvorsitzender Dr. Simon Machnik gegenüber innsalzach24.de. „Gleichzeitig sind die Erlöse sogar um knapp 10 Millionen Euro zurückgegangen.“

Bei der Bewältigung der Folgen der Corona-Krise kamen auf die Kreiskliniken Altötting-Mühldorf erhebliche Zusatzkosten zu. „Ich erwarte nun allerdings von der Bundes- und Landespolitik, dass unsere Kliniken nicht für diesen Einsatz durch heftige Defizite ‚bestraft‘ werden. Da sollte eine entsprechende finanzielle Hilfe möglich sein", forderte angesichts dessen Landrat Maximilian Heimer in einem Interview mit innsalzach24.de.

Landrat Maximilian Heimerl (CSU) forderte bereits im Juni, Bund und Freistaat müssten den Kreiskliniken finanziell beistehen.

„Zu Einzelfällen können wir uns leider nicht äußern. Klar ist aber: Die bayerischen Krankenhäuser haben bisher die Hauptlast für die Versorgung in der Corona-Pandemie getragen“, räumt ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums gegenüber innsalzach24.de ein. „Diese große Herausforderung haben sie mit ihren Mitarbeitern bislang ausgezeichnet gemeistert. Uns ist völlig bewusst, dass die Bewältigung der Corona-Pandemie auch mit erheblichen finanziellen Belastungen einhergeht. Der Bund und die Landesregierung haben daher frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um die Kliniken finanziell zu unterstützen.“

Gesundheitsministerium: Umfangreiche Finanzhilfen wurden bereits beschlossen

„Zum einen wurde auf Bundesebene das CoVid-19-Krankenhausentlastungsgesetz beschlossen“, so der Sprecher weiter. „Dadurch erhalten Krankenhäuser finanzielle Ausgleiche beispielsweise für verschobene planbare Operationen und Behandlungen, um Kapazitäten für die Behandlung von Patienten mit einer Corona-Virus-Infektion frei zu halten. Aber auch, unter anderem, einen Bonus in Höhe von 50.000 Euro für jedes Intensivbett, das sie zusätzlich schaffen.“

„Zum anderen hat die Staatsregierung zusätzliche Maßnahmen beschlossen, um stationäre Einrichtungen in der Gesundheitsversorgung – nicht nur Krankenhäuser – zu unterstützen“, schließt der Sprecher. „Dafür stehen 138 Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung."

„Diese zusätzlichen Maßnahmen greifen auch im InnKlinikum“, berichtet dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Simon Machnik. „Während der Erlösrückgang durch eine Freihaltepauschale weitestgehend abgefangen werden kann, muss die Politik im Bereich der Sachkostenerstattung aus meiner Sicht allerdings noch deutlich nachbessern. Von den erwähnten Kosten in Höhe von über 2 Millionen Euro werden nur rund 500.000 Euro ausgeglichen. Häuser, die sich besonders stark in der Krise eingebracht haben, werden dadurch finanziell bestraft, was sicher nicht im Sinne der Regelungen ist.“

Fusion Anfang des Jahres bewährte sich während Pandemie

Anfang des Jahres fusionierten die Kreiskliniken der Landkreise Altötting und Mühldorf. Diese Entscheidung habe sich bewährt, resümierte Landrat Maximilian Heimerl (CSU) gegenüber innsalzach24.de. Man habe so sehr gezielt arbeiten und aus Mühldorf eine CoVid-Klinik machen können. In dieser waren die entsprechenden Patienten isoliert, während die übrigen drei Kliniken des Verbunds komplett davon frei blieben. Inzwischen geht es zurück zum Normalbetrieb. Dazu gehört auch, dass die seit März geschlossene Entbindungsstation bald wieder den Betrieb aufnehmen können soll.

„Die Verantwortlichen konnten wertvolle Lehren ziehen. Etwa was die Eindämmung einer CoVid-Infektion auf nur die betroffenen Patienten betrifft", so Landrat Heimerl.

hs 

Kommentare