Fallzahlen schnellen in die Höhe - Inzidenzwert überschritten

Landrat Max Heimerl gibt ersten Ausblick auf Allgemeinverfügung im Landkreis Mühldorf

Pressekonferenz Mühldorf
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Am Donnerstagmittag informierte Landrat Max Heimerl über die aktuelle Lage sowie die bevorstehenden Maßnahmen im Landkreis Mühldorf.

Mühldorf am Inn - Die Corona-Fallzahlen schnellen in die Höhe. Angesichts des plötzlichen starken Anstiegs im Landkreis wurde am Donnerstag um 12 Uhr eine Pressekonferenz einberufen. Neben Informationen über das aktuelle Infektionsgeschehen wurden auch geplante Maßnahmen thematisiert.

Die Pressekonferenz im Video


Update, 13.01 Uhr - Einschränkungen auch in Krankenhäusern und Heimen geplant


Mit Einschränkungen sei auch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen zu rechnen. Die Allgemeinverfügung, welche ab morgen in Kraft treten und vorerst eine Woche lang gültig bleiben soll, sehe eine Begrenzung der Besucher in Krankenhäusern vor. Pro Patient soll nur noch ein Besucher am Tag zugelassen werden, ausgenommen seien hiervon lediglich minderjährige Patienten, welche beide Elternteile gleichzeitig empfangen dürfen. Ähnlich verhält es sich auch bei Palliativ-Stationen.

Derzeit werden im Landkreis Mühldorf nach Auskunft von Landrat Max Heimerl sechs positiv auf Corona getestete Personen im Krankenhaus auf Normalstation behandelt. Derzeit gebe es keinen positiv getesteten Patienten auf der Intensivstation. Um das Infektionsgeschehen weiterhin bestmöglich im Blick zu haben, werde es auch eine zusätzliche Teststrecke am Testzentrum am Volksfestplatz in Mühldorf geben, außerdem soll es eine Ausweitung der Testzeiten geben.

Update, 12.32 Uhr - Das sagt Landrat Max Heimerl zur aktuellen Lage

Wie Landrat Max Heimerl berichtet, wurden innerhalb eines Tages die Werte von 35 und 50 der 7-Tage-Inzidenz überschritten. Das Hauptgeschehen sei auf zehn Fälle aus zwei größeren Familien sowie 39 positive Corona-Tests am Putenschlachthof in Ampfing einzugrenzen.

An dem betroffenen Schlachthof seien seit Mai über 3500 präventive Tests durchgeführt worden. Am Montag wurden bei diesen stichprobenartigen Tests vier positive Testergebnisse gemeldet, bereits am Mittwoch waren alle Mitarbeiter getestet. Laut Landrat Heimerl hätten die betroffenen Personen alle entweder keine oder nur sehr leichte Symptome gezeigt, weshalb die Infektionen ohne die fortlaufenden Test vermutlich nicht bemerkt worden wären.

Derzeit gehe man davon aus, dass das Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachthofes stattgefunden hätte und durch die feuchte sowie kühle Umgebung begünstigt wurde. Daher werde nun auch eine Reihentestung am Rinderschlachthof in Waldkraiburg anberaumt, um das weitere Infektionsgeschehen frühzeitig unterbinden zu können.

In Zusammenarbeit mit der Regierung sowie des Bayerischen Umweltministeriums sei zudem eine Allgemeinverfügung erstellt worden, welche einige Einschränkungen beinhaltet. Heimerl gab bereits einen Ausblick auf anstehende Veränderungen:

Statt bisher zehn Personen sollen sich zukünftig nur noch fünf Personen aus verschiedenen Haushalten im öffentlichen Raum treffen dürfen. Unbeschränkt soll weiterhin die Anzahl der Personen aus dem eigenen Hausstand bleiben. Diese Begrenzung soll auch auf privaten Grundstücken sowie in privaten Räumen gelten.

Veranstaltungen wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Vereinssitzungen sollen auf maximal 25 Personen in geschlossenen Räumen beziehungsweise 50 Personen im Freien begrenzt werden.

Zudem gelte zukünftig auch an allen Bahnhöfen und Bushaltestellen im Landkreis in Zukunft eine Maskenpflicht.

Für die Gastronomie soll eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr gelten, in welcher keine Speisen und Getränke zum Verzehr vor Ort verkauft werden dürfen. Speisen und Getränke zum Mitnehmen sollen hiervon ausgenommen sein.

Auch auf die Schulen wird es Auswirkungen geben. Für alle Schüler sämtlicher Jahrgangsstufen, auch der Grundschulen, soll auch die Maskenpflicht während des Unterrichtes am Platz gelten, zudem müsse alle 45 Minuten stoßgelüftet werden.

Hohe Corona-Fallzahlen: Verbindung mit Putenschlachthof und illegaler Oktoberfestparty?

Im Fokus der Konferenz stehen wird vermutlich auch der Putenschlachthof in Ampfing. Hier wurden dutzende Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Infiziert sind demnach wohl 39 Menschen. Zuletzt geriet der Betrieb wegen Tierquälerei-Vorwürfe bezüglich der Transport-Bedingungen der Tiere in die Schlagzeilen. Verschiedene Vereine hatten im vergangenen Jahr zu Manhnwachen vor dem Schlachthof aufgerufen.

Ob eine illegale Oktoberfestparty mit 150 Gästen in Bodenkirchen in Niederbayern ebenfalls thematisiert wird, wird sich vor Ort bei der Pressekonferenz zeigen. Bodenkirchen liegt an der Grenze zum Landkreis Mühldorf, bereits 20 Menschen wurden nach der Party positiv auf das Coronavirus getestet, wie das Landratsamt Landshut mitteilt. Auch eine Hausärztin wurde positiv getestet - einige Partygäste suchten sie im Anschluss für einen Corona-Test auf.

Zu hoher Grenzwert im Landkreis

Wochenlang waren die Zahlen im Landkreis Mühldorf auf einem niedrigen Niveau, teilweise gab es überhaupt keine Neuinfektionen. Nun steigen sie rapide an. Der Inzidenzwert des Landkreises Mühldorf am Inn liegt nun über dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner.

mb

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