Umweltminister Dr. Marcel Huber sieht Redebedarf

B15neu: "Die Planung hat viele Defizite"

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Ausbau ja, aber erst nach einem Dialog mit den Betroffenen. "Wenn eine Region sie nicht haben will, dann kommt sie nicht dorthin", stellt Umweltminister Dr. Marcel Huber klar.

Landkreis - Umweltminister Huber plädiert für einen Dialog mit den Kritikern der B15neu. Der mögliche Verlauf der Trasse ist Huber zufolge nicht in Stein gemeißelt.

Der Bayerische Umweltminister und Mühldorfer Landtagsabgeordnete Dr. Marcel Huber betont auf Anfrage des Mühldorfer Anzeigers, dass es über den Verlauf der B15neu keine Entscheidung gebe. Die Bauverwaltung habe eine Trasse definiert, die naturschutzrechtlich die geringsten Probleme mit sich bringt und diese Trasse in Berlin vorgelegt. "Die Entscheidung, wo die Straße hinkommt, trifft aber nicht die Bauverwaltung", stellt Huber heraus. Sie werde in Absprache mit den Betroffenen gefällt.

Trassenführung für Huber nicht ideal

Huber möchte Ende April Bürgermeister, Landräte und Kreisräte über die Planungen informieren. "Wenn eine Region sie nicht haben will, dann kommt sie nicht dorthin. Die Planung hat viele Defizite, über die man vor Ort reden muss", so der Umweltminister. Die jüngst bekannt gewordene Trassenführung ist für Huber nicht ideal. Der Staatsminister hält eine Entlastungswirkung für die Städte und Gemeinden entlang der derzeitigen B15 für nicht gegeben. "Nach meiner Meinung muss sie näher an der alten 15er verlaufen", so Huber.

An der Notwendigkeit einer leistungsfähigen Nord-Süd-Verbindung hält Huber mit Verweis auf einen Kabinettsbeschluss aus dem März 2013 indes fest. Die B15 sei dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen, der Anstieg führe zu hohen Belastungen zahlreicher Orte entlang der Straße. Nach Ansicht des Ministers müssen jetzt zwar Gespräche geführt werden, um das derzeitige Kommunikationsdefizit zu beheben, Zeitdruck gebe es aber nicht. Nach seiner Einschätzung geht es um einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren, bevor die Straße gebaut werde.

Hausperger: Politisch alles in die Waagschale werfen

Wie bereits berichtet, formiert sich entlang der jüngst veröffentlichten Trasse, von Bodenkirchen über Wurmsham bis nach Oberbergkirchen, der Widerstand gegen die B15neu. Die Oberbergkirchnerin Rita Mayer etwa fürchtet, die Bundesstraße könnte quer durch ihre Haselnussplantage verlaufen. Die Bäume ihrer Dauerkultur seien bis zu zehn Jahre alt, woanders neu anzufangen wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Die Trasse hält sie für eine "Idiotenstraße, ein Irrsinn, für den viel Geld ausgegeben wird".

Auch Oberbergkirchens Bürgermeister Michael Hausperger spricht sich gegen die B15neu aus. "Wir brauchen die Straße hier nicht, denn wir haben nur acht Kilometer zur A94." Man werde politisch alles in die Waagschale werfen, um den Wegeverlauf so zu beeinflussen, dass die Straße nicht direkt an Oberbergkirchen vorbeiführt, kündigt Hausperger an.

Ausführliche Informationen zum möglichen Trassenverlauf der B15neu sowie weitere Stimmen von Kritikern und Stellungnahmen aus der Politik lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des Mühldorfer Anzeigers.

hon/je/Mühldorfer Anzeiger; bla/redis24

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