Elf Millionen für Kreisklinik

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Staatsminister Dr. Marcel Huber will eine sehr gute Krankenhaus-Versorgung auch in den ländlichen Gebieten.

Die Krankenhaus-Versorgung vor Ort wird ein immer wichtigeres Thema. Die OVB-Redaktion hat deswegen mit Staatsminister Dr. Marcel Huber gesprochen.

Der Freistaat Bayern hält eine gute Versorgung der Bürger, gerade im ländlichen Raum, für sehr wichtig. Wir wollten von Staatsminister Dr. Marcel Huber auch wissen, wie und ob der Freistaat Bayern die Modernisierung der Mühldorfer Kreisklinik unterstützt.

Welche Bedeutung haben die Krankenhäuser für Bayern?

Eine gute Krankenhausversorgung ist ein unverzichtbarer Baustein zur Sicherung der Lebensqualität der Bürger in Bayern. Die Sicherstellung einer leistungsfähigen Krankenhausversorgung in allen Landesteilen ist Kernaufgabe der bayerischen Landesregierung. Sie sind ein wesentlicher Beitrag für eine hochwertige Gesundheitsversorgung auch im ländlichen Raum.

Wo liegen die aktuellen Herausforderungen?

Wir müssen zwei Dinge in den Blick nehmen: zum einen die Fortführung der Investitionen in die Krankenhausstrukturen auf hohem Niveau. Zum anderen brauchen die Krankenhäuser Unterstützung bei den laufenden Kosten. Dazu hat Bayern gerade eine Initiative im Bundesrat gestartet mit der wir eine weitere Verbesserung der finanziellen Situation der Krankenhäuser in Bayern erreichen wollen.

Wo sieht Bayern in diesem Bereich noch Nachbesserungsbedarf?

Ein erster wichtiger Schritt ist bereits getan: erst kürzlich wurde vom Bundesrat das sogenannte Psychiatrie-Entgeltgesetz beschlossen, in dem finanzielle Verbesserungen für Krankenhäuser vorgesehen sind. Für die bayerischen Kliniken bedeutet das eine Besserstellung bereits im Jahr 2012 von etwa 43 Millionen Euro. Das reicht aber zur dauerhaften Sicherstellung der hohen Qualität der bayerischen Krankenhäuser bei weitem nicht aus. Unser Ziel ist eine langfristige Sicherung der qualitativ hochwertigen stationären Versorgung insbesondere auch in ländlichen Regionen. Wir fordern daher den Bund auf, umgehend einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, der die in Krankenhäusern anfallenden Kostensteigerungen besser berücksichtigt, die durch Tarifsteigerungen eintreten. Zudem fordert Bayern die Abschaffung der Regelung, dass bei steigenden Patientenzahlen die Preise für Behandlungen pauschal gesenkt werden. Denn wenn bayernweit die Patientenzahlen steigen, sinken derzeit die Preise für Leistungen wie bei einem Mengenrabatt. Das benachteiligt kleinere Kliniken speziell auf dem Land, bei denen Steigerungen der Patientenzahlen nicht in großem Stil vorkommen.

Was tut sich aktuell bei den Investitionen in die Krankenhäuser?

Bayern ist ein verlässlicher Partner der Krankenhäuser und hat seit 1972 rund 20 Milliarden Euro für notwendige Investitionen an bayerischen Kliniken bereitgestellt. Erst kürzlich haben wir im Kabinett eine Erhöhung der jährlichen Förderung für die Krankenhäuser um 70 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro im Jahr beschlossen. Das ist ein starkes sozialpolitisches Signal auch der an der Finanzierung beteiligten Kommunen. Auf dieser Basis hat der Ministerrat vor wenigen Tagen Planungssicherheit für 19 neue Bauvorhaben mit einem Volumen von 330 Millionen Euro geschaffen. Damit sind derzeit 112 Bauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Euro fest eingeplant.

Profitieren davon auch Kliniken in unserer Region?

Unser Ziel ist eine wohnortnahe und hochwertige Krankenhausversorgung. Das kommt auch dem Krankenhaus Mühldorf zugute. Für das Jahr 2014 ist die Erweiterung des Funktionstrakts, unter anderem für die neue OP-Abteilung, mit 11,18 Millionen Euro eingeplant. Aktuell konnte für das Krankenhaus Mühldorf am Inn die Anpassung des Funktionstrakts mit 5,45 Millionen Euro finanziell abgesichert werden. Insbesondere sollen Aufwachraum und Intensivpflege auf den neuesten Stand gebracht werden. Die beiden Projekte können jetzt gemeinsam durchgeführt werden. Mit unseren Investitionen setzen wir ein klares Zeichen für eine gute Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

sb/Mühldorfer Anzeiger

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