Aufstieg eines Spätberufenen

Ist Marcel Huber jetzt auch ein "Kronprinz"?

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Fast schon still und leise erfolgte der Aufstieg von Marcel Huber in der bayerischen Landespolitik.
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Ampfing - Spätestens mit der Berufung zum Staatskanzlei-Chef hat es Marcel Huber jetzt in die erste Reihe der CSU geschafft. Der Spätberufene managt nun die Regierungsgeschäfte in München.

Bislang galten Ilse Aigner, Markus Söder und Christine Haderthauer als die drei Kronprinzen bzw. -prinzessinnen der Christsozialen, mit Ambitionen auf die Nachfolge von Horst Seehofer. Nach dem Rücktritt von Haderthauer im Zuge der Modellbau-Affäre, ist am Mittwoch etwas überraschend ein weiterer Minister aus unserer Region in die allererste Riege der CSU aufgestiegen: Marcel Huber (56) aus Ampfing.

Als Chef der Staatskanzlei, der Huber bereits für sechs Monate im Jahr 2011 war, ist er nun der engste Mitarbeiter von Ministerpräsident Seehofer. Er hat damit nun die Fäden im alltäglichen Regierungsgeschäft in der Hand, koordiniert und managt die Gesetzesvorhaben der Landesregierung. Dazu gehören auch die Positionierungen des Freistaats bei bundes- und europapolitischen Fragen.

In einem ersten Statement gratuliert Aigner dem neuen Staatskanzlei-Chef zur Berufung: "Marcel Huber hat sich in den vergangenen Jahren hohes Ansehen als Umweltminister über die bayerischen Landesgrenzen hinaus erarbeitet und sich insbesondere bei der Hochwasservorsorge große Verdienste erworben.“

Steiler Aufstieg eines Spätberufenen

Erst 2001 trat Huber in die CSU ein. Zwei Jahre später, mit dann 45 Jahren, wurde er in den Bayerischen Landtag gewählt. Ein politisch Spätberufener, der zuvor zwanzig Jahre als Tierarzt tätig war.

Huber kommt gut an bei den Wählern in seinem Mühldorfer Stimmkreis. Wie auch schon 2008, wurde er bei der letzten Landtagswahl der Stimmenkönig. Niemand sonst in ganz Bayern holte so einen hohen Stimmenanteil, mit 63,1 Prozent.

Sein Aufstieg in der Landespolitik ging rasch voran: 2007 wurde er Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz, 2011 dann der Wechsel in die Staatskanzlei. Danach wurde er Staatsminister für Umwelt und Gesundheit. Nach einer Ressort-Umverteilung 2013 dann Minister für Umwelt und Verbraucherschutz.

Wohin führt also noch der Weg des spätberufenen Aufsteigers? Bewusst wird ihm sein, dass das Amt des Staatskanzlei-Chefs unter Horst Seehofer kein Langzeitposten sein muss. Huber ist seit dem Amtsantritt 2008 von Seehofer schon der fünfte Leiter der Staatskanzlei.

mg/ro24

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