Der nächste Baby-Boom kann kommen

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Fröhliche Gesichter beim Spatenstich

Lohkirchen - Die Wiege des Landkreise steht in Lohkirchen? Schon möglich. 15 Geburten bei 730 Einwohner im letzten Jahr. Jetzt entsteht in Rekordzeit eine neue Kinderkrippe.

Dass die Gemeinde Lohkirchen immer schon kinderfreundlich war zeigte sich im vergangenen jahr durch den Baby-Boom: 15 Geburten bei 730 Einwohnern – das ist bayerischer Rekord. Rekordverdächtig auch die Bauzeit für die neue Kinderkrippe. Sie soll im September bereits fertig sein. Am Freitag war Spatenstich.

„Die Belegung in den nächsten fünf Jahren ist gesichert. Schon in diesem Jahr wurden 31 Kinder für den Kindergarten angemeldet“, teilte Bürgermeister Konrad Sedlmeier beim Spatenstich mit. Für die Gemeinde war dies wohl das schlagkräftigste Argument, weshalb sie den Bau einer eigenen Krippe schließlich auch durchgezogen hat.

 „Es war nicht ganz einfach“, gab Sedlmeier zu. Denn es habe Überlegungen gegeben zusammen mit Eltern etwas aufzuziehen, auch eine Nachmittagsgruppe sei im Raum gestanden, die aber nicht angenommen worden sei. Die Idee, eine Kooperation mit anderen Gemeinden einzugehen und ein gemeinsames Projekt zu planen scheiterte an der Befürchtung, dass die Kinder dann auch die Kindergärten der Nachbargemeinden besuchen könnten, somit der eigene nicht mehr ausgelastet sein könne. Also habe sich die Gemeinde für den Anbau an den bestehenden Kindergarten entschieden, so Sedlmeier.

Viele Gemeinderatssitzungen seien notwendig gewesen und sind noch nötig, um die Ausschreibungen durchzuarbeiten, denn die Zeit drängt. Schon im September dieses Jahres soll die neue Krippe bezugsfertig sein. „Ich hoffe, dass wir den Zeitplan einhalten“, sagte Sedlmeier. Besonders freue es ihn, dass die Krippe im Anschluss an den Kindergarten gebaut werden kann, „auf der Sonnenseite unserer Gemeinde“, betonte der Bürgermeister.

Krippe, Kindergarten und Schule würden eine Einheit bilden. Auch Architekt Wolfgang Scholz hoffte ebenso, dass die Fertigstellung bis September erfolgen könne, emsig arbeitete die Baufirma schon beim Spatenstich im Hintergrund, schließlich zählt jeder Tag. Respekt nötigte das ehrgeizige Bauprojekt der Leiterin des Jugendamtes im Landkreis, Elfriede Geisberger ab: „Wenn alle an einem Strang ziehen, dann kommt dabei auch etwas Vernünftiges heraus“, würdigte sie die gute Zusammenarbeit.

Am bestehenden eingruppigen Kindergarten werden die Räume für die Kinderkrippe angebaut. Plätze für bis zu zwölf Krippenkinder sollen dadurch entstehen. Der Anbau hat laut Gemeinde eine Fläche von 146 Quadratmetern und einen umbauten Raum von 784 Kubikmetern. Der Anbau ist eingeschossig und nicht unterkellert.

Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf rund 388 000 Euro, jedoch erhält die Gemeinde Zuwendungen vom Freistaat Bayern, der die Maßanahme voraussichtlich mit einem pauschalen Förderbetrag in Höhe von 316 600 Euro fördert.

Gut angelegtes Geld in einer Gemeinde, die im vergangenen Jahr gemessen an der Einwohnerzahl eine der höchsten Geburtenrate in ganz Bayern hatte. In einem Zeitraum von vier Wochen (Juli/August 2010) hatten acht Erdenbürger das Licht der Welt erblickt.

je/Mühldorfer Anzeiger

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