Ein Beispiel intakter Dorfgemeinschaft

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Mühldorf - Nach einem arbeitsreichen Jahr richtet die Feuerwehr Mößling den Blick in die Zukunft. Heuer und kommendes Jahr stehen wichtige Ereignisse an.

Nach einem arbeitsreichen Jahr richtet die Feuerwehr Mößling den Blick in die Zukunft. Auf ihrer Jahreshauptversammlung am Freitagabend wurde deutlich, dass heuer und kommendes Jahr wichtige Ereignisse anstehen.

Allem voran die Einweihung des Erweiterungsbaus am 27. Juli. Der Bau der neuen Fahrzeughalle war deshalb auch zentrales Thema in den Ausführungen des Vorsitzenden Christian Funiok. "Dass sie fast schon fertig ist, hätten wir ja in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet", sagte Funiok. Alle Mitglieder hätten dafür an einem Strang gezogen, lobte Funiok und zählte zusammen: "2500 Arbeitsstunden sind bereits in die Baumaßnahme geflossen."

Zugleich habe sich die Wehr mit inzwischen rund 40 000 Euro an dem Bau beteiligt. "Das ist schon einmalig und zugleich ein Beispiel intakter Dorfgemeinschaft." Funiok dankte den Bauhof-Mitarbeitern für die tatkräftige Hilfe und der Stadt Mühldorf für die finanzielle Unterstützung in Höhe von 150000 Euro.

Neue Halle: 2500 Stunden geleistet

Bürgermeister Günther Knoblauch sprach mit Blick auf die neue Halle von einer "beeindruckenden Bilanz" und bekräftigte seine Einschätzung, dass der Erweiterungsbau die effektivste und sinnvollste Lösung für die Mößlinger Feuerwehr sei: "Ein Neubau wäre nicht nur viermal so teuer gekommen, sondern auch erst in zehn bis 20 Jahren realisiert worden." Die Begeisterung und der Gemeinschaftssinn der Mitglieder seien beispielgebend für andere Vereine in der Stadt, erklärte Knoblauch.

Dass neben den vielen Arbeitsstunden der Feuerwehralltag nicht vernachlässigt wurde, dafür sorgte der Erste Kommandant Hans Biermaier - nicht zuletzt mit zahlreichen Übungen in den verschiedensten Bereichen.

Darüber hinaus verzeichnete die Mößlinger Feuerwehr im vergangenen Jahr 57 Einsätze: darunter acht Brände und 32 Technische Hilfeleistungen. Biermaier kündigte an, dass sich in den kommenden Monaten eine Projektgruppe Gedanken über die Ausstattung des neuen Hilfeleistungsfahrzeugs machen wird, das 2013 das über 30 Jahre alte TLF 16 ablösen soll.

Von acht auf zwölf Euro: Beitrag erhöht

Sowohl Biermaier als auch Schriftführer Andreas Rath stellten die solide Personalstärke der Mößlinger Wehr heraus: 204 fördernden und passiven Mitgliedern stehen 72 Aktive (66 Männer und sechs Frauen) gegenüber. Dazu zählen nach den Ausführungen des stellvertretenden Jugendwarts, Daniel Peretzki, zwölf Jugendliche (vier Mädchen und acht Jungen). Peretzki lobte insbesondere die gute Zusammenarbeit der drei Mühldorfer Wehren im Jugendbereich.

Was die Finanzen betrifft, hat der Erweiterungsbau laut Kassier Heinz Prieschel in der Bilanz des vergangenen Jahres deutliche Spuren hinterlassen. Ausgaben in Höhe von knapp 45000 Euro, davon 30000 Euro für die Fahrzeughalle, stehen Einnahmen in Höhe von rund 25500 Euro gegenüber. Trotzdem kann die Mößlinger Feuerwehr auf einen Kassenstand von knapp 20000 Euro zurückgreifen. Mehr Geld bringen ab 2013 die Fördermitglieder ein: Ohne Gegenstimme wurde der Antrag angenommen, den Förderbeitrag von derzeit acht auf zwölf Euro pro Jahr anzuheben.

Kreisbrandrat Karl Neulinger hob nicht nur den gesellschaftlichen Faktor der 3600 aktiven Feuerwehrler im Landkreis heraus, sondern äußerte sich auch zu Themen wie Bürokratie, Ehrenamts-Card und Rauchmelder-Pflicht. Konrad Scheibl von der Autobahnpolizei erinnerte die Mitglieder an das hohe Gefahrenpotenzial auf der A94. Ein Knackpunkt seien nach wie vor die extrem hohen Geschwindigkeiten, die das vergleichsweise geringe Verkehrsaufkommen zulasse.

Neben neuer Halle und neuem Fahrzeug kommt auf die Mößlinger Feuerwehr im kommenden Jahr noch eine entscheidende Veränderung zu: Vorsitzender Christian Funiok wird sich bei den turnusgemäßen Neuwahlen nicht mehr zur Verfügung stellen. Darüber hinaus soll im Rahmen der nächsten Hauptversammlung ein Feuerwehrverein aus der Taufe gehoben werden.

ha/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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