Lohkirchen erlebt einen Babyboom

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Acht neue Erdenbürger innerhalb von vier Wochen: Lohkirchen trotzt allen Statistiken. Im Vergleich zum vergangenen Jahr steigerte sich die Geburtenrate bislang um 42,86 Prozent - und das Jahr ist noch nicht zu Ende.

Lohkirchen - Acht neue Babys innerhalb von vier Wochen – während die Geburtenzahlen im gesamten Freistaat rückläufig sind, geht die Gemeinde Lohkirchen mit gutem Beispiel voran.

Mit einer Geburtenrate von bislang 14,33 pro 1000 Einwohnern ist Lohkirchen wieder auf Rekordjagd.

Rekorde ist die Gemeinde Lohkirchen ja gewohnt. Schon 2006 hatte die kleinste Gemeinde des Landkreises Mühldorf für Schlagzeilen gesorgt, weil sie mit zwölf Geburten bei 679 Einwohnern die höchste Geburtenrate in ganz Bayern vorgewiesen hatte (17,6 pro 1000 Einwohner). Die magische Zwölf steuert die Gemeinde auch heuer wieder an, da noch weitere Paare guter Hoffnung sind und damit im zweijährigen Turnus auch eine gewisse Regelmäßigkeit erfüllen würden: Über zwölf neue Erdenbürger freute sich Lohkirchens Bürgermeister Konrad Sedlmeier nach 2006 auch 2008.

Bislang sind es zehn Geburten, wobei in diesem Jahr vor allem die zeitliche Aufeinanderfolge der Geburten auffallend ist. Nachdem zwei Babys im Frühsommer das Licht der Welt erblickt hatten, zeigten sich die Lohkirchener besonders im Juli gebärfreudig: Acht Mal flog der Klapperstorch alleine in der Zeit vom 4. Juli bis zum 3. August in die Gemeinde. Schwerstarbeit hatte Meister Adebar Mitte Juli zu verrichten: Am 15., 16. und 17. Juli erfüllte er täglich ein Lohkirchener Elternpaar mit Stolz.

Selbst Bürgermeister Konrad Sedlmeier kommt inzwischen ins Grübeln: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir im vergangenen Jahr einen längeren Stromausfall gehabt hätten.“ Und auch beim Ortstermin mit den jüngsten Lohkirchenern Carina, Keskin, Elisabeth, Lucas, Leon, Theresa, Leni und Stefan will sich keine der Mütter mehr an besondere Umstände im Oktober des vergangenen Jahres erinnern, die für den Babyboom verantwortlich zeichneten. Alle Mütter hüllen sich in Schweigen. Nur einer der frisch gebackenen Väter, Robert Eder, plaudert schließlich aus. „De ganze Woch hod‘s grengt.“

Bürgermeister Sedlmeier sieht die Bevölkerungsexplosion jedenfalls mit Genugtuung, freut sich über jeden Lohkirchener in seiner kleinen Gemeinde, die nun das Feld von hinten aufrollt. Denn: Stets war Sedlmeiers Kommune auf dem letzten Platz, zahlenmäßig gesehen die kleinste Gemeinde im Landkreis (700 Einwohner zum 31. Dezember 2009). Immer hinter Jettenbach (720 Einwohner zum 31. Dezember 2009). Die aktuellen Bevölkerungszahlen: 698 zu 707 – Lohkirchen holt auf. Nicht zuletzt deswegen, weil die kleinste Gemeinde des Landkreises brav ihre Hausaufgaben bei der Ausweisung neuer Wohngebiete gemacht hat, ist Bürgermeister Sedlmeier überzeugt.

Nicht nur im Landkreis, auch bayernweit schwimmt Lohkirchen gegen den Strom. Während das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung nach wie vor von einem bayernweiten Trend des Geburtenrückgangs spricht (2009 rund 2,4 Prozent) steigerte sich die Zahl der Geburten in Lohkirchen von sieben auf bereits zehn. In Zahlen ausgedrückt: eine Erhöhung um fast 42,86 Prozent – und das Jahr hat noch vier Monate. Mit einer Geburtenrate von bislang 14,33 pro 1000 Einwohnern bleibt Lohkirchen auf der Jagd nach Superlativen. Und das freut auch den Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft von Oberbergkirchen, Georg Obermeier. Vor allen Dingen, weil es mehr Planungssicherheit gibt in Sachen Schulwesen: „15 Schüler sind notwendig, um eine Klasse zu bilden. Man kann sagen, dass die Lohkirchener Bürger entscheidend zur Sicherung des Grundschulverbandes beitragen.“

je/Mühldorfer Anzeiger

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