Investor erläutert Pläne

Flüchtlinge im Fliegl-Gebäude: Alle Fakten

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Das sogenannte Fliegl-Gebäude in Mettenheim soll eine Gemeinschaftsunterkunft für 88 Asylbewerber werden

Mettenheim - Im sogenannten Fliegl-Gebäude soll eine Unterkunft für 88 Asylbewerber geschaffen werden. Im Gemeinderat hat der Investor nun die Details erläutert.

Am Dienstag hat Markus Käsbeck aus dem Landkreis Mühldorf dem Gemeinderat seine Pläne zur Zukunft der ehemaligen Möbelzentrale in Mettenheim-Hart (das sogenannte Fliegl-Gebäude), vorgestellt. Käsbeck hat das Gebäude der Regierung von Oberbayern als Gemeinschaftunterkunft für 88 Flüchtlinge angeboten. Gekauft hat er das Gebäude nach eigenen Angaben noch nicht, steht aber bereits im Grundbuch. Auch der Vertrag mit der Regierung von Oberbayern ist dem Investor zufolge noch nicht unterschrieben. Auch der Antrag auf Nutzungsänderung wurde noch nicht gestellt. Konkrete Pläne gibt es aber bereits.

Platz für Sprachkurse im Erdgeschoss

Die Flüchtlinge sollen den zweiten Stock beziehen. Dort werden 50 Quadratmeter große Zimmer für jeweils sechs Bewohner eingerichtet. Sie sind mit Stockbetten, kleinen Kühlschränken, einer Couch und einem Fernseher ausgestattet. Käsbeck sagte, er stelle die Möblierung. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsküchen und mehrere Toilletten und Badezimmer für die Bewohner.

Im Erdgeschoss würden, so Käsbeck, Büros eingerichtet, in denen Sozialarbeiter arbeiten, die sich um die Flüchtlinge kümmern. Im Erdgeschoss könnten eventuell auch Läden angesiedelt werden, die Dinge im Angebot haben, die die Bewohner benötigen. "Außerdem stelle ich der Gemeinde im Erdgeschoss kostenlos 1000 Quadratmeter zur Verfügung, in denen zum Beispiel Sprachkurse stattfinden können", erklärte Markus Käsbeck.

"Die Leute beißen nicht"

Im Gemeinderat stießen die Pläne auf Skepsis. Bürgermeister Stefan Schalk etwa treibt die Frage um, wie sich die Asylbewerber in der kleinen Gemeinde beschäftigen sollten. "Wo sollen die Leute unter tags hin? Es gibt keine Freizeitmöglichkeit", kritisierte das Gemeindeoberhaupt. Dazu erklärte Patrick Schumann vom Mühldorfer Landratsamt, dass beispielsweise Flüchtlinge, die in Reichertsheim wohnen, unter tags in die nächste große Stadt pendelten. Im Fall Mettenheims also Mühldorf. Zudem gab er zu bedenken, dass Bewohner auch für eine kleine Entschädigung in den Unterkünften Putzdienste übernehmen könnten und mittlerweile auch ohne Genehmigung Praktika machen dürften.

Markus Käsbeck sagte auch, dass er in dem ihm gehörenden Gebäuden in Neumarkt bereits Flüchtlings-Familien untergebracht habe. "Die Leute beißen nicht", sagte er. Er vermiete an Flüchtlinge, weil er der Meinung sei, dass diese Menschen nicht in Turnhallen untergebracht werden sollten. Auch auf lange Sicht sollten, so Käsbeck, im Fliegl-Gebäude Wohnungen entstehen.

Mehr zur Debatte im Gemeinderat lesen Sie am Donnerstag im Mühldorfer Anzeiger.

kob

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