Corona in der Region

Bessere Impfchancen für Jüngere und Skepsis gegen Impfstoff von Astrazeneca

Corona-Fallzahlen im Landkreis Mühldorf vom 19. Februar 2021.
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Schwerpunkt Waldkraiburg: Die neuen Corona-Zahlen, die das Landratsamt am 19. Februar veröffentlicht hat, zeigen deutlich die sogenannten aktiven Fälle. Das sind die Menschen, die aktuell mit dem Virus infiziert sind.

Jetzt kommen die Jüngeren doch früher dran: Weil auch im Landkreis Mühldorf die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca hoch ist, haben Jüngere Chancen, sich früher impfen zu lassen. Das rät ihnen Landrat Max Heimerl.

Mühldorf – Hoch kochten in der vergangenen Corona-Woche vor allem die Diskussionen über den Impfstoff von Astrazeneca . Wie in ganz Deutschland lehnen ihn auch in der Region Menschen ab. 1900 Dosen sollen in dieser Woche im Landkreis zur Verfügung stehen. Mit ihm werden ausschließlich Menschen unter 65 Jahren geimpft; für sie ist dieser Impfstoff verpflichtend.


Auswirkungen auf Klinikmitarbeiter?

Das Landratsamt teilte dazu am Mittwoch mit: „Diese Entscheidung hat Konsequenzen für Impfwillige: Es können sich bereits jetzt 65-Jährige aus niedrigeren Priorisierungsstufen anmelden“, erklärt Landrat Maximilian Heimerl. „Das kann dazu führen, dass ein unter 65-Jähriger aus einer nachrangigen Priorisierungsstufe früher einen Termin bekommt, als ein 80-Jähriger aus der höchsten Gruppe.“


Die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca schlägt sich bei den Mitarbeitern im Inn-Klinikum bislang noch nicht nieder, erklärte Geschäftsführer Thomas Ewald auf Anfrage. Der Grund: „Wir haben bisher noch keinen Astrazenecaa-Impfstoff verimpft und deshalb auch keine Erfahrungen damit.“ Auch in den Kliniken sollen Mitarbeiter unter 65 Jahren damit geimpft werden. „Bisher haben wir etwa 800 Beschäftigte erst- und etwa 400 zweitgeimpft“, sagt Ewald.

Dabei sei ausschließlich Impfstoff von Moderna und der von Biontech/Pfizer verwendet worden. „Etwa 500 Mitarbeiter befinden sich derzeit noch auf der Warteliste für eine Covid-Impfung“, sagt Ewald. „Inwieweit sich der Wechsel des Impfstoffes auf die Impfbereitschaft auswirkt, lässt sich im Moment nicht abschätzen.“

„Die regionalen Kliniken helfen sich nach dem Solidaritätsprinzip gegenseitig.“ 

Mike Schmitzer, Sprecher des Inn-Klinikums über die Verlegung von Corona-Patienten

Im Inn-Klinikum werden derzeit 47 Corona-Kranke behandelt, dazu kommen elf Verdachtsfälle. Auf der Intensivstation liegen sieben Menschen, von denen vier beatmet werden müssen. Dabei handelt es sich nach Angaben des Inn-Klinikums nicht nur um Patienten aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Acht Erkrankte kommen aus der Nachbarschaft, aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Rosenheim, Rottal-Inn oder Passau.

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„Es handelt sich in erster Linie um Patienten, die wir übernommen haben, als die Kliniken anderer Landkreise Kapazitätsengpässe hatten“, erklärt Inn-Klinikensprecher Mike Schmitzer. „Die regionalen Kliniken helfen sich nach dem Solidaritätsprinzip gegenseitig.“ Die Verteilung wird laut Schmitzer zentral über den Katastrophenschutz und der regionalen Krankenhauskoordinierungsstelle geregelt.

Marta Lera, Ärztin der Inneren Medizin, wird von Betriebsärztin Birgit Bott geimpft. Wie sich die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca  im Inn-Klinikum auswirkt, ist noch nicht absehbar.

Noch keine Rückkehr zum Regelbetrieb

Die Analyse der Zahlen gehört zur täglichen Arbeit in den Kliniken, betont Geschäftsführer Ewald. „Auf Basis dieser Informationen ist es im Moment noch zu früh, zum Normalbetrieb zurückzukehren und wieder in vollem Umfang planbare Eingriffe durchzuführen.“ Trotz des leichten Rückgangs sei die Klinik nahezu voll ausgelastet. Dazu komme die Sorge um die Folgen der Virus-Mutation. „Wir unternehmen aber in verschiedenen Bereichen erste Schritte zurück zum Regelbetrieb.“

Zehn neue bestätigte Fälle gab es gestern im Landkreis, damit liegt der Inzidenzwert bei 75,9. Unter den entdeckten Viren sind auch die Varianten, die als ansteckender gelten. Fünfmal wurde die britische, je zweimal die südafrikanische und brasilianische Variante entdeckt.

Corona im Klinikum seit Oktober 2020

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