Die HypoVereinsbank will ihr Privatkundengeschäft umbauen

HypoVereinsbank: 20.000 Kunden in der Region

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Mühldorf/Altötting - Medienberichten zufolge erwägt die HypoVereinsbank, fast jede zweite Filiale zu schließen. Was bedeutet das für die mehr als 20.000 Kunden in der Region?

Haben die Bankfilialen in der Region eine Zukunft? Nach Informationen der "Welt am Sonntag" erwägt die HypoVereinsbank beinahe jede zweite ihrer 584 Filialen zu schließen und knapp 1600 Stellen zu streichen. In einem Interview mit der Sonntagszeitung wollte HVB-Vorstandschef Theodor Weimer die Zahlen weder bestätigen noch dementieren. Allerdings sagte er auch: "Filialen werden geschlossen, weil die Kunden diesen Vertriebsweg nicht mehr nutzen und andere Angebote einfordern."

Fakt ist, dass das Geldhaus sein Privatkundengeschäft grundlegend umstrukturieren möchte. "Bis Ende 2016 werden wir uns als echte Multikanalbank aufstellen und massiv in mobile und internetbasierte Angebote sowie in die Attraktivität unserer Filialen investieren", so Weimer gegenüber der "Welt am Sonntag".

Zu möglichen Schließung von HVB-Filialen in der Region wollte sich die HypoVereinsbank auf Anfrage unserer Redaktion nicht äußern. Man werde die Thematik grundsätzlich nicht kommentieren, so ein Pressesprecher. Zurzeit laufen die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, Details sollen erst im März öffentlich bekanntgegeben werden.

Über 20.000 HVB-Kunden in der Region

Alleine im Filialverbund Mühldorf mit Filialen in Mühldorf, Waldkraiburg, Ampfing und Töging betreuen 23 Mitarbeiter 11.000 Kunden. Im Filialverbund Burghausen sind an den Standorten Burghausen, Burgkirchen und Tittmoning 13 Mitarbeiter für 7.100 Kunden zuständig und im Filialverbund Altötting betreuen an den beiden Standorten in Alt- und Neuötting zehn Mitarbeiter 4800 Kunden.

Bei der Gewerkschaft Verdi stoßen die Pläne der HypoVereinsbank auf Widerstand. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Verdi-Fachbereichsleiter Klaus Grünewald: "Wer mit der Abrissbirne arbeitet, gefährdet auch den Rest des Hauses." Selbst die Schließung von lediglich 100 Filialen nannte der Gewerkschafter "irreversibel".

Weniger Standorte, mehr Spezialisten?

"Man kann den Trend beobachten, dass die Filialen immer weniger frequentiert werden und die Kunden die Internet- und Telefonmöglichkeiten nutzen, um mit dem Bankberater in Kontakt zu treten", erläutert Silke Wolf, Geschäftsführerin des Bayerischen Bankenverbands, gegenüber innsalzach24. Dieser Trend bedeutet aber nicht das komplette Aus für das Filialgeschäft. Einige Kunden, auch jüngere, würden den persönlichen Kontakt schätzen. Bei einem größeren Vorhaben wie beispielsweise einer Immobilienfinanzierung wolle man noch immer einen "Menschen aus Fleisch und Blut", so Wolf.

Andererseits koste es viel Geld, ein Filialnetz zu erhalten. "Man muss die richtige Mischung finden." Gerade in Ballungsräumen wie München gebe es eine "ungeheure Filialdichte". Wolf zufolge wäre denkbar, verstärkt auf größere Filialen mit mehr Spezialisten zu setzen. Drei Filialen mit je zwei Mitarbeitern könnten beispielsweise zu einer größeren Filialen mit fünf Mitarbeitern zusammengelegt werden.

Verstärkt werden könnte dieser Trend durch die Bankenfusionen der vergangenen Jahre, die sich Wolf zufolge noch nicht vollends ins Filialgeschäft niedergeschlagen haben. 2010 etwa übernahm die Deutsche Bank mehrheitlich die Postbank und 2009 war die Dresdner Bank mit der Commerzbank fusioniert.

"Man wird sich nicht aus der Fläche zurückziehen"

Der Trend hin zu größeren Filialen sei "auch im Sinne des Kunden zu begrüßen", findet Wolf. Wenn man im Moment bis zur nächsten Bankfiliale nur über die Straße gehen müsse, müsse man künftig eben eine Trambahnstation weit fahren. Gerade Ballungsräume und weniger der ländliche Raum dürften von eine Umstrukturierung der Filialnetze betroffen sein. "Man wird sich nicht aus der Fläche zurückziehen. Da gebe ich Marktanteile auf", erklärt Wolf.

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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