76 Meter für saubere Züge

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Der erste Zug in der neuen Waschstraße: Vorder- und Seitenflächen der 142 Dieselloks, Dieseltriebzüge und Reisezugwagen der SOB werden jetzt vollautomatisch gewaschen.  Fotos

Mühldorf - Die Südostbayernbahn hat eine neue Zug-Außenreinigungsanlage in Betrieb genommen. Die Kosten: drei Millionen Euro!

Bei der Einweihung lobte Umweltminister Dr. Marcel Huber die vorbildliche Einhaltung von Umweltstandards.

Wie alles bei der Südostbayernbahn ist auch die neue Außenreinigungsanlage für die "roten Riesen" größer und länger, sagte Christoph Kraller, Leiter der Südostbayernbahn (SOB), bei der offiziellen Eröffnung mit Umweltminister Dr. Marcel Huber und dem DB-Konzernbevollmächtigten Klaus-Dieter Josel. Die Außenreinigungsanlage sei im Jahr des zehnjährigen Firmenjubiläums der SOB ein weiterer Baustein auf dem Weg zur kompletten Eisenbahn, sagte er. Und in Zukunft sollen die Fahrgäste noch öfter sagen: "Wow, was für ein sauberer Zug!", betonte Kraller.

Umweltminister Huber (rechts) freute sich über die umweltfreundliche Technik, die ihm der Investitionsleiter der SOB Kollai demonstrierte.

2,9 Millionen Euro hat das Unternehmen in die Waschanlage für Züge investiert, wieviel genau davon gefördert wird, steht noch nicht fest, 60 Prozent der Fördersumme aber hat der Freistaat Bayern bereits zugesagt, erklärte der Investitionsleiter der Südostbayernbahn, Denis Kollai. 76 Meter ist die Halle im Norden des Betriebsgeländes an der Bischof-von-Ketteler-Straße lang, 64 Meter die Anlage selbst. Vorgeschaltet ist eine Kadavergrube für die Drehgestellreinigung, etwa nach Wildunfällen. Zudem gibt es ein Funktionsgebäude, so Kollai. Gebaut wurde die Halle in Stahlgerüst-Skelettbauweise und mit Sandwich-Metallplatten nach neuesten Energieeinsparstandards vornehmlich von lokalen Firmen, betonte er. Gewaschen werden Stirn-, Seiten- und Heckflächen von jeweils zwei Waggons, Loks oder Triebzügen, auch die 48 Doppelstockwagen passen in die Anlage, die der Lokführer selbst betätigen kann. Gewaschen werden sollen bis zu 4700 Fahrzeugmeter pro Woche. Bisher wurde per Hand geschrubbt - vier Mitarbeiter waren dabei für einen Waggon vier Stunden beschäftigt.

Vor allem dass die Anlage so umweltfreundliche arbeite, imponierte Umweltminister Huber. Im Zuge der Reinhaltung der bayerischen Gewässer sei wichtig, dass der Schmutz technischer Anlagen ordnungsgemäß gefiltert werde, und das mache die Südostbayernbahn vorbildlich - sowohl bei der Reinigung des Wassers, dem sparsamen Einsatz und der Schlammentsorgung. Das Wasser werde in einer Abwasserbehandlungsanlage in der Halle gesammelt, erklärte Denis Kollai, bei der SOB für den Bau verantwortlich, dort geklärt, neutralisiert und gefiltert und dann in Brauch- oder Regenwasserqualität ins städtische Abwassernetz gespeist. Die Schmutzpartikel würden getrocknet und dann fachgerecht entsorgt.

Damit die Anlage auch im Winter bei bis zu minus zehn Grad betrieben werden kann, wird sie beheizt und zwar mit einer eigens gebauten Hackschnitzelheizung, die mit getrocknetem Zuschnitt von Betriebsgelände und umliegenden Bahndämmen betrieben wird, erklärte Kollai. 60 Prozent der Heizleistung fließen in die Außenreinigungsanlage, der Rest in die übrigen Gebäude des Betriebsgeländes. Somit sei die Anlage auch aus Sicht der Umstellung auf regenerative Energien im Zuge der Energiewende vorbildlich, betonte Minister Huber.

Die Kundensicht erlebe die Südostbayernbahn jeden Tag, betonte DB-Konzernbevollmächtiger Klaus-Dieter Josel. Da sei Sauberkeit der Züge ein wichtiges Kriterium für Kundenzufriedenheit. Und auch in die Investitionsoffensive der Deutschen Bahn reihe sich das Projekt nahtlos ein. Im Zuge dessen sollen in den kommenden Jahren 40 Milliarden Euro in Infrastruktur, Fahrzeuge und Qualität investiert werden, so Josel, drei Milliarden davon allein in Kundenzufriedenheit.

nl/Mühldorfer Anzeiger

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