Kommunalwahl in Mühldorf

Zollner gewinnt Frauen-Duell knapp

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Marianne Zollner (SPD, rechts) und Karin Zieglgänsberger (Freie Mühldorfer) traten gegeneinander an!
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Mühldorf - Am Ende setzte sich Marianne Zollner von der SPD gegen Karin Zieglgänsberger (Freie Mühldorfer) durch. Doch diese Stichwahl war ein knappes Rennen!

Drei Fragen an die Stichwahl-Kandidatinnen

1. Die Stichwahl ist eine Persönlichkeitswahl: Wo sehen Sie hier Unterschiede zwischen Ihnen und Ihrem Gegenkandidaten?

Marianne Zollner (SPD): Der große persönliche Unterschied zwischen uns ist der bisherige Lebenslauf. Ich engagiere mich bereits seit vielen Jahren für die Menschen in unserer Stadt, sowohl ehrenamtlich als auch beruflich im Haus der Begegnung. Ich kenne die Sorgen und Nöte der Mühldorferinnen und Mühldorfer und konnte schon viele Angebote für alle Generationen ins Leben rufen. Ich kenne die Finanzierungsmodalitäten des Europäischen Sozialfonds, von Bund und Land Bayern, denn mit Geldern aus diesen Töpfen habe ich diese Angebote finanziert. In der Stadtratsarbeit und als Fraktionsvorsitzende habe ich politische Erfahrungen gesammelt, die für das Bürgermeisteramt sicher hilfreich sind. Der bisherige Werdegang von Frau Zieglgänsberger ist völlig anders. Sie steigt neu in das Feld der Stadtpolitik ein und ist bisher nicht durch öffentliches Engagement in Erscheinung getreten.

Karin Zieglgänsberger (Freie Mühldorfer): Die Bürger können sich in der Stichwahl zwischen zwei echten Alternativen entscheiden. Persönlich unterscheiden wir uns nicht nur das Alter betreffend, sondern auch im persönlichen Lebenslauf. Aber weder der eine Lebenslauf, noch der andere ist weniger geeignet für das Amt der Bürgermeisterin. 

2. Wo sehen Sie inhaltliche Differenzen bzgl. Ihrer politischen Ziele für die Gemeinde?

Zollner: Der größte Unterschied unserer politischen Ziele ist die Einschätzung der finanziellen Situation der Stadt Mühldorf. Während Frau Zieglgänsberger das große Ziel „Sparen“ über alles stellt und Investitionen sehr skeptisch gegenübersteht, sehe ich sehr wohl Möglichkeiten, neue Projekte anzupacken und gleichzeitig Schulden langsam, aber stetig abzubauen. Unsere Schulden sind auf den Bau der Mittelschule zurückzuführen. Hier hat die Stadt in eine gute Bildung für die Kinder investiert. Das ist uns diese finanzielle Kraftanstrengung wert. Wir brauchen keinen Extra-Kassensturz, wie ihn Frau Zieglgänsberger fordert, denn den haben wir jedes Jahr bei den Haushaltsabschlüssen. Zur Zeit erarbeiten wir den Haushaltsplan 2014 im Finanzausschuss. Die Kassenlage liegt klar auf der Hand. Wir können investieren und trotzdem Schulden abbauen. Auch in den letzten Jahren wurde viel angepackt, ohne dass die Schulden mehr wurden: Kinderkrippen und Kindergärten wurden gebaut, die Grundschule saniert, in den Neubau und die Zusammenlegung von Hl.Geist-Spital und Caritas-Heim investiert, der Globus-Kreisel wurde gebaut und die Innkanalbrücke… Daran sieht man, dass unsere Stadt Investitionskraft hat. Das ist auf eine gute Wirtschaftspolitik in den letzten Jahren zurückzuführen. Denn dadurch konnten die Einnahmen der Stadt gesteigert werden.

Zieglgänsberger: Die entscheidenden Unterschiede liegen auch nicht in der politischen Zielsetzung, den wir beide wollen das Beste für die Mühldorfer Bürger. Die tatsächlichen Unterschiede liegen in der Herangehensweise an die anstehenden Aufgaben. Hier treffen tatsächlich gegenteilige Ansätze aufeinander. Eine Wahl ist kein Wunschkonzert und als Bürgermeisterkandidatin kann ich die Erfüllung der berechtigten Wünsche nur versprechen, wenn ich sicher sein kann, dass ich die Vorhaben auch finanzieren kann. Dies meine ich, ist unter anderem, der größte Unterschied zwischen Frau Zollner und mir. Weiterhin unterscheiden wir uns in den Überlegungen, welche Projekte wie oder wo umgesetzt werden können. Dies beginnt bei der Einrichtung eines Sportzentrums (FC Mühldorf und TSV Mühldorf), dessen Konzeptionierung wir von den Freien Mühldorfern zuerst auf dem Gelände der Rennbahn prüfen möchten, bevor wir uns auf wackelige Alternativen festlegen. Es geht weiter mit der Errichtung eines Hallenbads, das aus meiner Sicht durch die Stadt alleine nicht finanzierbar ist, der Überarbeitung von Bebauungsplänen (Baugebiet Frixinger Straße, Baugebiet Südlich der Oderstraße Teil II) und endet schließlich beim Thema Stadtplatz 58, bei dem es endlich an der Zeit ist, dass alle Beteiligten (Stadt, Stadtbau GmbH, Verein DenkMal Stadt Mühldorf und Landesamt für Denkmalpflege) an den Verhandlungstisch zurückkehren, damit eine sinnvolle- auch kommerzielle- Nutzung gefunden werden kann.

3. Wie bewerten Sie Ihre Chancen nach der Wahl am 16. März? Hoffen Sie auf Unterstützung von anderen Listen/Parteien?

Zollner: Ich schätze meine Chance als relativ gut ein. Aber sicher ist noch gar nichts. Wichtig ist, dass die Menschen wählen gehen. Jede Stimme ist wichtig. Ich hoffe sehr, dass die Mühldorferinnen und Mühldorfer mir Ihr Vertrauen schenken.

Zieglgänsberger: Die Mühldorf Bürger werden unabhängig und ohne Einflussnahme von politischen Gruppierungen entscheiden. Dies ist für mich als Freie Mühldorferin das Wichtigste und stimmt mich positiv im Hinblick auf meine Chancen in das schönste Amt der Stadt Mühldorf gewählt zu werden.

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