Grünen-Bürgermeisterkandidat Matthias Kraft im Interview

"Mühldorf soll grüner werden - übertragen und konkret"

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Matthias Kraft ist Bürgermeister-Kandidat der Grünen bei der Kommunalwahl 2020 in Mühldorf am Inn.

Mühldorf am Inn - Der Kandidat der Grünen für das Amt des Bürgermeisters bei der Kommunalwahl 2020 in der Kreisstadt ist Matthias Kraft. Im Interview mit innsalzach24.de berichtet er über seine Motivation und Pläne:

Die Möglichkeit einer Kandidatur war eine glückliche Fügung. Persönlich möchte ich gerne mehr als Mediator tätig sein", berichtet Matthias Kraft im Interview mit innsalzach24.de. "Politisch sehe ich einfach einen dringenden Handlungsbedarf. Der Schwund von Grün und der Zuwachs von Grau ist einfach kein Weg für die Zukunft. Da schien es mir der richtige Zeitpunkt, politisch aktiv zu werden und zwar zusammen mit denjenigen, die das mit Tradition und Glaubwürdigkeit schon sehr lange vertreten."


Kraft tritt erstmals als Bürgermeister-Kandidat an. 2008 und 2014 war jeweils Georg Gafus der Kandidat der Grünen für das Bürgermeister-Amt. Gafus bekam sechs beziehungsweise fünf Prozent der Stimmen. Bürgermeisterin Marianne Zollner tritt bei der Kommunalwahl 2020 erneut an.

Neben Kraft wurden bereits von CSU, den Linken und der Partei sowie den Unabhängigen Mühldorfern drei weitere Kandidaten aufgestellt.


Vorerfahrungen aus der Anwalts-Tätigkeit

Der Grünen-Kandidat hatte bisher noch kein politisches Amt inne. "Eine politische Meinung hatte ich aber schon immer", betont er. "Ich bin Rechtsanwalt und seit neuestem auch ausgebildeter Mediator. Ich kenne mich also mit den Rechtsgrundlagen aus, kann aber Konflikte auch friedlich beilegen." Er verweist darauf, dass er außerdem in den letzten 30 Jahre in wichtigen unterschiedlichen Positionen in verschiedenen Unternehmen an verschiedenen Orten in Europa tätig gewesen sei. "Meist waren das Führungspositionen oder Managementberatung sowohl in kleinen und großen familiengeführten Verlagen als auch in internationalen Medienkonzernen. Dazu braucht man eine Menge politisches Gespür, das man sich in jedem Unternehmen neu erarbeiten muss."

In einem Interview mit innsalzach24.de führte UM-Kandidat Michael Hetzl an, ihn hebe besonders von allen anderen Bürgermeister-Kandidaten ab, als einziger unternehmerische Erfahrungen zu haben. "Wenn Herr Hetzl meint, dass unternehmerisches Denken und Handeln einzigartige Erfahrungen sind, die dem Amt des Bürgermeisters gut tun, stimme ich ihm natürlich zu.Ich glaube allerdings, dass der Einblick in ganz unterschiedliche Unternehmens-Kulturen diesen Erfahrungsschatz noch erheblich bereichert", kontert Kraft.

Besser Anbindung an München aber auch grünere Stadt

Als eines der drängendsten Themen sehe er die Veränderung der Stadt durch die schnellere Anbindung von Mühldorf an München an. "Jetzt durch die Autobahn und in Zukunft durch die Bahn erhöht sich die Attraktivität von Mühldorf als reiner Wohnort. Das hat die Stadt schon verändert und wird es weiterhin tun.Es ist an uns, diese Veränderung in die richtigen Bahnen zu lenken. Bisher sind wir da nach meiner Ansicht auf der falschen Spur. Der Flächenfraß und die Vernichtung von Grün sind allerorts sichtbar. Die Innenstadt verliert trotz Bevölkerungszuwachses an Attraktivität."

"Konkret soll Mühldorf wieder grüner werden. Das meine ich übertragen aber auch konkret. Der Flächenfraß muss pausieren. Wir brauchen eine Atempause. Zeit für ein neues Konzept, für die Anpassung der Infrastruktur, für die Revitalisierung verlorener Grünflächen und so weiter." Klares Ziel sei auch weniger Individualverkehr und diesen besser zu kanalisieren. "Es geht dabei nicht darum, zu verbieten und zu sperren, sondern attraktive Alternativen zu bieten. Die Busse müssen öfters fahren als geplant, und auch später am Abend. Die Stadt soll auch außerhalb der Geschäftszeiten am Abend attraktiv sein. Die Menschen sollen auch aus dem Umland nach Mühldorf kommen und nicht nur durchfahren."

hs

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