Bunkergelände

Erinnerung an KZ-Gefangene im Mühldorfer Hart trotz Corona – Gedenkfeier Ende April

Ruine Fliegerbunker Mettenheim
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Ruine des Fliegerbunkers Mettenheim

Mit einer kleinen Feier soll am 28. April an die Opfer des KZ-Außenlagers im Mühldorfer Hart erinnert werden. Dabei planen Schüler aus Waldkraiburg eine besondere Aktion

Mühldorf – Trotz der fortdauernden Corona-Pandemie hält der Verein „Für das Erinnern“ daran fest, zum Tag der Auflösung des KZ-Außenlagers im Mühldorfer Hart an die Opfer zu erinnern. Das soll nach der Absage im vergangenen Jahr heuer in kleinem Kreis ausschließlich mit geladenen Gästen geschehen. „Allerdings nur, wenn der Inzidenzwert wieder unter 200 liegt“, sagt Vereinsvorsitzender Franz Langstein. Da das derzeit nicht absehbar sei, werde die Entscheidung erst kurzfristig getroffen. Vorgesehener Termin ist Mittwoch, 28. April.

Marcel Huber als Hauptredner

Sollte die Gedenkfeier stattfinden können, wäre CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber Hauptredner. Huber hat sich in den letzten Jahren mit Kraft für den Aufbau einer Gedenkstätte im Mühldorfer Hart eingesetzt. Auch Landrat Maximilian Heimerl und Karl Freller sollen sprechen. Freller ist Vorsitzender der Gedenkstättenstiftung des Freistaats, die auch für das Gelände in Mühldorf zuständig ist.

Bei der Gedenkfeier soll deutlich werden, dass der Verein „Für das Erinnern“ unabhängig von den Einschränkungen an der Erinnerungsarbeit festhält. Schülerinnen und Schüler eines P-Seminars des Gymnasiums Waldkraiburg wollen Bäume mit weißer Farbe markieren, um so die Ausmaße des ehemaligen Waldlagers zu zeigen. Diese Aktion kann nach Einschätzung Langsteins im Laufe des Frühjahrs auch dann stattfinden, wenn die Gedenkfeier abgesagt wird.

Mindestens 4000 Tote

Im Waldlager hatte die Organisation Todt in den letzten Jahren des zweiten Weltkriegs Tausende Häftlinge in Erdhütten zusammen gepfercht. Sie mussten in dem Außenlager des KZ-Dachaus eine halbunterirdische Flugzeugfabrik errichten.

Mindestens 4000 Menschen starben dabei, die meisten von ihnen ungarische Juden.

Zwei der wichtigen Orte des ehemaligen KZ-Außenlagers sind bereits als Gedenkstätte gestaltet. Am ehemaligen Massengrab und im ehemaligen Waldlager hat der Freistaat Erinnerungsorte eingerichtet. Für das zentrale Gelände am letzten Bunkerbogen der Flugzeugfabrik laufen laut Langsten voraussichtlich noch bis Sommer die Arbeiten zur Räumung des Geländes von Sprengstoff.

Grundstücksfragen weiter ungeklärt

Danach geht es an die Lösung der Grundstückfragen. „Das Amt für ländliche Entwicklung leistet gerade die Vorarbeiten für die rechtliche Klärung“, sagt Langstein. Der Freistaat muss die Grundstücke von Landwirten kaufen oder tauschen, auf denen die Gedenkstätte entstehen soll.

Dieser Vorgang kann nach Einschätzung Langsteins mehrere Jahre dauern. Erst danach könne mit der Einrichtung einer Gedenkstätte an diesem zentralen Ort des KZ-Außenlagers begonnen werden.

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