"Wir können nur hoffen, dass das Kostüm passt"

"The Masked Singer": Diese Garchingerin steckt hinter den Kostümen

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Alexandra Brandner (l.) ist auch in der zweiten Staffel für die Kostüme (r.) von "The Masked Singer" verantwortlich. 

Mühldorf/Garching – 300 Stunden pro Kostüm: Die Gewandmeisterei Alexandra Brandner und Maskenbaumeisterin Marianne Meinl aus Mühldorf stecken sehr viel Zeit und Liebe zum Detail in die Masken der erfolgreichen Show „The Masked Singer“.

„Die letzten vier Wochen waren sehr zeitintensiv. Wir arbeiten Tag und Nacht“, berichtet Alexandra Brandner aus Garching gegenüber innsalzach24.de. Zehn neue Kostüme produzierte sie mit ihrem Team für die zweite Staffel von „The Masked Singer“.


Bei dieser Live-Show treten zehn Prominente aus allen Lebensbereichen in aufwändigen, überdimensionalen Kostümen auf, die sie komplett verhüllen. Über die Identität der Stars hinter den Masken kann nur spekuliert werden. Die einzigen Anhaltspunkte: kleine Indizien in Einspielfilmen, die Bühnen-Performance und die echte, unverfremdete Stimme während ihrer Songs.

Identität der Stars bleibt unbekannt - "Müssen ins Blinde anfertigen"

Selbst Brandner und ihre Mitarbeiter wissen im Vorfeld nichts über die Identität. „Wir bekommen eine ungefähre Größe, den Kopfumfang und die Schuhgröße. Wir müssen daher ins Blinde anfertigen“, beschreibt sie die äußerst schwierige Konstellation.


Auch bei den Live-Shows wissen sie nicht, welcher Star sich hinter dem Kostüm verbirgt. So gibt es auch keine Anprobe. „Wir können nur hoffen, dass das Kostüm passt. Da ist nicht nur Aufregung dabei, wir sitzen da und beißen Fingernägel“ beschreibt Brandner den Moment, wenn der Star auf die Bühne kommt.

Die erste Staffel begeisterte das Publikum und ist die erfolgreichste ProSieben-Show seit Senderbestehen. Einen großen Anteil hatten dabei die Kostüme von der Gewandmeisterei Alexandra Brandner und Maskenbaumeisterin Marianne Meinl in Mühldorf. Einen größeren Druck spürt ihr Team aufgrund des Erfolges aber nicht: „Das ist unser Job. Wir haben natürlich einen Ehrgeiz, dass es super schön wird.“

Kostüme auch für andere Ausgaben der Show

Dennoch gibt es eine Unterschied zur ersten Staffel. Die Kostüme sind viel aufwendiger und schwieriger geworden. „Man muss natürlich einen draufsetzen. Das war nach dem Erfolg im letzten Jahr auch zu erwarten gewesen“, meint die Gewandmeisterin.

Die Qualität der Kostüme von Brandner blieb in den anderen Ländern nicht unentdeckt. Ihr Geheimnis: „Wir legen ganz viel Wert auf die Detailarbeit“. Inzwischen produziert ihr Team auch die Kostüme für „The Masked Singer“ in anderen europäischen Ländern, unter anderem in der belgischen Ausgabe. Mittlerweile hat Brandner ihre Produktionsstätte vergrößert und ist von Altötting nach Mühldorf umgezogen. „Wir haben jetzt auch eine eigene Maskenabteilung“, berichtet Brandner stolz.

Brandner: "Es ist nicht immer leicht gewesen"

In ihrer Anfangszeit vor über 20 Jahren hat sie nur für das Theater produziert, unter anderem für die Salzburger Festspiele. Doch auch für private Kunden fertigt ihre Werkstatt auf Wunsch spezielle Kostüme an - egal ob Hochzeitskleider, Historisches oder Abendkleider für den Wiener Opernball. Inzwischen hat sich Brandner weltweit einen Namen gemacht. Sie bekommt Aufträge aus ganz Europa, sogar aus China und USA.

Die Liebe zu ihrem Beruf lässt sich allerdings auch schon an ihrem Ausbildungsweg erkennen. Brandner wollte schon immer Kostümbild studieren, hatte allerdings nur einen Hauptschulabschluss. Daher hat sie die Mittlere Reife und anschließend das Fachabitur nachgeholt. 

Danach zog es sie nach München, um eine Lehre als Theaterschneider im Münchner Residenztheater zu absolvieren. Es folgte die Meisterschule für Gewandmeisterkunst und nebenbei das Studium Kostüm- und Bühnenbild. „Es ist nicht immer leicht gewesen. Wenn ich mir aber etwas vornehme, dann ziehe es auch durch,“ blickt Brandner in einem ersten Interview auf die schwierige Zeit zurück.

Millionen kleiner Arbeitsschritte

Mit dem Chamäleon und dem Faultier hat der Sender bereits zwei Kostüme vorgestellt. 300 Stunden für ein Exemplar ist laut der Gewandmeisterin normal. Zudem würden mehrere Leute parallel an einem Kostüm arbeiten.

Das Chamäleon beispielsweise ist sehr aufwendig. „Allein die Augen müssen von Hand moduliert und die Pailletten einzeln angebracht werden. Das sind Millionen kleiner Arbeitsschritte“, erklärt Brandner. Die Maske und Kostüm müssten sich zudem stündlich mehrmals absprechen.

Bei den Live-Shows, ab 10. März immer dienstags um 20.15 Uhr auf ProSieben, in Köln ist Brandner mit ihrem Team vor Ort. Sollte etwas kaputt gehen, versucht sie und ihr Team, es noch spontan zu reparieren. Die Vorfreude nach der wochenlangen Arbeit steigt aber nun auch bei Brandner: „Die Fans können sich auf unglaublich geile Kostüme freuen. Da sind wahnsinnige Teile dabei. Es findet sich jeder in einem Kostüm wieder“, verspricht sie abschließend.

jz

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