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Entwicklungen der aktuellen Woche

Mehr Tote im Landkreis Mühldorf: 70 Menschen in der zweiten Welle an Corona verstorben

Corona-Hotspot war in der vergangenen Woche einmal mehr Waldkraiburg: 49 neue Corona-Infektionen verzeichnete die Industriestadt.Klinger
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Corona-Hotspot war in der vergangenen Woche einmal mehr Waldkraiburg: 49 neue Corona-Infektionen verzeichnete die Industriestadt.

Immer wieder vermeldet das Robert-Koch-Institut neue Höchstwerte bei den Todeszahlen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Auch im Landkreis Mühldorf vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Todeszahlen gemeldet werden. Doch wie sind die Zahlen genauer einzuordnen? Eine Analyse.

Mühldorf – Immer wieder vermeldet das Robert-Koch-Institut neue Höchstwerte bei den Todeszahlen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Auch im Landkreis Mühldorf vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Todeszahlen gemeldet werden. Doch wie sind die Zahlen genauer einzuordnen?

Alleine in dieser Woche neun Opfer

Nach Ende der ersten Welle gab es 27 Todesfälle im Landkreis zu beklagen. Nach Beginn der zweiten Welle, den das Landratsamt Anfang Juli festmacht, dauerte es lange, bis wieder jemand an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben ist. Erst Mitte November verstirbt die erste Person, seitdem nehmen die Todesfälle zu. Bis gestern stieg die Zahl der Verstorbenen auf 97. 70 Tote seit Mitte November, die mit oder an einer Corona-Infektion verstorben sind. Allein in dieser Woche sind bislang neun Menschen nach einer Corona-Infektion verstorben Wie lassen sich diese Zahlen erklären?

Sterberate niedriger als im Frühjahr

Zunächst einmal muss man festhalten, dass nur die Gesamtzahl der Todesfälle gestiegen ist. In Relation zur Fallzahl liegt die Sterberate sogar niedriger als noch im Frühjahr, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt. In der ersten Welle lag die Sterberate bei rund 5,4 Prozent, in der zweiten Welle liegt der Wert bislang bei rund zwei Prozent.

„Berücksichtigt werden muss bei diesem Vergleich aber immer die Zahl der Testungen, die in der Anfangsphase der Pandemie nur in sehr begrenztem Umfang möglich war“, heißt es im Landratsamt. Denn nicht nur die Todesrate ist im Vergleich zur ersten Welle gestiegen, auch die Zahl der Infizierten mit bislang 3421 liegt deutlich über den Zahlen der ersten Welle (500).

Senioren sind besonders betroffen

Besonders betroffen von Corona sind Senioren. Ein Bild, das sich auch im Landkreis abzeichnet. Das Durchschnittsalter in der ersten Welle lag bei 81,3 Jahre, in der zweiten Welle bei 82,3 Jahren. Größer geworden ist die Altersspanne: Der jüngste Verstorbene in der ersten Welle war 63 Jahre alt, der Älteste 98 Jahre. In der zweiten Welle liegen die Werte zwischen 52 und 100 Jahren. Außerdem erliegen im Landkreis häufiger Männer den Folgen einer Corona-Infektion. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind 55 Männer verstorben, ein Anteil von 58,5 Prozent. 39 Frauen erlagen bislang einer Corona-Infektion, das sind 41,5 Prozent.

Schutzmaßnahmen und der Lockdown sollen helfen, die Zahl der Neuinfektionen zu senken und damit auch die Gruppe der Senioren zu schützen. Doch trotz Masken, Schutzkittel und regelmäßigen Tests hat das Corona-Virus nicht an den Türen von Seniorenheimen Halt gemacht. Im Freistaat häufen sich die Corona-Ausbrüche in Seniorenheimen. Bislang hat es in der zweiten Welle im Landkreis bereits drei größere Ausbruchsgeschehen im Heimen gegeben, in der ersten Welle waren es zwei. „Es ist jedoch schwierig, einen direkten Vergleich zu ziehen. Im Frühjahr wurden die Heime durch ein absolutes Besuchsverbot komplett abgeriegelt“, teilt Pressesprecherin Kristina Holm mit.

