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Tipps für das Auffinden und Überwintern von Igeln 

Die "Igel-Mama" aus Mettenheim: Zu Besuch bei Heike Brandstetter 

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Heike Brandstetter päppelt in ihrer Auffangsstation Igel auf - wie die Helene.
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Mettenheim - Manuels Immunsystem ist im Keller, Rosalie hat sich in einem Fußballtor verfangen und der acht Wochen alte Ronny kämpft mit einer fiesen Pilzerkrankung, die ihm schon einige Stacheln gekostet hat - Heike Brandstetter päppelt die Igel wieder auf und erzählt von ihren Erfahrungen. 

Mettenheim im Landkreis Mühldorf: Im Dachgeschoss des Hauses riecht es nach Katzenfutter, es ertönen leise Grunzgeräusche, hier und da raschelt es: Heike Brandstetter beherbergte Ende Oktober 18 Igel und ist quasi schon wieder ausgebucht: "Sowohl in den Kisten als auch in den 'Quarantäne-Stationen', in denen sich meist die sehr jungen Igel aufhalten, ist kein freier Platz mehr." 

Über das ganze Jahr 2019 hinweg hatte Heike Brandstetter schon 117 Igel in ihrer Obhut - einige davon laufen wieder gesund und munter in der Natur herum, andere aber haben den Kampf gegen ihre Krankheit verloren. Es gibt fast nichts, was die 52-Jährige in den vergangenen zweieinhalb Jahren, seit sie die Päppelstation aufgemacht hat, noch nicht bei den Igeln gesehen hat: Vom Mähroboter abgetrennte Füßchen, Schnitte quer durch den Igel durch Gartengeräte, vom Auto touchierte Tiere, Pilz-, oder Wurmerkrankungen, diverse Parasiten oder unzählige Zecken. 

Die Igel, die die Leute bei ihr abgeben, bekommen Namen, damit Brandstetter die Tiere unterscheiden kann. Am Laptop hat sie für jeden "Patienten" eine Kartei angelegt, in der der "Anamnese-Bogen" aufgegliedert ist. Ein durchschnittlicher Aufenthalt eines Tieres in ihrer Päppel-Station kostet die gelernte IT-Fachfrau, die derzeit eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin absolviert, teilweise bis zu 80 Euro - da ist von Desinfektionsmittel über Medikamente bis hin zu Verpflegung alles dabei. Das Päppeln macht sie zwar ehrenamtlich, Brandstetter freut sich aber bei der Abgabe über eine kleine Spende.  

"Bevor die Igel zu Tierärzten gebracht werden, ab in eine Päppel-Station", rät Brandstetter. Melden können sich Igel-Finder bei Heike Brandstetter telefonisch unter der Telefonnummer 0170/9285562 oder per Mail an heike_schmitt@gmx.de. Sie freue sich auch über eine Kontaktaufnahme mit anderen Igelauffangstationen in der Region. 

Ein wichtiger Punkt für die "Igel-Mama" ist die Eigenverantwortlichkeit der Menschen: "Wir sind alle gefordert im Sinne des Umweltgedankens. Mir ist es wichtig, dass die Wildtiere wenn ich sie aufgepäppelt habe, wieder zurück an ihren Fundort zurückgebracht werden. Freilassen bedeutet in dem Fall aber nicht, die Igel auf den Boden setzen und laufen lassen. Einige Tage sollte man die Tiere im Freien in einer Art Gehege oder einem Hamsterkäfig halten - damit sie sich wieder an das Revier gewöhnen können und die Igel noch unter Beobachtung sind." 

Igel beim Überwintern helfen: So geht's

Tipps und Tricks für einen igelfreundlichen Garten 

Im Herbst wuselt es vor Igel - sie sind alle auf der Suche nach einem geeigneten Platz zum Überwintern: Die Weibchen sind bis Anfang Dezember zu sehen, die Männchen gehen Mitte bis Ende November in den Winterschlaf. 

Brandstetter empfiehlt im Garten wind- und regensichere Igelstätten für die reviertreuen Säugetiere bereitzustellen, die mit wenig Aufwand schnell realisiert sind: Es eignen sich Totholz,- Reisig- oder Laubhaufen mit Ästen zur Stabilisierung, eine alte Holzkiste mit einem kleinen Eingang unter dem Gartenhäuschen. 

Selbst gebaut ist ein Igel-Häuschen mit zwei Steinen und einem Brett als Dach, darunter ein Napf mit hochwertigem Katzentrockenfutter und ein Schüsselchen Wasser in Reichweite - bloß keine Milch. Die Igel können das ganze Jahr hindurch gefüttert werden - wichtig sei nur, die Igelstätten sauber zu halten. "Im Keller haben die Tiere aber nichts verloren, die Igel brauchen ihren Winterschlaf draußen", mahnt Brandstetter. Auch anfassen sollte man den Igel nur mit Handschuhen - zum Eigenschutz des Menschen vor Milben und Pilzen.

Wach werden die Igel zwischen Mitte März und Anfang Mai: Auch hier sei es wichtig zuzufüttern, denn der Tisch mit der Hauptnahrungsquelle Insekten sei zu der Tisch noch nicht sehr reichlich gedeckt. Das Insektensterben - auch ein Problem für den Igel, der ohnehin auf der roten Liste der bedrohten Arten steht. Auch deshalb ist es für Heike Brandstetter immer wieder ein schöner Augenblick, wenn sie im Garten einen gesunden und glücklichen Igel herumsausen sehe. 

mb

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