Steigende Corona-Zahlen: Landkreis Mühldorf erlässt Allgemeinverfügung

Konkrete Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung - Landrat: „Lage ist ernst“

Landrat Max Heimerl über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Mühldorf die Allgemeinverfügung
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Landrat Max Heimerl über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Mühldorf und die ab Freitag, 16. Oktober, geltende Allgemeinverfügung zur Eindämmung der hohen Fallzahlen.

Mühldorf am Inn - Wegen steigender Corona-Fallzahlen erlässt der Landkreis eine Allgemeinverfügung mit neuen Maßnahmen. Das Wichtigste in den Augen von Landrat Max Heimerl: „Zusammenhalten!“

„Wenn wir jetzt zusammenhalten und je diszipliniertet und solidarischer wir agieren umso schneller sind wir über dem Infektionsberg“, ist sich der Landrat sicher. Zusammen mit Dr. Benedikt Steingruber vom Gesundheitsamt informierte er am Donnerstagmittag (15. Oktober) in einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis.


Heimerls Fazit:„ Ich bin überzeugt, dass wir das stemmen, aber nur gemeinsam. Die Situation ist keine Tragödie und ich bin keiner, der dramatisiert - aber die Lage ist ernst und wir müssen alle gemeinsam reagieren und zusammenhelfen. Denn nur miteinander können wir durch diese Entwicklung kommen.“

Die Pressekonferenz im Landratsamt im Video:


Putenschlachthof in Ampfing Infektionscluster für hohe Corona-Zahlen

Die Ansteckungen von insgesamt 39 Personen im Putenschlachthof in Ampfing seien Heimerl zufolge in erster Linie das ausschlaggebende Infektionscluster für die aktuell hohen Corona-Zahlen im Landkreis. Inzwischen seien alle Mitarbeiter getestet worden und jene, die als Kontaktpersonen ermittelt worden seien, befänden sich in Quarantäne. Der Betrieb werde Heimerl zufolge nun so heruntergefahren, dass die verbleibenden negativ getesteten Arbeiter tierschutzgerecht die Arbeit fortführen könnten.

Im Landratsamt gehe man davon aus, dass die Ansteckung wohl innerhalb des Betriebes erfolgt sein muss und nicht in den jeweiligen Wohnungen oder Unterkünften. Heimerl zufolge hätten jene positiv getesteten Personen „keine oder nur sehr leichte Symptome“. Ohne die Stichproben hätte das Landratsamt diese Infektion vermutlich gar nicht erst bemerkt. „Unsere Herangehensweise bei den Schlachthöfen war es immer wieder zu testen und so konnten wir sehr schnell reagieren. Das lässt uns hoffen, diese Infektionsketten auch wieder zu durchbrechen“, schließt Heimerl die Erklärung zum Infektionscluster Putenschlachthof in Ampfing, zu dem sich auch der Bürgermeister und Anwohner geäußert haben.  

Verschärfte Corona-Lage im Landkreis Mühldorf: Sieben-Tage-Inzidenzwert bei 76

Mit den positiv bestätigten Fällen aus dem Schlachthof liegen damit im Landkreis Mühldorf insgesamt 760 Corona-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt bei 76.

Derzeit gibt es im Landkreis 91 aktive Fälle, davon werde aber keine Person stationär behandelt. Die Krankenhäuser seien gut aufgestellt, wie Heimerl weiter betont. Derzeit laufe alles „im Normalbetrieb“ - trotz der neu hinzugekommenen Fälle. Sechs Patienten mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion sowie acht mit Verdacht auf Covid-19 befänden sich aktuell in der Mühldorfer Klinik in Behandlung - alle jedoch auf der Normal- und keiner davon auf der Intensivstation.

Es sei essentiell, die Fallzahlen „so schnell wie möglich wieder nach unten zu korrigieren“, um nicht zuletzt einen Übersprung in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in Krankenhäusern zu vermeiden. „Die alten und schwachen Mitmenschen zu schützen ist unsere wichtigste Aufgabe“, unterstreicht Heimerl und betont, aktuell verbuche man im Landkreis erfreulicherweise keinerlei Corona-Ausbrüche in einem Heim. Um die Zahlen wieder zu senken, erlässt der Landkreis ab Freitag, 16. Oktober, eine Allgemeinverfügung, die erstmal nur für eine Woche gilt. Die konkreten Vorgaben der Allgemeinverfügung sowie alle Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des Landratsamts. Einen Überblick über die Maßnahmen geben wir in einem gesonderten Artikel.

„Es tut mir persönlich leid Einschränkungen vornehmen zu müssen aber ich bitte die Bevölkerung um Verständnis und appelliere an die Eigenverantwortung - gerade junger Feiernder - damit dieser Trend so schnell wie möglich umgekehrt wird. Wir müssen an unserer eigene und die Gesundheit der anderen denken. Wir reagieren schnell und konsequent aber auch angemessen und verhältnismäßig“, erläutert Heimerl und schließt seine Erklärungen mit einem Vergleich zum Autofahren: „Jeder lernt in der Fahrschule die Formel Anhaltweg = Reaktionszeit + Bremsweg. Dieser Anhalteweg ist es, in dem es uns gelingen muss, die Zahlen wieder zu senken.“

mb

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