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Mutterfreuden

Daran glaubte keiner mehr: Kanal-Kuh aus Mettenheim bringt gesundes Kalb zur Welt

Glücklich vereint, nur an diesem Tag, als das Bild entstand, war „Frau Müller“ (rechts), das Kalb von „Pauline (rechts) etwas beleidigt: Sie war gerade an den Ohren gemarkert worden.
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Glücklich vereint, nur an diesem Tag, als das Bild entstand, war „Frau Müller“ (rechts), das Kalb von „Pauline (rechts) etwas beleidigt: Sie war gerade an den Ohren gemarkert worden.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Nach abenteuerlicher Flucht durch Mühldorf und spektakulärer Rettung aus dem Innkanal: Angusrind „Pauline“ ist Mutter geworden.

Mettenheim/Mühldorf – Das war ein Gründonnerstag, den ein Mettenheimer Landwirt so schnell nicht vergessen wird. Angusrind „Pauline“ war erst wenige Stunden auf seinem Hof, als sie plötzlich einen großen Freiheitsdrang verspürte und ausbüxte. Sie floh Richtung Nordtangente und sprang in den kalten Innkanal.

Alle Skeptiker eines Besseren belehrt

Wie durch einWunder konnte sie die DLRG relativ unverletzt aus den Fluten retten. Dass die trächtige Kuh aber nach einer solchen Aufregung ein gesundes Kalb auf die Welt bringen würde – daran hatten selbst unter langjährigen Landwirten nur die wenigsten geglaubt. Doch „Pauline“ belehrte alle Skeptiker eines Besseren.

Nasenbluten nach der Fluchtaktion

Darunter befindet sich auch ihr Besitzer. Der hatte gar kein gutes Gefühl, als er eine Woche nach der großen Flucht von „Pauline“ nach dem Angusrind sah, diese aber nur schwer atmend im Stall liegen sah. Kein gutes Zeichen, dachte sich der Landwirt, der die Kuh tierärztlich untersuchen ließ, nachdem unmittelbar nach der Rettungsaktion „Pauline“ die Strapazen deutlich anzumerken waren.

„Pauline“ leidet noch an Verletzung am Bein

Sie blutete aus der Nase, hatte sich am linken Bein direkt über der Klaue verletzt gehabt. Wird seitdem auch mit Antibiotika behandelt, damit die Wunde am Bein besser heilt. Zunächst ließ die verstörte Kuh niemanden an sich ran. Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet, dass sie ein lebendiges Kalb zur Welt bringt. Nicht nach der großen Aufregung.

Schnelles Schnaufen macht stutzig – wenig später war „Frau Müller“ auf der Welt

Doch dann kam jener Abend, einige Tage nach der Flucht von „Pauline“, als die Sorgenfalten des Landwirts tiefer wurden. Pauline schien es nicht gut zu gehen.

Sie schnaufte schneller und tiefer als sonst und bald darauf stand fest, weshalb: „Pauline“ begann zu kalben. Es dauerte nicht lange, bis „Frau Müller“, so heißt der Nachwuchs von Pauline, das Licht der Welt erblickt hatte.

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„Rinder sind zäher, als man landläufig glauben würde“, sagt der Mühldorfer Tierarzt Dr. Klaus Wapler zur Geburt des Kalbes. „Die Natur hat das schon so eingerichtet, dass die Tiere selbst solche Stresssituationen überstehen. Wie alle Säugetiere befindet sich auch ein Kalb in einer Fruchtblase, die es ziemlich gut schützt. Das Junge ist in der Regel gut abgedämpft.“

Kühe sind zäher als man glauben würde

Wapler bezieht sich auf Studien, die bislang keinen signifikanten Hinweis darauf geliefert hätten, dass Stresssituation, wie sie „Pauline“ erlebt hat, zum Tod der Mutterkuh oder ihres Nachwuchses geführt hätten. Er verweist auf lediglich einen Fall, bei dem eine Kuh zu Tode gekommen ist, „weil sie aufgeschreckt einen Weidezaun durchbrochen hat und gegen einen Baum gerannt ist!“

Bis Kuh und Kalb endlich raus auf die Weide zu den drei Galloway-Rindern in Mettenheim dürfen, werden also noch einige Tage verstreichen. Die Mutterkuh laboriert noch an ihrer Wunde am Bein und auch die kleine Frau Müller muss noch etwas kräftiger werden. Wobei ihr Besitzer bereits ein gewisses Temperament entdeckt haben will. Er wird auf jeden Fall wachsam sein: „Nicht dass uns diesmal beide stiften gehen.“

Immer wieder Tiere im Innkanal

Im Übrigen war jener Einsatz in der Nacht von Gründonnerstag nicht der erste Einsatz der Feuerwehr und weiteren Hilfskräften, um ein Tier aus den reißenden Fluten des Innkanals zu bergen. Regelmäßig kommt es vor, dass Wild in den Kanal stürzt. In den meisten Fällen können die Tiere lebend aus dem Wasser gezogen werden.

Nicht so viel Glück hatten allerdings die Rettungskräfte erst vor einigen Tagen, als die Feuerwehren erneut alarmiert wurden, nachdem gemeldet worden war, dass ein Reh in den Kanal gestürzt war. Diesmal allerdings kam jede Hilfe zu spät. Das Tier konnte nur noch tot geborgen werden.

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