Diese jungen Forscher sind spitze!

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Sie haben das Ruperti-Gymnasium besonders erfolgreich vertreten: David Wagner, Hubert Speckbacher und Felix Forster mit ihrer Meerwasserentsalzungsanlage...

Mühldorf - Ganz weit vorn mischten die Schüler des Ruperti-Gymnasiums beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" mit.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Müldorfer Anzeiger:

Meerwasser und Boxenstopp

Das Ruperti-Gymnasium Mühldorf war die erfolgreichste Schule beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht".

Es stellt nicht nur in den Bereichen Arbeitswelt/Technik und Mathematik/Informatik die Aufsteiger zum Landeswettbewerb, sondern wurde zudem mit dem Schulpreis ausgezeichnet.

Mühldorf - Das Tüfteln hat sich gelohnt. Zwei Gruppen mit jungen Talenten aus dem Landkreis wurden vom Regional- zum Landeswettbewerb von "Jugend forscht/Schüler experimentieren" weitergeleitet. Zum 43. Mal richtete das Luftfahrtunternehmen EADS den Regionalwettbewerb aus. 22 Jungforscherinnen und 44 Jungforscher präsentierten ihre Arbeiten beim Vorentscheid in Ottobrunn. Besonders erfolgreich schlossen dabei die Teilnehmer des Ruperti-Gymnasiums ab.

Arbeitswelt/Technik

Hubert Speckbacher, David Wagner und Felix Forster sicherten sich den ersten Platz und den Aufstieg im Bereich Arbeitswelt/Technik. Sie überzeugten die Jury mit ihrer Meerwasserentsalzungsanlage. Das Projekt war ursprünglich ein Beitrag für den so genannten "Meerwasserwettbewerb", den die Technische Universität München heuer erstmals ausgeschrieben hat. Chemielehrer Jürgen Huber hatte die drei Elftklässler auf die Idee gebracht, daran teilzunehmen. Mit Erfolg: "Wir waren das einzige Schülerteam, der Rest waren nur Studenten. Und wir wurden Zweiter", erzählt Hubert Speckbacher nicht ohne Stolz. Bei "Jugend forscht" landete er zusammen mit seinen beiden Kollegen dann noch einen Platz weiter vorn.

......sowie Melanie Veigl und Veronika Lägel.

Zwei auf einen Meter ist die Anlage groß, rund zwei Monate haben die drei Schüler daran gebaut. Das Wasser wird über einen Parabolspiegel erhitzt, der sich nach dem Stand der Sonne elektronisch ausrichtet. "Heraus kommt destilliertes Wasser, das sich zwar in dieser Form nicht trinken lässt, aber gut für die Landwirtschaft geeignet ist", erklärt Felix Forster.

Für die Programmierung des Spiegels war David Wagner zuständig, der nach dem Abitur Elektrotechnik studieren will. Auch seine beiden Mitstreiter haben schon konkrete Vorstellungen für die Zukunft: Hubert Speckbacher will in Richtung Maschinenbau gehen, Felix Forster Chemieingenieur werden.

Da macht sich das Forschungspraktikum bei EADS, das die drei Nachwuchsforscher zusätzlich zum ersten Preis gewonnen haben, im Lebenslauf sicher gut. Bis es so weit ist, wird noch weiter an der Anlage gearbeitet. "Für den Landeswettbewerb werden wir noch Kugellager einbauen und die Technik besser abstimmen", sagt David Wagner.

Mathe/Informatik

Beim Landesentscheid, der vom 22. bis 25. März im Deutschen Museum in München stattfindet, werden die drei Techniker auch die 20-jährige Melanie Veigl und die 19-jährige Veronika Lägel treffen, die sich in der Kategorie Mathematik/Informatik beim Regionalentscheid durchgesetzt haben.

Die beiden haben bereits im vergangenen Jahr ihr Abitur am Ruperti-Gymnasium gemacht und stecken nun mitten im ersten Ausbildungsjahr. Trotzdem haben sie auch nach der Schulzeit die Lust an der Mathematik nicht verloren. Ermutigt vom zweiten Platz im Regionalwettbewerb im Vorjahr, entwickelten sie ihr Projekt "Softwarebasierte Analyse im Motorsport" weiter. Dabei geht es um ein komplexes Computerprogramm, das den günstigsten Zeitpunkt für den Boxenstopp in einem Formel-1-Rennen ermittelt.

Die beiden teilen die verschiedenen Rennstrecken jeweils in kurze Sektoren ein und sammeln im "Qualifying" die nötigen Daten über die Fahrweise der Teilnehmer - unter Berücksichtigung von Fahrzeugmasse und Gewicht des Fahrers.

Im Rennen errechnet dann das Programm je nach Rennsituation den optimalen Zeitpunkt für einen Boxenstopp. "Der Reifenwechsel an sich lässt sich kaum verkürzen. Also ist die entscheidende Frage, wann ein Fahrer an die Box kommt", sagt Veronika. Entscheidende Faktoren sind unter anderem, ob der Fahrer trotz eines Stopps in Führung bleibt, oder ob er nach dem Stopp möglichst lange freie Fahrt hat. Dass die richtige Entscheidung den Sieg bedeuten kann, zeigte Michael Schuhmacher 1998 auf dem Hungaro-Ring, als er sich dank der besseren Strategie gegen David Coulthard durchsetzte, erzählt Melanie.

Probleme bereitete den beiden Jungforscherinnen anfangs die Programmierung der Software, da sie damit Neuland betraten. Umso bemerkenswerter ist die übersichtliche Umsetzung der Ergebnisse am PC. Der Nutzer kann anhand von farbigen Grafiken die Positionen der Konkurrenten vor und nach dem Boxenstopp genau ablesen.

Mit 75 Euro ist der erste Preis des Regionalwettbewerbs dotiert, das ganz große Geschäft haben die beiden mit der Entwicklung also noch nicht gemacht. "Ein Rennstall hat sich leider auch noch nicht gemeldet", schmunzelt Veronika.

Schulpreis

Für die regelmäßigen Teilnahmen und das erfolgreiche Abschneiden wurde das Ruperti-Gymnasium darüber hinaus heuer mit dem Schulpreis ausgezeichnet, der mit 1000 Euro dotiert ist. "In irgendeiner Form werden wir das Geld zur Ausstattung der naturwissenschaftlichen Fächer verwenden", erklärt Schulleiter Anselm Räde.

ha/wib/Mühldorfer Anzeiger

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