Trotz Einschränkungen durch Corona

Mühldorfer Feuerwehr 2020 bei 143 Einsätzen gefordert

Die Mühldorfer Feuerwehr beim Großeinsatz im Gelände der Firma ODU im letzten Jahr .
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Die Mühldorfer Feuerwehr beim Großeinsatz im Gelände der Firma ODU im letzten Jahr .

Auch in der Corona-Pandemie war die Mühldorfer Feuerwehr im letzten Jahr besonders geforderet. Die Wehr musste zu 143 Einsätzen ausrücken. Alle drei Mühldorfer Wehren haben unter der Federführung der Mößlinger Feuerwehr einen großen Schritt Richtung Digitalisierung gemacht.

Mühldorf – Die Corona-Pandemie schränkt auch die Freiwilligen Feuerwehren ein. Zur Zeit werden keine Mitgliederversammlungen, Schulungen oder Lehrgänge durchgeführt. Die Aktiven der Mühldorfer Wehr kommen zum Einsatz an das Feuerwehrgerätehaus und fahren nach dem Einsatz wieder nach Hause. „Wir können uns nach einem Einsatz nicht zusammensetzen und den durchsprechen. Für die Kameradschaft ist das nicht förderlich, aber auch wir halten uns an die Vorgaben, die die Pandemie allen abverlangt“, sagt Kommandant Martin Strasser.


Fast jeden zweiten Tag einen Einsatz

Neben Corona waren die Mühldorfer Floriansjünger im Jahr 2020 gewaltig gefordert. 143 Einsätze waren zu bewältigen. Fast jeden zweiten Tag waren die Feuerwehrler im Einsatz. „Das sind reine Brandeinsätze und „Technische Hilfeleistungen, denn Sicherheitswachen und Umzüge mussten nicht begleitet werden, weil diese alle Corona zum Opfer gefallen sind“, bilanziert Strasser.


Zwei Drittel der Einsätze sind „Technische Hilfeleistungen“ und ein Drittel sind Brandeinsätze. Der Schwerpunkt bei den Brandeinsätzen lang im vergangenen Jahr bei zwei Großbränden in Waldkraiburg, zu denen auch die Mühldorfer Wehr gerufen wurde. Den größten Einsatz bei den „Technischen Hilfeleistungen“ hatten die Floriansjünger in Mühldorf bei der Firma ODU zu absolvieren.

Die Mühldorfer Wehr hat zur Zeit 61 aktive Feuerwehrfrauen und -männer.

„Mein Dank gilt allen Frauen und Männern der Mühldorfer Wehr, die im letzten Jahr zu den Einsätzen ausgerückt sind. Sie haben dafür gesorgt, dass unsere Mitbürger die Hilfe bekamen, die sie gebraucht haben. Nicht vergessen werden darf, dass alle diese Frauen und Männer ehrenamtlich diese Aufgaben bewältigen“, erklärte der Kommandant.

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„Wir haben verstanden, dass wir uns mehr mit möglichen Infektionsgeschehen auch als Feuerwehr auseinandersetzen müssen. Die Feuerwehr kann sich hier nicht raushalten, wir sind Teil der Gesellschaft und damit auch konfrontiert mit den Gefahren, die unsere Gesellschaft bedrohen. Hygiene- und entsprechende Schutzmaßnahmen werden uns zukünftig weiter begleiten. Wir müssen uns auch zwingend mehr mit der Digitalisierung auseinandersetzen, ob wir wollen oder nicht. Insbesondere im Bereich der Aus- und Fortbildung müssen wir als Feuerwehr neue Wege gehen und uns schnellstmöglich auf die digitale Welt einlassen. Besprechungen, Sitzungen, Übungen etc. brauchen eine Rückfallebene“, stellte Vorstand Dr. Gerhard Deißenböck heraus.

Alle drei Mühldorfer Feuerwehren (Altmühldorf, Mößling und Mühldorf Stadt) arbeiten bei der Digitalisierung eng zusammen. Der Feuerwehr in Mößling kommt dabei eine Führungsrolle zu. Die Feuerwehren haben die Nutzung von Plattformen für Video-Konferenzen, E-Learning Möglichkeiten oder Nutzung von Cloud-Systemen bereits erprobt. Alle Mitglieder haben die Möglichkeit bekommen, auch ohne physische Präsenz an internen Veranstaltungen teilzunehmen.

„Freue mich auf jeden Fall, wenn wir wieder zusammen auch „physisch“ feiern können“

Nun starten die Mühldorfer Wehren mit den digitalen Lehrgängen zur Feuerwehrarbeit. Alle Aktiven sind an dieses Programm angeschlossen. „Ich bin gespannt, wie es uns mit den digitalen Übungen geht, aber ich denke die drei Mühldorfer Wehren werden das schon hinbekommen“, ist sich Martin Strasser sicher.

„Was natürlich nicht heißen soll, dass wir nur noch vor dem Bildschirm unsere freiwillige Arbeit machen wollen oder sollen. Ich freue mich auf jeden Fall, wenn wir spätestens im nächsten Jahr, so hoffe ich, wieder zusammen auch „physisch“ feiern können“, sagt Vorstand Gerhard Deißenböck.

Eigentlich stünde in diesem Jahr eine große Feier bei der Mühldorfer Feuerwehr an. Die Floriansjünger können in diesem Jahr auf ihre 150-jährige Geschichte zurückblicken. Dieser runde Geburtstag sollte eigentlich mit einem großen Feuerwehrfest in der Kreisstadt gefeiert werden, muss aber coronabedingt leider ausfallen. „Wir holen das im nächsten Jahr nach“, gibt Gerhard Deißenböck vor.

Mühldorfer Feuerwehren überprüft

Die drei Mühldorfer Feuerwehren wurden im letzten Jahr von einem externen Fachbüro auf ihre Leistungsfähigkeit, technische Ausstattung und ihre personelle Ausstattung geprüft. Diese Überprüfung hat bei allen drei Wehren eine angespannte Personalsituation ergeben. „Im nächsten Jahr müssen wir wieder verstärkt in die Mitgliederwerbung einsteigen“, sind sich Martin Strasser und Dr. Gerhard Deißenböck einig.

Der Mühldorfer Feuerwehrverein hat derzeit 230 Mitglieder. Der Verein ist bisher gut durch die Pandemie gekommen, auch wenn es fraglich ist, ob heuer das Fischgrillen am Karfreitag, das Sommerfest und das Saugrillen stattfinden können. „Ich bin schon sehr stolz, dass uns unsere Mitglieder und Sponsoren auch in der Pandemiezeit die Treue gehalten haben“,sagt der Vorstand.

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