Zusammenschluss von Altötting und Mühldorf

Kreiskliniken-Fusion: Nun auch Einigung mit Arbeitnehmer-Vertretern

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Sogar zwei Demonstrationen vor den Landratsämtern von Altötting und Mühldorf hatte es wegen der befürchteten Übernahme der Servicegesellschaft gegeben. Doch nun konnte eine Einigung erzielt werden.
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Altötting/Mühldorf am Inn - Ein massiver Kritikpunkt von Arbeitnehmervertretern an der Fusion der Kreiskliniken war ein mögliches Fortbestehen der Servicegesellschaft "KMS" über die einige Mitarbeiter aus dem Kreis Mühldorf beschäftigt wurden. Doch hier ist nun eine Einigung erzielt worden.

"Das größte Kapital der Kreiskliniken in den Landkreisen Altötting und Mühldorf sind nach unserer Überzeugung die Mitarbeiter", betonen in einer gemeinsamen Pressemitteilung die Landräte der beiden Landkreise Altötting und Mühldorf am Inn, Erwin Schneider (CSU) und Georg Huber (CSU). "Deshalb freuen wir uns über eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern, die am Montagabend erzielt werden konnte." 

Bereits im Rahmen der Pressekonferenz am Samstag, auf der Details zum medizinischen Konzept vorgestellt wurden, hatten sie erklärt, man stünde kurz vor einer Einigung.

Das Interview vom Samstag im Video:

Die Servicegesellschaft "KMS" werde spätestens nach Ablauf der zweijährigen Übergangsphase vollständig abgeschafft und die Beschäftigten in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes überführt. "In der Übergangsphase erhalten die primär nach dem IG Bau-Tarif Beschäftigten bereits ab Juli 2020 eine monatliche Zulage in Höhe von 100 Euro. Im darauf folgenden Jahr steigt diese Zulage auf 150 Euro." Für alle Beschäftigten gelte zudem ein über die gesetzlichen Regelungen hinausgehender Kündigungsschutz, Schutz vor Versetzung und "Outsourcing" sowie die Anerkennung sämtlicher Vorbesitzstände. "Befristete Beschäftigte werden grundsätzlich entfristet. Darüber hinaus wird die betriebliche Mitbestimmung auch in der Übergangsphase optimal gewährleistet. Im künftigen Klinikverwaltungsrat können drei Mitarbeitervertreter mitwirken."

Freude über Einigung auf allen Seiten

"Alle Zusagen werden auch Eingang in einen Personalüberleitungstarifvertrag finden. Dies ist das Ergebnis intensiver Gespräche mit den Mitarbeitervertretern, die seit dem Grundlagenbeschluss zur Fusion im Sommer 2019 geführt wurden", betonen Schneider und Huber. "Wir sind froh, mit den Beschäftigten nun über sämtliche Punkte Einvernehmen erzielt zu haben. Die Fusion als solche liegt bereits im ureigenen Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit dem nun vorliegenden Mitarbeiterpaket wird zusätzlich erreicht, dass ab dem ersten Tag alle auch mit einem guten Gefühl und vollmotiviert an einem Strang ziehen können - mit sicheren und attraktiven Arbeitsplätzen im Dienst für eine noch bessere medizinische Versorgung unserer Bevölkerung."

Auch auf Arbeitnehmervertreter-Seite ist man zufrieden. "Das ist eine Lösung, mit der wir leben können", betont ver.di-Sekretär Win Windisch im Gespräch mit innsalzach24.de. "Das ist ein wichtiges Signal und eine gute Entscheidung. So ist nicht nur die berufliche Sicherheit der Mitarbeiter sondern auch eine gute Versorgung für die Patienten gewährleistet."

hs

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