Tamy sorgt für Gänsehaut im Haberkasten

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Tamy bei ihrem Auftritt im Haberkasten.

Mühldorf - Eine schwarze Akustikgitarre, die Augen halb geschlossen, so sitzt Tamy auf der Bühne. Sie wirkt ein wenig schüchtern.

Der Haberkasten platzt aus allen Nähten, jeder nur erdenkliche Steh- und Sitzplatz wird genutzt, selbst auf dem Boden sitzen Tamys Fans. Nervös fährt sie sich durch ihr braunes Haar und beginnt zu singen. Doch schon mit ihrem ersten Song verzaubert sie den Saal.

Dabei ist Tamy, die eigentlich Tamara Ruprecht heißt, gerade einmal 17 Jahre alt. Sie besucht die elfte Klasse des Mühldorfer Gymnasiums, spielt gerne Tennis und trifft sich mit ihren Freundinnen. Ihr größtes Hobby aber ist die Musik, vor elf Jahren bekam sie das erste Mal Klavierunterricht. Mit 14 Jahren ist Tamy dann aber auf die Gitarre umgeschwenkt. "Beim Klavierspielen war's mir immer schon zu viel Klassik", erzählt sie mit einem Lächeln auf den Lippen, "außerdem kann man die Gitarre einfach besser mitnehmen".

Tamara will Sängerin werden, das ist ihr großer Traum. Sollte das nicht klappen, will sie sich als Makeup Artist versuchen. Momentan schaut es gut aus für Tamy, schon zwei Anfragen von Produzenten und einer renommierten Plattenfirma hat sie nach eigener Aussage erhalten. Aber erst einmal habe sie allen Interessenten eine klare Absage erteilt. Der Grund: "Ich möchte erst mein Abitur machen, erst danach will ich mich auf die Musik konzentrieren". Das sei auch eine klare Bedingung ihrer Mutter, erzählt Tamara Ruprecht.

Als stimmliches Vorbild sieht die Gymnasiastin, die im nächsten Jahr die Leistungskurse Kunst und Englisch belegen will, Christina Aguilera. Jedoch so betont sie: "Ich möchte niemanden kopieren. Ich möchte nur ich selbst sein, das ist wichtig."

Dass Tamara Ruprecht sie selbst sein kann, zeigte sie im Mühldorfer Haberkasten immer wieder. Schon drei eigene Songs hat die 17-jährige bisher geschrieben, die sie mit viel Gefühl auf die Bühne brachte. "Ein Lied habe ich für meine beste Freundin geschrieben, die anderen beiden handeln von der Liebe, haben aber nichts mit meinem eigenen Leben zu tun", sagt sie.

Wenig hält Tamy von Casting-Shows: "Da wird man in eine Schiene gezwängt, aus der man nicht mehr rauskommt und muss dann Lieder singen, die einem selbst nicht gefallen." Dennoch würde sie einfach aus Interesse gerne einmal an einer Casting-Show teilnehmen. "Mich würde einfach interessieren, wie weit ich komme und was die zu meiner Stimme sagen", erklärt Tamara.

Ginge es nach den Besuchern im Haberkasten, würde Tamy sicherlich jede CastingShow ohne Probleme gewinnen. Auch wenn sie immer wieder etwas zaghaft ans Mikrophon tritt und sich beim Publikum mit einem leisen "Ich hoff es gfoid eich" versichert, ist die Begeisterung im Saal bemerkenswert.

Besonders bei "Hallelujah" von Rufus Wainwright breitete sich Gänsehautatmosphäre aus, was nicht zuletzt an der tollen Begleitung von Matthias Dorn am Klavier liegt. Aber auch mit anderen Liedern, wie dem selbstgeschriebenen "Wonders" und "The Show" von Lenka bewegt Tamy ihr Publikum.

Unterstützung erhält sie dabei von Max Fandreys Streicher-Ensemble, Max Götz an der Gittarre, Anna Schillmeier am E-Bass und Gitarrenlehrer Reimund Fandrey. Dem gelte auch ihr besonderer Dank, sagte Tamara, "weil ohne ihn wäre das super Konzert heute gar nicht zu Stande gekommen". Und das hätten alle schade gefunden. ago

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