Magere Auswahl der Badeseen im Landkreis

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Kaum hat man sich damit abgefunden, dass der Sommer dieses Jahr einfach ausfällt, da geht es auch schon los mit der schier unerträglichen Hitze. Für das Waldbad in Waldkraiburg hat die Hitzewelle der letzten Tage allerdings auch etwas Gutes: Nach anfänglich eher mageren Zahlen steht jetzt schon fest, dass der August der bisher besucherstärkste Monat ist. Foto

Mühldorf - Wer sich bei der Hitze abkühlen will, dem bleiben im Landkreis vor allem die Freibäder in Mühldorf, Waldkraiburg und Neumarkt. Natürliche Seen sind im Mühldorfer Land eher Mangelware.

Seit Tagen pappt das Hemd zwischen Bürostuhl und Haut, die Terassen der Eis-Cafés sind bestens gefüllt. Jetzt ist er doch noch gekommen, der Sommer, und wie.

Erst am kommenden Samstag, sagen Metrologen, flaut die Affenhitze ein wenig ab. Wer sich abkühlen will, dem bleiben im Landkreis vor allem die Freibäder in Mühldorf, Waldkraiburg und Neumarkt. Mit natürlichen Seen ist das Mühldorfer Land nicht beschenkt worden.

Als einziger Kreis in Oberbayern hat die Region um Mühldorf kein offizielles EU-Badegewässer. Darunter versteht man Badestellen, die gemäß der EU-Richtlinien ständig und intensiv überprüft werden und notfalls gesperrt werden. Seen büßen an Wasserqualität ein, wenn Tier und Mensch das Wasser verunreinigen und die Wassertemperatur steigt. Die Folge können Erkrankungen durch Bakterien oder Hautausschläge sein. Letzteres trat in den vergangenen Jahren vermehrt in den heimischen, künstlichen Seen auf.

Der Flossinger Weiher ist als Regenrückhaltebecken gedacht und aus Amtssicht nur "eingeschränkt" zum Baden geeignet. "Zudem ist er nicht sehr groß, nicht sehr tief und der Zulauf ist nur ein kleiner Bach. Die natürliche Reinigung ist nur eingeschränkt möglich und es kommt zu erheblicher Schlammbildung und auch Trübung des Wassers." In diesem Jahr ist der Flossinger See einwandfrei, teilt die Gemeinde Polling auf Nachfrage mit: "Wir gehen jedenfalls selbst darin baden."

Das Gesundheitsamt und spezielle Labore prüfen zwischen Mai und September einmal monatlich die Wasserqualität in Seen und Freibädern. Die neuesten Messungen wurden am Dienstag durchgeführt, die Ergebnisse stehen noch aus. Ende Juli waren keine Einschränkungen für den Badebetrieb in Flossing und in der Grünen Lagune in Ampfing feststellbar.

Anders sieht es bei den Flüssen im Landkreis aus. Das Gesundheitsamt rät vom Baden in den heimischen Flüssen ab: "Die Überprüfung der Flüsse Inn und Isen hat über viele Jahre hinweg gezeigt, dass sie zum Baden nicht geeignet sind, weil die vorgeschriebenen Werte der Badewasserqualität nicht eingehalten werden können."

Zahlreiche Sonnenhungrige ficht das nicht an, sie stellten schon am Wochenende entlang der Mühldorfer Lände ihre Liegen auf Sand und Stein auf. Familien badeten im smaragdgrünen Wasser gegenüber des Saulochs, flußaufwärts stürzten sich die Sonnenhungrigen aufgeheizt ins kühle Nass.

Wer in natürlichen Seen baden will, dem bleibt nur der Ausflug in die Nachbarlandkreise. Zum Beispiel nach Perach (Altötting), Soyen (Rosenheim) oder Taching (Traunstein). Sie gehören zu den 386 EU-Badegewässern in Bayern, deren aktuelle Wasserqualität auf der Internetseite des jeweiligen Landratsamts vermeldet wird. Damit man beim Baden gehen nicht baden geht.

wam/Mühldorfer Anzeiger

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