Investor Paragon kauft Weltbild

Weltbild: Was wird aus der Mühldorfer Filiale?

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Die Weltbildfiliale am Mühldorfer Stadtplatz.
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Mühldorf - Ein Münchner Investor kauft Weltbild - das Filialgeschäft inklusive. Zur Zukunft der Mühldorfer Weltbild-Filiale ist jedoch noch keine Entscheidung gefallen.

Nach den jüngsten Meldungen zum Kauf der insolventen Augsburger Verlagsgruppe Weltbild dominieren die positive Schlagzeilen. Der Bayerische Rundfunk etwa titelt auf seine Homepage "Weltbild gerettet". Die Zukunft einzelner Filialen, und damit auch die der Filiale am Mühldorfer Stadtplatz, ist jedoch weiter ungewiss.

Fakt ist: Im Zuge des Insolvenzverfahrens sollen 53 Filialen - immerhin also etwa jede Vierte - geschlossen werden. Bislang hat der Insolvenzverwalter aber lediglich die Namen jener 24 Standorte bekanntgegeben, die schon im Juli 2014 geschlossen werden sollen. Welche Filialen es im Zuge der Schließungen Ende 2014 und Anfang 2015 treffen wird, ist nicht bekannt. Die Mühldorfer Filiale befindet zumindest sich nicht unter den 24 Standorten, die im Juli geschlossen werden sollen. Der Laden am Stadtplatz lief seit Bekanntwerden der Insolvenz wie gewohnt weiter.

Region ist fast ein weißer Fleck von Weltbild

Medienberichten zufolge möchte der Käufer von Weltbild, der Münchner Finanzinvestor Paragon Partners, die gesamte Verlagsgruppe, also auch das Katalog- und Filialgeschäft übernehmen. Die Pläne des Investors zur Zukunft von Weltbild sind allerdings noch nicht bekannt. Etwas mehr Klarheit könnte es womöglich heute Nachmittag geben. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, habe die Gewerkschaft Verdi die verbliebenen 2200 Mitarbeiter zu einer Versammlung eingeladen. Dort werde Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz über das Ergebnis des Investorenprozesses informieren. Außerdem möchte sich der Insolvenzverwalter noch heute in einer Pressemitteilung äußern.

Südostoberbayern ist beinahe ein weißer Fleck auf der Landkarte von Weltbild. In den Landkreisen Rosenheim, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land gibt es keine einzige Filiale. Im Landkreis Mühldorf ist die Filiale am Mühldorfer Stadtplatz die einzige. Ohne diesen Standort müssten die Menschen aus der Region bis zur nächsten Filiale ziemlich weit fahren: Die Alternativen lauten Landshut, Erding, München, Passau, oder Deggendorf. Vergleichsweise dicht ist das Filialnetz hingegen beispielsweise in Hessen, im Ruhrgebiet, in Hamburg und in Berlin.

Investor setzt auf "nachhaltige Geschäftsmodelle"

Der Weltbild-Investor Paragon Partners wurde 2004 gegründet und legt seinen Fokus eigenen Angaben zufolge auf mittelständische Unternehmen mit Sitz im deutschsprachigen Raum. "Wir investieren ausschließlich in Unternehmen mit nachhaltigem Geschäftsmodell und signifikantem operativem Wertsteigerungspotential", informiert die Investmentgesellschaft auf ihrer Internetseite. Zudem sei der "Investmentansatz" nicht auf bestimmte Branchen limitiert.

Tatsächlich ist das Porfolio des Finanzinvestors relativ bunt. Paragon Partners ist unter anderem an einem Tiefkühlprodukte-Hersteller und einen Fachhändler für Motorradbekleidung beteiligt. Angaben auf der Unternehmens-Homepage zufolge verwaltet Paragon Partners rund 300 Millionen Euro Eigenkapital.

Update 14.37 Uhr: Statement des Insolvenzverwalters

In einer seitens der Insolvenzverwaltung veröffentlichten Pressemitteilung wurde soeben offiziell bestätigt, dass Paragon Partners die Mehrheit an Weltbild übernehmen wird. Der Insolvenzverwalter und Paragon hätten einen Vorvertrag unterzeichnet, heißt es in der Stellungnahme. Die Mitarbeiter seien am Mittag informiert worden und der Gläubigerausschuss habe bereits zugestimmt. Der Insolvenzverwalter bleibe stellvertretend für die Gläubiger als Minderheitsgesellschafter beteiligt.

"Wenn ein Unternehmen einen gesunden Kern hat, muss der Erhalt und die Sanierung oberste Priorität haben", wird Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz in der Pressemitteilung zitiert. Bei Weltbild sei dies gegeben. "Ich freue mich deshalb vor allem für die Weltbild-Mitarbeiter."

Paragon wird als Mehrheitsgesellschafter alle Betriebsteile inklusive Filialgeschäft in eine neue Gesellschaft überführen. Details des Betriebsübergangs und des Fortführungskonzepts allerdings würden derzeit noch ausgearbeitet, heißt es in der Stellungnahme. Paragon wertet die konstante Nachfrage der Kunden in den letzten Monaten als positives Signal für eine erfolgreiche Fortführung. Um diesen "guten Kern herum" werde Weltbild neu ausgerichtet, um insbesondere Wachstumschancen im Onlinegeschäft zu nutzen.

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