Aus Liebe zur Umwelt

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Klaus Brenninger ist mit seinem dreirädrigen Elektrofahrzeug "Twike Active" mehr als zufrieden.

Mühldorf - Klaus Brenninger setzt auf das Elektrofahrzeug "Twike". Der 47-Jährige ist seit Oktober mit einem dreirädrigen Fahrzeug auf Mühldorfs Straßen unterwegs.

Es sieht windschnittig aus, ähnelt einer Mischung aus Liegefahrrad und dem Bug eines Segelflugzeugs und kommt umgerechnet mit einem halben Liter Benzin auf 100 Kilometer aus: Das "Twike" von Klaus Brenninger. Auf der Suche nach einem umweltschonenden und sparsamen Autoersatz stieß Brenninger, Inhaber des Hörgeräteakustikgeschäfts "Ganz am Ohr", im Internet auf das Twike. "Ich bin für Abrüstung, auch auf der Straße", sagt er lachend. "Riesige Karossen müssen nicht sein, ich wollte mit dem Twike meinen Beitrag zum Umweltschutz leisten."

Das Twike entspricht mit einem niedrigen Engergieverbrauch von vier bis acht Kilowattstunden pro 100 Kilometer ganz den Vorstellungen Brenningers: Es ist besonders umweltfreundlich und effizient. Der Verbrauch entspricht in etwa einem halben Liter Treibstoff auf 100 Kilometer.

Brenninger fährt das Modell "Twike Active", das zusätzlich mit einem Pedalantrieb ausgestattet ist.

Ein Elektromotor, kombiniert mit einem Fünf-Gang-Pedalantrieb, setzt das etwa eineinhalb Meter hohe Fahrzeug auf drei Rädern in Bewegung, die Hersteller nennen es neudeutsch "Human Power Hybrid". Dadurch werde der Energieverbrauch um 20 Prozent gesenkt und ein Beitrag zur Gesundheit geleistet. Gelenkt wird mit einem Joystick, dort sind auch die Schalter fürs Bremsen, Beschleunigen und Blinken angebracht. Laut Brenninger ist vor allem der eingebaute Tempomat das Schöne am Twike: "Auch das Bremsen ist automatisierbar."

Das Twike ist bis zu 85 Kilometer in der Stunde schnell, neue Modelle erreichen durch neue Akkus eine Reichweite von 200 Kilometern. Brenningers Twike ist ein älteres und fährt mit zwei Batterien bis zu 50 Kilometer weit. "Besonders praktisch ist das Aufladen der Batterien", erzählt der Mühldorfer. "Dafür eignet sich eine herkömmliche Haushaltssteckdose." Die Batterien sind innerhalb von fünf bis sechs Stunden wieder einsatzfähig. Auch hier achtet Brenninger auf die Umwelt, er setzt auf Naturstrom: "Keine Atomenergie, dass ist mir wichtig."

Bevor sich der Hörakustikmeister das Twike kaufte, fuhr er vor sechs Jahren im Schwarzwald Probe. Den langjährigen Traum erfüllte er sich erst im vergangenen Jahr, als er ein gebrauchtes "Twike Active" für 13.500 Euro kaufte; ein neues Modell kostet ohne Batterie 17.000 Euro. Das erste Twike war vor 13 Jahren erhältlich, heute sind bereits über 900 unterwegs.

Wo er mit seinem Auto auftaucht, fällt Brenninger auf. Bei einem Ausflug in Wasserburg bildete sich um seine dreirädrige Fortbewegungsmöglickeit eine Menschentraube. "Jeder wollte wissen, um was es sich handelt", erzählt er freudig. "Es ist sofort ein Gespräch im Gange." Und bei der ersten Fahrt im Schwarzwald, seine Tochter war 15 Jahre alt, ging ihnen der Strom aus. "Die Batterien konnten wir netterweise bei einem Pizzarestaurant aufladen", lacht Brenninger. "Toll wie einem die Menschen helfen."

mr/Mühldorfer Anzeiger

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