"Asylanten-Thema ist Dauerbrenner"

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(v.l.) Regierungsvozepräsident Ulrich Böger, Landrat Georg Huber, Vors. d. Bezirksverbands Bay. Landkreistag Thomas Karmasin

Mühldorf - 20 Oberbayerische Landräte haben sich am Montag im Landratsamt zur vierteljährlichen Tagung getroffen. Dauerbrenner-Thema dabei wieder: knappe Plätze für Asylbewerber.

"Asylbewerber-Unterkünfte sind immer noch knapp. Und das ist ein Problem. Denn die Zahl der Asylanten wird in der kommenden Zeit noch weiter steigen. Immobilien, leerstehende Häuser, sind dringend benötigt." Thomas Karmasin ist der Vorsitzende des Bezirksverbands des Bayerischen Landkreistages und außerdem selbst Landrat von Fürstenfeldbruck. Und auch Regierungsvizepräsident Ulrich Böger, der in Vertretung von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand anwesend war, sieht das Thema kritisch. "In den kommenden Monaten werden wir mit rund 10 Prozent mehr Asylbewerbern zu rechnen haben. Im Januar 2012 waren es 34 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt: Das Thema bleibt ein Dauerbrenner."

Im Landkreis Mühldorf sieht es diesbezüglich aber vergleichsweise gut aus, berichtet Landrat Georg Huber. "Bezogen auf unsere Größe müssen wir etwa 80 Asylbewerber aufnehmen können. 56 Plätze haben wir ja schon. Und weitere 30 stehen in engerer Planung. Da sieht es gut aus." Genaueres will Huber aber noch nicht an die Öffentlichkeit tragen.

An dieses Thema anknüpfend war auch Rechtsextremismus in Oberbayern Thema bei der Landräte-Tagung - aus gegebenem Anlass, der Nazi-Demo am 14. Januar in Mühldorf und den Vorfällen in Halsbach, Landkreis Altötting. "Ich muss zugeben, in meinem Landkreis Fürstenfeldbruck habe ich dieses Problem nicht, " so Karmasin. "Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass rechtsextreme Bewegungen immer öfter zum Thema werden." Hier sei ein größerer Austausch zwischen den Landkreisen wichtig. "Wir müssen im Umgang mit der Problematik voneinander lernen," so der Vorsitzende. Huber lobte an dieser Stelle das Engagement der Bürger in seinem Landkreis. "Wir haben da ganz vorbildlich reagiert. Natürlich muss die Politik eingreifen, aber stolz macht mich vor allem, wie die Menschen sich eingesetzt haben!" Jetzt bleibe nur zu hoffen, dass die 30 neuen Plätze für Asylbewerber nicht wieder die Rechten auf den Plan rufe.

Präsident des Bay. Landkreistages Dr. Jakob Kreidl

Ein weiteres großes Thema der Tagung war das Bildungswesen. Der Präsident des Bayerischen Landkreistages Dr. Jakob Kreidl stellte ein neues Angebot vor, das Staatsminister für Unterricht und Kultur Dr. Ludwig Spaenle in Aussicht gestellt hatte: Künftig solle es sogenannte Dialogforen geben. "Hier kommen alle am Bildungswesen beteiligten an einen Tisch, " so Kreidl. Sie sollen ausarbeiten, wie die Bildungssituation momentan aussieht und wie es weitergehen soll. In einem weiteren Schritt soll in einjähriger Arbeit ein Bildungsatlas erstellt werden. Der soll unter anderem festhalten, wie Schulübergänge und Schulsozialarbeit verbessert werden können.

"Der Landkreis Mühldorf steht hier mit seinem Programm "Lernen vor Ort" ja schon vorbildlich da", so Huber. Und Karmasin gab ihm recht. "Wir waren alle sehr beeindruckt, zu hören, wie das Thema hier behandelt wird." Der Landkreis wird seine Vorgehensweise künftig den anderen Landkreisen zur Verfügung stellen. "Austausch ist das A und O," so Karmasin.

ds

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