Masern im Landkreis: Mühldorf über Durchschnitt

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Mühldorf - Die Zahl der Masern-Infektionen der vergangenen fünf Jahre im Landkreis liegt deutlich über der bundesdeutschen Masernquote. Woran liegt das?

Einen großen Masernausbruch hat es im Landkreis Mühldorf im Jahr 2008 gegeben, 88 Fälle waren gemeldet. "Der Masernausbruch war begrenzt auf den westlichen Landkreis. Ursache dafür war, dass Kinder nicht oder nicht ausreichend gegen Masern geimpft waren", erklärt Dr. Irene Krenn-Lanzl vom Gesundheitsamt Mühldorf. Heuer sind über 180 Menschen in Bayern mit Masern gemeldet. Die Erkrankungsausbreitung betrifft derzeit hauptsächlich die Gegend in München und die Landkreise im Umland. 

Masern sind hochgradig ansteckend. Gefährdet sind insbesondere Kleinkinder im ersten Lebensjahr, für die noch keine Impfung möglich ist. Aber auch in Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen verbreiten sich Masern schnell, weil Menschen dort auf engem Raum zusammen kommen. Gefährdet sind alle, die keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz haben oder abwehrgeschwächt oder chronisch krank sind. "Diese Personen wären teilweise geschützt, wenn die Durchimpfungsraten bei Masern sehr hoch wären und sich die Masern in der Bevölkerung deshalb nicht weiter ausbreiten könnten", meint Krenn-Lanzl.

Vor allem bei Kindergarten- und Schulkindern sind Masern ein Problem. Impfbücher überprüfen, Eltern informieren und Kontaktpersonen zur Unterbrechung der Infektkette isolieren, sind Maßnahmen, die vom Gesundheitsamt getroffen werden. Bei Impfbuchkontrollen und Einschulungsuntersuchungen werden Eltern grundsätzlich informiert, wenn die Kinder nicht ausreichend geimpft sind.

"Masern sind keine harmlose Erkrankung und können auch zu schweren Komplikationen führen, wie zum Beispiel Lungen- oder Mittelohrentzündung", so Krenn-Lanzl weiter. Besonders gefürchtet ist die sogenannte postinfektiöse Encephalitits, eine Gehirnentzündung, die bei 10-20 Prozent der Betroffenen tödlich endet und bei 20-30 Prozent zu Dauerschäden führt. Eine schwere Spätkomplikation ist die sogenannte subakute sklerosierende Panencepalitis, eine Gehirnentzündung, die Jahre nach der akuten Erkrankung auftritt, zu schweren Behinderungen und letztendlich zum Tode führt.

"Ganz wichtig beim Auftreten von Masern ist die Isolierung des Erkrankten sofort bei Symptombeginn, um die Ansteckung weiterer Kontaktpersonen zu verhindern", sagt die Gesundheitsexpertin. Auch Personen, die mit den Erkrankten Kontakt hatten und nicht gegen Masern geschützt sind, müssen vom Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung für die Dauer der Inkubationszeit, also mindestens 14 Tage, ausgeschlossen werden. Nur so ist es möglich, eine Ansteckungskette zu unterbrechen.

Weitere Informationen bei:

Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Robert-Koch-Institut

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