BRK: Zeichen stehen auf Neuanfang

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Am Wendepunkt: Vorsitzender Trä und Geschäftsführerin Maier (von rechts) wollen dem BRK Kreisverband wieder in ruhigeres Fahrwasser bringen. Den Anfang hat der kommissarische Geschäftsführer Jung (links) bereits gemacht.

Mühldorf - Obwohl die Vergangenheit noch immer die Diskussionen im Kreisverband des Roten Kreuzes Mühldorf prägt, wollen alle das Augenmerk jetzt vor allem auf einen Neuanfang legen.

Das sagte der frisch gewählte Vorsitzende Johannes Trä während der Mitgliederversammlung in Mühldorf. Mit 67 Ja-Stimmen wählten 76 Mitglieder im Haberkasten am Freitagabend ihren kommissarischen Vorsitzenden Trä zum neuen Vorstand. Er folgt Susanne Engelmann nach, die in den Verwerfungen um Geschäftsführer Marc Elsner im Oktober 2011 zurückgetreten war. Nach seiner Wahl ernannte Trä das Jahr 2012 zum Aufbruchsjahr: "Wir machen die Arbeit nur aus einem Grund: Anderen zu helfen", sagte er. Dabei gelte es Bewährtes zu bewahren, aber auch Neues zu entwickeln: "Das dürfen wir nicht gleich ablehnen."

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Die Zukunft des BRK wird noch immer von der Ära Elsner geprägt, die im Herbst 2011 unter großen Verwerfungen ein Ende fand. Neben Arbeitsgerichtsprozessen gegen Elsner und staatsanwaltlichen Ermittlungen hat der kommissarische Vorstand zusammen mit dem kommissarischen Geschäftsführer Josef Jung die ersten Schäden beseitigt, die Elsner hinterlassen hat. "Nahezu täglich haben wir irgendwelche Missstände gefunden. Wohl wissend um die Zustände, ist die alte Geschäftsführung ihrer Informationspflicht lange nicht nachgekommen." So gab es im Kreisverband laut Trä 25 Mitarbeiter, die unter Tarif bezahlt worden seien. Die Entschädigung von Ehrenamtlichen habe korrigiert werden müssen, Probleme gab und gebe es mit der Unterkunft der Bereitschaften Kraiburg oder Neumarkt-St. Veit. Eine Annäherung habe es an die AOK gegeben, mit der Elsner im Streit Verträge gekündigt habe. "Auch das wurde von Elsner falsch dargestellt."

Vor allem habe das BRK unter Elsner jahrelang massive Verluste gemacht, betonte Trä. Zwischen 2006 und 2011 belaufen sie sich nach Angaben des Vorsitzenden auf 640000 Euro: "Elsner hat nie den Haushaltsplan erfüllt", betonte Trä. "Es ist deshalb falsch, wenn Elsner behauptet, er habe ein positives Ergebnis produziert." Das hatte der ehemalige Geschäftsführer bis zuletzt erklärt. Trotz der schlechten Ergebnisse ist das BRK laut Trä finanziell nicht gefährdet: "Wir haben immer noch Substanz."

Wie negativ sich die Arbeit Elsners ausgewirkt hat, zeige die Zahl der Fördermitglieder, die seit 2003 um 2500 zurückgegangen sei. Jetzt hat der BRK noch 7800 Fördermitglieder. Derzeit arbeiten 215 Mitarbeiter beim Kreisverband in Voll- und Teilzeit, 63 davon sind Hauptamtliche. Sie beruhigte Trä: "Es war und ist für uns kein Problem Löhne und Gehälter zu zahlen."

Trä betonte auf Nachfrage eines Mitglieds, dass auch Verantwortung und Wissen der ehemaligen Vorsitzenden Engelmann Teil der derzeit laufenden Überprüfungen seien.

Jetzt will das Rote Kreuz den Blick wieder nach vorne richten. Die neue Geschäftsführerin Tanja Maier will in den nächsten drei Monaten ein Strategiepapier entwickeln. Trä nannte bereits erste Eckpunkte, die sich mit der Standardisierung von Arbeitsprozessen oder einer besseren internen Informationspolitik befassen. Ein Vertreter der BRK-Bereitschaften äußerte den Wunsch, in die Entwicklung eines Berichtswesens einbezogen zu werden.

Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch würdigte den Aufbruch: "Ich bin froh, dass die BRK-Familie wieder zusammenkommt und den Blick in Freundschaft gemeinsam nach vorne lenkt." Er nannte die Kündigung Elsners eine "Entscheidung, die im Interesse des Landkreises ist". Es sei ein "Schnitt notwendig gewesen, um aus den negativen Diskussionen rauszukommen: Es verdient Respekt und Anerkennung, dass der Vorstand den Mut hatte, das zu machen."

hon/Mühldorfer-Anzeiger

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