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Brauerei Unertl

Von 14 auf 0: Mit der Familie Unertl endet die lange Brautradition in Mühldorf

Ein Gruß aus Mühldorf: Die Brauerei Unertl als Postkartenmotiv.
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Ein Gruß aus Mühldorf: Die Brauerei Unertl als Postkartenmotiv.

Ende März gibt es in Mühldorf keine Brauerei mehr. Das Sterben der Brauereien begann allerdings schon viel früher, könnte aber noch ein Happy End finden.

Mühldorf – Von 14 auf Null: Mit der Einstellung des Betriebs der Brauerei Unertl in der Weißgerberstraße, endet die lange Bierbrautradition in der Mühldorf. Namen wir Turmbräugarten oder Schwaigerkeller künden bis heute davon, dass in Mühldorf früher an allen Ecken und Enden Bier hergestellt wurde.

Brauereisterben begann 1859

Um das Jahr 1700, schreibt Meinrad Scholl im jüngsten Geschichtsband „Das Mühlrad“ des Mühldorfer Heimatbunds, habe es im salzburgischen Mühldorf 14 Brauereien gegeben. Seitdem ging deren Zahl stetig zurück, 1859 begann laut Schroll das „Brauereisterben“, binnen 50 Jahren machten alle Brauhäuser bis auf die Turmbrauerei zu.

Verstärkung kam es erst 1929 mit der Weißbierbrauerei Unertl. Die Turmbrauerei gab 1967 auf, jetzt, im 92. Jahr ihres Bestehens auch die Familie Unertl. Ab 31. März werden ihre Biersorten nach den Mühldorfer Rezepten und Zutaten in Aldersbach produziert.

Alois Unertl gründete den Betrieb auf dem Gelände, auf dem bis heute das Brauhaus steht. Er baute das Gebäude an der Weißgerberstraße in ein Wohnhaus mit Gastwirtschaft, Waschhaus und Holzschupfen um, 1936 ließ er das Brauhaus erweitern. 1964 übernahm sein Sohn Wolfgang Unertl das Geschäft, ab 1965 entwickelte sich seine Familie zusammen mit Frau Ingrid zu einer der prägenden Familien in der Stadt.

Der Jägerhof - das gesellschaftliche Zentrum der Stadt

Von 1967 bis 1989 führte Ingrid Unertl den Jägerhof am Stadtplatz, damals eines der wichtigsten Gasthäuser der Stadt und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

Der Jägerwirth, später umbenannt in Jägerhof, am Stadtplatz.

Auch dieses Gebäude beherbergte lange vor dem Wirtsbetrieb eine Brauerei, wie Schroll im neuen Mühlrad schreibt: den Jägerbräu.

Familie Unertl als Wiesn-Gastgeber

Laut Schroll gehörte es zu den ganz alten Brauhäusern der Stadt, schon 1675 wurde Mathias Ättenmoser als Besitzer genannt. Einen wichtigen Einschnitt erlebte die Brauerei 1903, als Johann und Maria Geiger sie an die Turmbrauerei Mühldorf verkauften. Nur sechs Jahre später wurde daraus das Hotel Jägerhof. Am 19. März 1945 trafen Bomben das Hotel und zerstörten Teile davon. Danach gehörte der Jägerhof den Törrings, bevor er 1967 in Unertls Hände kam.

Bedeutend ist auch das Engagement der Weißbräufamilie fürs Mühldorfer Volksfest, das 1960 begann. Als „Gastgeberzelt“ bezeichneten viel die alte Bierhalle, an deren Wänden Aloisius aus dem Himmel stieg, Landräte an massiven Eichentischen Hof hielten und der Senior durch die Reihen ging, um Jung und Alt zu begrüßen.

Der Junior: Mit neuen Ideen in die Zukunft

1993 stieg Junior Wolfgang Alois Unertl ins Geschäft ein, seit dem Tod des Vaters 2017 führt er die Brauerei allein. Mit ihm kamen neue Ideen ins Brauhaus.

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Unertl setzt auf erstklassige, möglichst biologische Rohstoff, Wasser aus dem hauseigenen Brunnen, er brachte neue Produkte auf den Markt. Am Ende bewegten ihn mehrere Probleme zur Aufgabe des Braubetriebs und der Verlagerung in die Brauerei Aldersbach, aus der künftig das Mühldorfer Weißbier kommt.

Die beengte Lage in der Altstadt, der Denkmalschutz auf dem alten Braugebäude, notwendige Investitionen und der Status als kleine Brauerei in Konkurrenz mit großen Betrieben bewegten ihn zu dem Schritt, sich der befreundeten Brauerei anzuschließen. Unertl plant, in einigen Jahren mit in einer Hausbrauerei in Mühldorf aktiv zu werden.

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