Freiwillig sozial = gut investierte Zeit

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Als FSJler ist Tobias Fröhling (3.v.r.) im Malteser Team voll integriert (in der Mitte Dienststellenleiter Stefan Exenberger).

Mühldorf - Mit der Abschaffung des Zivildienstes beginnen die Sorgen der Malteser in Mühldorf. Sie sind jetzt noch mehr auf Helfer im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres angewiesen.

Für junge Erwachsene bieten die Malteser ab sofort oder für später wieder Einsatzmöglichkeiten im Rahmen einen Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) an. Insgesamt fünf Interessierte können in den sozialen Diensten für ältere und behinderte Menschen oder in der Begleitung von Schulkindern mit einer Behinderung das Berufsleben im sozialen Bereich kennenlernen. Der Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen ist interessant und abwechslungsreich, erfordert aber Einfühlungsvermögen und ein gewisses Maß an Belastbarkeit. Interessenten sollten 19 Jahre alt sein, seit mindestens einem Jahr den Führerschein sowie ausreichend Fahrpraxis besitzen. In Einzelfällen ist auch ein Einsatz mit 18 Jahren oder einer Dauer unter einem Jahr möglich. Ein Einsatz im Rahmen des neu geschaffenen Freiwilligendienstes ist ebenfalls vorgesehen, sobald die Rahmenbedingungen geklärt sind. „Grundsätzlich haben wir mit dem FSJ für junge Leute bereits ein bewährtes System, das zusätzlich zum praktischen Arbeitseinsatz fünf Wochen Bildungsseminare und umfassende Sozialleistungen vorsieht“, so Dienststellenleiter Stefan Exenberger.

Die Mitarbeiter im FSJ würden vor Ort auf die verschiedenen Tätigkeiten in Fahrdienst, Mahlzeitendienst, Hausnotruf, Disposition und Schulbegleitung vorbereitet und ihre Arbeit in regelmäßigen Gesprächen begleitet. Wer wegen des doppelten Abiturjahrgangs keinen Ausbildungs- oder Studienplatz bekommt oder überfüllte Hörsäle meiden möchte, für den ist ein Freiwilliges Soziales Jahr eine besonders attraktive Alternative: Es zählt bei der Vergabe der Studienplätze als zwei Wartesemester und im Lebenslauf für viele Arbeitgeber als großer Pluspunkt. Nicht messen lässt sich darüber hinaus die persönliche Bereicherung.

Tobias Fröhling, der zur Zeit in Mühldorf ein FSJ absolviert, ließ sich von den Berichten seines älteren Bruders begeistern und bereut es nicht. Der 20-Jährige betreut einen 15-jährigen Jungen mit spastischer Diplegie. Er hilft ihm, die Schulsachen aus- und einzupacken, sich im Schulhaus zu bewegen, zur Toilette zu gehen oder auch nur regelmäßig die Position der Beine zu wechseln. Seit Tobias die anfänglichen Berührungsängste überwunden hat, verstehen sich die beiden richtig gut.

In den Schulferien, die Tobias’ 26 Tage Jahresurlaub übersteigen, ist er im Fahrdienst für meist ältere Menschen eingesetzt – eine willkommene Abwechslung. Die Zusammenarbeit mit netten Kollegen in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre machten ihm die Umstellung von der Schulzeit auf eine 39-Stunden-Arbeitswoche leichter.

Auf sein künftiges Studium freut er sich dennoch – wahrscheinlich mehr, als wenn er direkt von der Schule an die Universität gewechselt hätte. Die für das FSJ vorgesehene Dauer von einem Jahr kann in Einzelfällen nach Rücksprache abgekürzt werden. Eine Dienstzeit von weniger als neun Monaten hält Exenberger allerdings nicht für sinnvoll: „Die jungen Leute brauchen Zeit für die Einarbeitung und müssen sich in den Arbeitsalltag und das Team eingewöhnen. Und für die Menschen, die täglich von uns befördert werden, zum Beispiel in eine Behindertenwerkstätte, oder die Kinder in der Schulbegleitung ist ein ständiger Personalwechsel eine große Belastung. Sie müssen immer wieder neu Vertrauen aufbauen.“ Informationen bei Stefan Exenberger unter Tel. 08631 / 18488-0 oder allgemein zum FSJ bei den Maltesern unter www.malteser.de.

Malteser Hilfsdienst

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