Plakatkampange gestoppt

Frauenfeindlich? Junge Union Mettenheim kassiert Shitstorm wegen Wahlplakat

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Mettenheim - Die Junge Union Mettenheim muss derzeit ordentlich Kritik einstecken. Ihre neue Plakatkampange kam nicht gut an. Dem CSU-Nachwuchs wird Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. 

Eine neue Plakatkampangne der Jungen Union Mettenheim sorgt derzeit für Aufruhr. Ein Po in einer Lederhose, zwei Hände drauf und dazu der Slogan ""Jetzt pack ma's an!". Doch nicht jeder kann über das Plakat lachen. In den sozialen Medien erhält der CSU-Nachwuchs starke Kritik und den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit. 

"Mit unserem Plakat wollten wir einen Eyecatcher erzeugen und uns von den üblichen Wahlplakaten abheben. Jedoch sind wir damit wohl über das Ziel hinausgeschossen", erklärte die Junge Union (JU) Mettenheim am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Vorwurf der Frauenfeindlichkeit

Nach dem Vorwurf der Frauenfeindlichkeit wurde die Plakatkampangne zur Kommunalwahl im März 2020 gestoppt. "In keinster Weise wollten wir damit eine Grundsatzdebatte über Sexismus auslösen. Wir distanzieren uns von jeglicher Art von Frauenfeindlichkeit und wollten damit keinesfalls unter die Gürtellinie gehen. Deshalb haben wir vorsorglich diese Plakate entfernt", so ein Sprecher der JU Mettenheim. 

Das Foto des Plakats verbreitete sich zuvor auf Twitter. Auch hier hagelte es ordentlich Kritik. "Sexismus vom aller feinsten", "Die 50er haben angerufen" oder "Wahlplakate from Hell: Frauenförderung bei der JU" sind nur einige Kommentare der verärgerten User. 

Der JU-Ortsverband hatte sich nach eigenen Angaben heuer bewusst dazu entschieden, zur Kommunalwahl im März mit einer eigenen Liste anzutreten. "Unser Wahlkampf steht unter dem Motto "Frischer Wind für Mettenheim" und "Wir packen an", da wir jungen, engagierten Mettenheimern die Möglichkeit bieten wollen, sich in der regionalen Kommunalpolitik einzubringen", hieß es.

Weitere Sexismus-Debatten in der Region

Auch ein Video der Altöttinger Firma "Holz Stengel" sorgte im Jahr 2017 für eine Sexismus-Debatte. Für die Jusos Altötting stellte das Video ein absolutes "No-Go" dar. "Wir können und möchten sexistische Werbung im Landkreis nicht tolerieren und fordern deshalb die Fima Holz Stengel auf, diese Werbung zu löschen und aus den digitalen Werbetafeln in Altötting zu entfernen", hieß es damals. 

Über den "Skandal-Bierdeckel" vom Hofbräuhaus Traunstein meckerte damals nicht nur der Deutsche Werberat. Die Frauenzeitschrift "Emma" rief sogar zu einem Shitstorm gegen die Brauerei auf, der dann aber völlig ausblieb. Grund war ein Bierdeckel, der eine Bedienung mit sichtbar "Holz vor der Hütt'n" zeigte. 

Das Plakat der Steinhöringer Burschen, welches die "Maiglöckerl-Party" bewarb, wurde im April 2019 von Unbekannten nachts überklebt - mit einem riesigen Penis. Dieser prangte über der Oberweite der Frau und die "Maiglöckerl-Party" wurde kurzerhand in "Maiklöten-Party" umbenannt.

Auch hier wurden Sexismus-Vorwürfe laut. 

jg

Rubriklistenbild: © Screenshot: www.twitter.com/wahl_beobachter

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