Strikte Isolierung der Bewohner ist vom Tisch, seitdem strenge Regeln für Besucher und Mitarbeiter

Eine strikte Isolierung der Bewohner ist längst vom Tisch, seitdem gelten strenge Regeln für Besucher und Mitarbeiter. „Die Einrichtungsleitungen haben in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt umfassende Hygiene- und Schutzkonzepte erarbeitet und umgesetzt. Und diese Bemühungen und Maßnahmen zum Schutz von Heimbewohnern greifen auch.“

Inzidenzwert steigt und sinkt

Darüber hinaus werden Mitarbeiter aktuell zweimal wöchentlich getestet, Besucher dürfen die Einrichtung nur mit einem aktuellen Corona-Test betreten. „Das hat dazu geführt, dass positive Fälle frühzeitig erkannt werden. Ein Ausbreiten des Infektionsgeschehen kann dadurch verhindert beziehungsweise eingedämmt werden.“

Wir stehen dem Infektionsgeschehen nicht machtlos gegenüber!

Landrat Max Heimerl

Spitzenwert am Donnerstag erzielt

Zuletzt hatte sich die Kurve der Neu-Infektionen im Landkreis nach unten bewegt. Der Inzidenzwert sank sogar bis 131,2. Allerdings sind in den vergangenen Tagen die Zahlen der Neuinfektinen wieder deutlich angestiegen, auf zuletzt auf den Wert 192, womit der Landkreis an Oberbayerns Spitze stand. Gestern dann eine kleine Erleichterung, der Inzidenzwert sank auf 173,5.

18 neue Corona-Fälle am Freitag

Denn seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, 21. Januar gibt es im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf nur 18 neue bestätigte Corona-Fälle. Aufgrund eines positiven Falles wurde eine Gruppe der Kinderkrippe Isenzwergerl Ampfing unter Quarantäne gestellt. Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf 3921 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 3541 wieder genesen. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf 283 aktive Fälle.

Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, beträgt 97.

Zwölf Prozent infizierten sich am Arbeitsplatz

Nach einer Auswertung des Gesundheitsamtes haben sich mehr als die Hälfte der Neuinfizierten im Landkreis seit dem ersten Lockdown Light Anfang November im privaten Umfeld angesteckt. Zwölf Prozent infizierten sich am Arbeitsplatz, zehn Prozent in Pflegeeinrichtungen und sieben Prozent in medizinischen Einrichtungen. Zwei Prozent infizierten sich nachweislich in Kitas und Schulen, in zehn Prozent der Fälle ist die ursprüngliche Infektionsquelle nicht ermittelbar.

Landrat Max Heimerl: „Korrektes Maskentragen ein absolutes Muss!“

Mühldorfs Landrat Max Heimerl betont daher nochmals, wie wichtig es ist, dass sich alle an die Kontaktbeschränkungen halten. Abstand, korrektes Maskentragen und strikte Hygiene sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld wie beim Einkaufen oder im Öffentlichen Nahverkehr seien ein absolutes Muss.

Infektionszahlen nachhaltig nach unten zu treiben bis ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht

„Wir stehen dem Infektionsgeschehen nicht machtlos gegenüber. Die Zahlen zeigen, dass es auf jeden Einzelnen von uns ankommt und jeder Einzelne dazu beitragen kann, die Infektionszahlen nachhaltig nach unten zu treiben bis ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht“, so Landrat Heimerl.

Im Landkreis Mühldorf sind 2180 Personen mindestens einmal geimpft

Mit Stand 21. Januar sind im Landkreis Mühldorf 2180 Personen mindestens einmal geimpft, davon 1224 Personen in den Alten- und Pflegeheimen und 956 Personen im Impfzentrum. 589 Personen haben bereits die zweite und damit abschließende Impfung erhalten.

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