Wie geht es im Mehrgenerationenhaus weiter?

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"Annamirl, Zuckaschnürl" heißt ein Programm des Mehrgenerationenhauses, bei dem Lieder und Spiele von Alt an Jung weitergegeben werden.

Mühldorf - Nach fünf Jahren endet der Bundeszuschuss für die Mehrgenerationenhäuser. Wie es dann weitergeht, weiß die Leiterin des Hauses der Begegnung, Marianne Zollner, noch nicht.

Die Mehrgenerationenhäuser waren einst das Vorzeigeprojekt der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen. In den Jahren 2006 und 2007 wurden insgesamt 500 solcher Bürgertreffs bundesweit installiert, im September 2009 machte sich die Ministerin auch im Haus der Begegnung in Mühldorf ein Bild davon, wie es läuft.

Damals wie heute gilt: "Es läuft gut", sagt Marianne Zollner und verweist auf Projekte wie das Mittagessen der Generationen, den Integrationskurs "Mama lernt Deutsch" oder die Babysitterbörse, die "einfach nur boomt". Doch wie das mit Leuchtturmprojekten der Minister eben so ist: Das Licht verlischt in der Regel in der nächsten Legislaturperiode.

Und so waren auch die Zuschüsse für die Mehrgenerationenhäuser - rund 40.000 Euro pro Jahr - auf einen Zeitraum von fünf Jahren ausgelegt. "Die Mehrgenerationenhäuser wussten das von vornherein", heißt es aus dem Bundesfamilienministerium. Grundlage für den Förderzuspruch sei sogar gewesen, dass sich das Projekt ab einer bestimmten Zeit selbst tragen müsse.

"Natürlich ist uns das bekannt", sagt auch Marianne Zollner, die aufgrund des späteren Starts noch auf einen Zuschuss im Jahr 2012 hoffen darf. Und trotzdem stellt sie sich die Frage: "Wie sollen sich derartige Projekte denn selbst tragen? Von den Kommunen ist in der derzeitigen finanziellen Situation keine Hilfe zu erwarten."

Also stehen Projekte, die mit viel Engagement angekurbelt wurden, wieder vor dem Aus. Für die Kinderbetreuungsbörse wurde beispielsweise eigens eine Erzieherin angestellt. "Deren Vertrag können wir dann wahrscheinlich nicht verlängern."

Immerhin: Familienministerin Kristina Schröder erklärte gegenüber Spiegel Online, dass es ein Anschlussprogramm geben werde, um "die positiven Effekte des Aktionsprogramms zu erhalten und auszubauen". Darauf baut auch Marianne Zollner.

"Und wer weiß, welchen Leuchtturm die aktuelle Familienministerin noch aufstellt", sagt Zollner. Das Thema Integration zum Beispiel wäre ihrer Meinung nach gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die Thesen von Thilo Sarrazin ein Bereich, in dem es sich gut profilieren ließe. "Und da passt unser Projekt 'Mama lernt Deutsch' ja perfekt hinein."

Heute informiert sich Sozialstaatssekretär Markus Sackmann im Haus der Begegnung über Seniorenarbeit. Er ist außerdem Gast einer Podiumsdiskussion um Thema "Kommunen und Senioren" im Landratsamt.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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