Mühldorfer Stadtrat stellt Bebauungsplan „Winterhof“ vorerst zurück

Diskussion um „Skyline von Altmühldorf“ - Hetzl: „Verstehen die Bedenken“  

Wohnprojekt in Altmühldorf mit bis zu 160 Wohnungen an der Münchner Straße
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So könnte das Wohnprojekt mit bis zu 160 Einheiten in Altmühldorf aussehen.

Mühldorf – In der Stadtratssitzung vom Donnerstag, 24. September, herrschte großer Diskussionsbedarf. Dabei ging es um ein großes Wohnprojekt in Altmühldorf mit bis zu 160 Wohnungen, dem der Bauauschuss noch einstimmig zugestimmt hatte.  

Am 8. September stimmte der Bauausschuss noch einstimmig für das Projekt in Altmühldorf. Doch rund zwei Wochen später war von dieser Empfehlung im Stadtrat nichts mehr zu spüren. Es gab viele Einwände und Unsicherheiten bei dem geplanten Wohnprojekt in der Münchner Straße, das bis zu 160 Wohnungen beinhalten soll.


Großes Wohnprojekt in Altmühldorf mit bis zu 160 Wohnungen sorgt für Diskussionen

Zu Beginn des umstrittenen Tagesordnungspunktes warb Bürgermeister Michael Hetzl für dieses Projekt. Die Nachverdichtung sei ein wichtiger Bestandteil der Zukunft. Neuer Wohnraum müsse auch in bestehenden Flächen entstehen, nicht nur auf unbebauten Flächen. „Dafür sind auch viele Bürger, aber eben nicht, wenn es direkt neben ihnen passiert. Daher ist es wichtig, alle Beteiligten mit ins Boot zu nehmen“, so Hetzl.


Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner berichtet von einen gutem Konzept mit sehr viel Grünfläche. Zudem soll im Zentrum der verschiedenen Wohnanlagen ein Cafe entstehen. Dabei berichtet sie auch von einer maximalen Wandhöhe von neun Metern.

Zu hoch und zu viele Wohnungen

Doch gerade die Höhe sei für Gottfried Kirmeier ein Dorn im Auge. Man brauche „keine Skyline in Altmühldorf“. Die Nachverdichtung würde in der Stadt Sinn machen, aber nicht im Zentrum eines Dorfes. Altmühldorf wachse zudem sehr schnell, doch auch die Infrastruktur müsse mitwachsen. Daher seien 160 Wohnungen zu viel.

Ähnlich sieht es auch Stephan Schinko (Grünen). Zwar begrüße er die vielen unverbauten Flächen bei diesem Projekt, aber für ein Dorfgebiet seien es zu viele Wohnungen. Diese würde sich nicht durch die Masse auszeichnen. Die Bauhöhe sei zu hoch und der Nahverkehr nicht ausgebaut.

Beschwerden im Verfahren möglich

Markus Saller (UM) ist über die Aussagen überrascht. Es habe einen einstimmigen Beschluss im Bauausschuss gegeben. Die Wohnungsanzahl höre sich massiv an, aber die Nachfrage hierfür sei da. Man solle auch nicht zu viel am Objekt ändern, denn viel mehr werde der Investor nicht entgegenkommen. Nach einem Beschluss seien ja im Verfahren dann Beschwerden möglich.

Hetzl betonte nochmals, dass es sich dabei um maximal 160 Wohnungen handeln und es noch keinen Detailplan geben würde. Mit großer Sicherheit werden es weniger, da mehrere Wohnungen zu größeren umfunktioniert werden könnten. Vielmehr sei ein Umdenken wichtig, denn man müsse Anreize für ältere Personen schaffen. Damit könnten Häuser für Familien frei werden. Dies sei aber kein Zwang. „Wir verstehen auch die Bedenken, die darf auch jeder äußern. Aber ohne Beschluss kommen wir da nicht hin“, ergänzt Hetzl.

Beschluss wird zurückgestellt

Stefan Lasner (CSU) schlug vor, eine 3D-Simulation vom Objekt anzufertigen, damit sich das alle besser vorstellen könnten. Prinzipiell sei er nicht gegen eine Nachverdichtung, aber das geplante Projekt sei zu hoch. Zudem müsse man über ein Halteverbot an der Münchner Straße nachdenken, da dies der Hauptrettungsweg in Altmühldorf sei.

Letztendlich einigte sich das Gremium bei drei Gegenstimmen darauf, den Beschluss zurückzustellen. Es soll eine 3D-Simulation angefragt werden und eine Vor-Ort-Besichtigung durchgeführt werden. Erst dann soll über eine mögliche Skyline von Altmühldorf entschieden werden.

jz

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