Linde musste weichen

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Eines der letzten Bilder der ortsprägenden "Antonius-Linde".

Ranoldsberg - Sie gehörte zum Ortsbild von Ranoldsberg wie die Wallfahrtskirche selbst - die "Antonius-Linde" in Ranoldsberg neben dem östlichen Kirchenaufgang zur Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt.

Leider hat nun nach 124 Jahren dieses Wahrzeichen der Zahn der Zeit dahingerafft.

Am 31. Mai 1885 nahm Erzbischof Antonius von Steichele die Konsekration des Hochaltares der neu restaurierten Kirche vor und spendete zugleich das Sakrament der Firmung. Zur Erinnerung an diesen Tag, wurde eine Linde, genannt "Antonius-Linde", gepflanzt.

Im Zuge einer Baumprüfung wurde festgestellt, dass die Linde starke Krankheitssymptome aufweist. Ein hinzugezogener Spezialist diagnostizierte den Befall der Linde mit dem Brandkrustenpilz, der vor allem der Wurzelanläufe und die Stammbasis auf der östlichen Seite bereits im fortgeschrittenen Stadium befallen hatte. Zusammen mit einem starken überhang der Krone war deshalb Gefahr im Verzug, worauf sofort der komplette Bereich um die Linde abgesperrt werden musste.

Aufgrund des Gebotes von Sicherheit für Leib und Leben am stark frequentierten Kirchenplatz sowie der bereits augenscheinlichen starken Schädigung des Stammes mit Rissbildung entschieden sich die Verantwortlichen für die umgehende Beseitigung der Linde.

Nach der Fällung der Linde hat sich bestätigt, dass diese Entscheidung die einzig richtige war, da die Krankheit bereits mehr als die Hälfte des Stammes des Baumes vernichtet hatte.

Im Rahmen der laufenden Dorferneuerung wird man sich nun mit Sicherheit Gedanken über mögliche Ersatzpflanzungen machen, die dann so hofft man wieder so ein Alter erreichen, wie es die Antonius-Linde schaffte.

Mühldorfer Anzeiger/re

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