Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing

Ein Mammutprojekt der Bahn: "Das muss hundert Jahre halten"

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Mühldorf – Die Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) soll teilweise zweigleisig ausgebaut und auf dem gesamten Verlauf elektrifiziert werden. Ziel ist es, den künftigen verkehrlichen Anforderungen gerecht zu werden. Das bedeutet noch jede Menge Arbeit für das Projekt-Team der DB Netz AG in den nächsten Jahren.

Ende der 2020er Jahre soll alles fertig, also die Strecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) teilweise zweigleisig ausgebaut und der gesamte Streckenverlauf elektrifiziert sein. Es gibt noch viel zu tun. Am Dienstagvormittag hat Projektleiter Klaus-Peter Zellmer über den aktuellen Stand informiert.

Wirtschaftlich und technisch sinnvoll

Insgesamt gibt es vier Bereiche in der Ausbaustrecke 38:

  • Markt Schwaben bis Ampfing (45.5 Kilometer lang)
  • Ampfing bis Tüßling (15,1 Kilometer lang)
  • Tüßling bis Freilassing (58,5 Kilometer lang)
  • Tüßling bis Burghausen (25,5 Kilometer lang)

Alle vier Bereiche werden im Bundesverkehrswegeplan unterschiedlich eingeordnet, von "Potentiellem Bedarf" bis "Vordringlichem Bedarf". Der Bund ist quasi der Auftraggeber der DB Netz AG. Die Südostbayernbahn mit dem Linienstern Mühldorf stellt den Kunden der DB Netz AG dar. Grundsätzlich geht es bei Projekten wie der ABS 38 darum, den Bedarf festzustellen und ihn nach Maßgabe des Bundes wirtschaftlich aber auch technisch sinnvoll zu bedienen.

Das muss die nächsten 100 Jahre halten

Die Krux an der ABS 38 ist, heute schon zu wissen, wie sich der Bedarf an einer teilweise zweigleisig ausgebauten und auf der ganzen Distanz von insgesamt 141 Kilometern Schiene elektrifizierten Strecke in den nächsten 100 Jahren entwickeln wird. Für Klaus-Peter Zellmer ist die grundsätzliche Lage aber klar: Das Chem Delta Bavaria werde nicht so einfach von heute auf morgen verschwinden, im Gegenteil. Hier bestehe wachsender Bedarf.

Der Laie würde wohl „Mehr Güter auf die Schiene“ dazu sagen. Überhaupt: Mehr auf die Schiene werde sich auch in punkto Fahrgastzahlen herauskristallisieren. Bayerns Landeshauptstadt München werde weiter wachsen, der sogenannte Speckgürtel weitere Kreise ziehen. Mit einer besseren und schnelleren Anbindung werde die Schiene auch nach Fertigstellung der A94 konkurrenzfähig bleiben.

„Wenn ich Baurecht habe, fange ich an“ (Klaus-Peter Zellmer)

Derzeit befinde sich das Infrastrukturprojekt ABS 38 beim Punkt drei von insgesamt neun in der Planung: die Entwurfsplanung. Derzeit würden Gespräche mit den betroffenen Kommunen aus Bereich 1 (von Markt Schwaben nach Ampfing) geführt werden. Dieser Bereich hat insgesamt sieben Planfestellungsabschnitte. 

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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