Aktuelle Corona-Fallzahlen

Im Landkreis Mühldorf sollen niedergelassene Ärzte im Kampf gegen Corona helfen

Die Infektionskarte zeigt deutlich: Corona ist weiterhin im ganzen Landkreis Mühldorf weit verbreitet. Grafik: Sautter
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Die Infektionskarte zeigt deutlich: Corona ist weiterhin im ganzen Landkreis Mühldorf weit verbreitet.

Die Hausärtze in Mühldorf sind bereit, bei Impfungen gegen Corona zu helfen. Das ist wichtig, denn die Infektionszahlen bleiben hoch. Ein Grund sind Ansteckungen am Arbeitsplätze

Mühldorf – Im Landkreis sollen künftig statt derzeit durchschnittlich 300 etwa 1.000 Menschen geimpft werden, sofern genügend Impfstoff vorhanden ist. Das geht nicht ohne Hausärzte (siehe Kasten). Heimische Mediziner sind bereit. So sieht der Allgemeinmediziner Dr. Markus Rückgauer, der seine Praxis in Waldkraiburg hat, überhaupt kein Problem in der Einbeziehung niedergelassener Ärzte.

Er steht dafür bereit. „Zu jedem Zeitpunkt, auch an den Wochenenden würde ich die Praxis dafür öffnen.“ Der Impfstoff könne problemlos im herkömmlichen Kühlschrank der Praxis deponiert werden.

Die Sorge um die Risikopatienten

Rückgauer ist überzeugt, dass die Impfzentren der falsche Weg waren. „Man hätte das von Anfang an über die Praxen machen sollen.“ Risikopatienten über 80 durch die Gegend in ein Impfzentrum zu fahren, in dem sie mit „Massen von anderen Menschen warten“, sei nicht zielführend. Das gehe in den Arztpraxen „mit schneller Taktung und erprobtem Timing“ besser. Um Impfberechtigte nicht mit Kranken zu vermischen, kann sich Rückgauer Sonderöffnungszeiten vorstellen.

In der Hausarztpraxis von Markus Balk und Jan Ortmann in Neumarkt-St. Veit beschäftigt man sich seit geraumer zeit mit dem Thema.

„Uns ist natürlich auch klar, dass mit der Lieferung von größeren Impfstoff-Mengen auch die Kapazitäten für die Impfung erhöht werden müssen. Wenn sie schon da sind, sollten die Impfstoffe nicht auf Halde liegen. Wir sind bereit“, betont Ortmann.

Hemmschwellen leichter beseitigen

Die Nachfrage, sich beim Hausarzt impfen zu lassen, werde auch von Patienten geäußert, sagt der Mediziner, der auf das Vertrauensverhältnis zwischen und Arzt und Patient anspielt. „Wenn Hemmschwellen da sind, lassen sich diese leichter beseitigen.“ Die Impfbereitschaft kann er zwar nicht genau quantifizieren, „aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass sie bei etwa 75 Prozent liegt!“

Außenstelle in Waldkraiburg

Kommt eine Außenstelle des Impfzentrums in Waldkraiburg? Kraiburgs Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) hatte im Gemeinderat mitgeteilt, dass eine solche Dependance im Gespräch sei, und ab April die Arbeit aufnehmen könnte.

Der mögliche Standort: das Eisstadion, wo täglich 300 Personen aus Aschau, Kraiburg, Jettenbach, Taufkirchen, Waldkraiburg und Oberneukirchen geimpft werden könnten.

Das Landratsamt bestätigt auf Anfrage, dass eine Außenstelle des Impfzentrums im Eisstadion geprüft werde. Aufgrund der geplanten früheren Einbindung der niedergelassenen Ärzte, sei eine Entscheidung noch nicht gefallen.

Inzwischen spielt auch die Frage eine Rolle, ob genesene Corona-Patienten geimpft werden können. Die Antwort darauf ist nicht eindeutig.

Genesene Patienten müssen warten

Dr. Timm Büttner, Ärtzlicher Leiter des Impfzentrums Mühldorfs sagt: „Jein.“ Menschen die erst vor kurzer Zeit krank waren, dürfen keinen Schutz empfangen. „Die Impfung ist sechs Monate nach überstandener Corona-Erkrankung möglich.

Eine gewisse Zeit geschützt

Es sei davon auszugehen, dass Patienten, die von einer Corona-Infektion genesen seien „zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen“, sagt Büttner. Aufgrund dieser anzunehmenden Immunität nach durchgemachter Infektion, zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen und in Anbetracht des bestehenden Impfstoffmangels sollten ehemals an Corona erkrankte Personen frühestens sechs Monate nach Genesung geimpft werden.“

Wenn der PCR-Test negativ ist, ist auch keine Infektiosität mehr gegeben, ergänzt Büttner. Er verhehlt dabei aber nicht, dass Reinfektionen nach bisherigen Erkenntnissen nicht ausgeschlossen sind. „Ob es bei Reinfektionen generell zu einem milderen Verlauf kommt, ist derzeit nicht zu beantworten.“

Arbeitsplatz als Infektionstreiber

Ein Toter, 22 neue Fälle, ein erneut gestiegener Inzidenzwert auf 106,2: Das sind die aktuellen Coronazahlen aus dem Landkreis Mühldorf. Als Ursache nennt das Gesundheitsamt „nicht ein einzelnes Ausbruchsgeschehen, sondern vielmehr mehrere kleinere Infektionsgeschehen, unter anderem auch in Betrieben, die sich aufsummieren“.

So lag die Zahl der Ansteckungen am Arbeitsplatz in der vergangenen Woche bei 24 Prozent im Vergleich zu neun Prozent in der Vorwoche.

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