Weg mit dem Mobilfunkmast!

Mößling - Der Mobilfunkmast, der seit gut einer Woche in Mößling steht, sorgt für Ärger. Die Familien Erdösi und Denkl gehen offensiv dagegen vor. ++Video++

„Wir haben Angst, vor allem um unsere Kinder“, sagt Christian Erdösi, der rund 200 Meter von dem Haus entfernt wohnt, auf dem der Mobilfunkmast der Firma O2 steht. Ob gesundheitsschädigende Strahlung von einem solchen Mast ausgeht, sei weder bewiesen noch belegt, trotzdem will der Mößlinger seine Familie keinem Risiko aussetzen.

Niemand im Dorf habe davon gewusst, dass der Mast aufgestellt würde. Das Grundstück, auf dem er sich jetzt in die Höhe streckt, gehört Hans Biermaier. „Er hat behauptet, jeder wolle mobil telefonieren, aber keiner traue sich, den Mast bei sich aufzustellen“, erzählt Annemarie Denkl. Das sei aber nicht der Fall. „Wir wissen von ein paar Leuten im Dorf, die auch von O2 gefragt worden sind, aber abgelehnt haben“, sind sich die Familien Erdösi und Denkl einig.

Auch vorher sei die Verbindung beim Telefonieren mit dem Handy gut gewesen. Ein Mobilfunkmast sei überhaupt nicht nötig gewesen.

„Das Schlimmste daran ist, dass die Grundschule in unmittelbarer Nähe ist“, meint Erdösi. Dort gäbe es auch eine Spielstube für Kinder von drei bis fünf Jahren. „Gar nicht vorstellbar, wie gefährdet die Gesundheit der Kinder ist, wenn der Mast wirklich gefährliche Strahlungen aussendet.“

Rund um ihr Haus haben die Familien schon zwei Banner mit der Aufschrift „Mobilfunkmasten Nein Danke“ aufgehängt und sie verteilen Flyer, die über das Risiko von Mobilfunk informieren. „Als nächstes werden wir dem Dachverband `Bürgerwelle´ beitreten“, so Erdösi. Zusätzlich planen die Familien eine Unterschriftenaktion.

„Vielen Leuten hier im Dorf passt der Mast nicht, aber sie sagen nichts, zum Teil auch aus Freundschaft zu Herrn Biermaier.“ Auch Familie Erdösi und Denkl seien mit Biermaier befreundet. „Trotzdem sagen wir unsere Meinung zu dem Thema.“

Grundsätzlich ist ein Mobilfunkmast anzeige-, aber nicht genehmigungspflichtig. „Wenn er einmal steht, kann man eigentlich fast nix dagegen machen“, meint Erdösi. „Wir versuchen es trotzdem. Man redet immer von Bürgercourage, aber keiner traut sich etwas zu sagen. Wenn niemand was sagt, dann wird wahrscheinlich auch nie was passieren.“

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Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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